Kleine Betriebe

Grüne Höfe Olching: Es tut sich was

Olching - Mit den Grünen Höfen hat die Stadt Olching neue Wege beschritten. Rund um das landwirtschaftliche Sondergebiet am Estinger Hagn-Kreisel sollen sich bestenfalls kleine Olchinger Handwerksbetriebe ansiedeln. Und nach und nach tut sich auch etwas.

 Der gesamte Bebauungsplan für das Gebiet umfasst rund zehn Hektar, davon sind jeweils über vier Hektar für Gewerbe und für das Sondergebiet Grüne Höfe ausgewiesen – gut ein Hektar sind Verkehrsflächen. „Ein relativ großer Teil des überplanten Gebietes war bereits mit den Hofstellen Hatzl und Hartl sowie der Tankstelle am Kreisel bebaut“, teilt die Stadt Olching auf Nachfrage mit. Dieses Jahr kamen im Sondergebiet Grüne Höfe weitere Gebäude hinzu. Auf dem Gelände des Hatzlhofes entstand eine neue, hochmoderne Kartoffel-Abpackhalle. Und auch Unser Land verlegte seine Zentrale von Unterschweinbach dorthin. Mit dem neuen Unser-Land-Standort – verkehrsgünstig an der B 471 und nahe der Stuttgarter Autobahn gelegen – verkürzen sich die Transportwege ganz im Sinne des Unternehmens, das sich als Zentrum für Regionalvermarktung versteht und kurze Wege vom Erzeuger hin zum Verbraucher propagiert.

Welche Betriebe sich künftig noch in dem Sondergebiet beziehungsweise in dem Gewerbegebiet ansiedeln, ist derzeit offen, erklärt Julia Henderichs, Sprecherin der Stadt Olching. Wesentliches Kriterium für eine Ansiedlung sei die Art der Nutzung. Momentan wird eine Kfz-Werkstatt ins Plangebiet verlagert und dort in einen Neubau integriert. Diese befand sich zuvor knapp hinter der Grenze, an der Staatsstraße 2345. Zudem will die Olchinger Braumanufaktur im Gebiet am Hagn-Kreisel künftig ihr Bier brauen. Ein Bauantrag liege bereits vor, so Henderichs. Und neben der Tankstelle entsteht eine Niederlassung der Dekra.

Im Hinblick auf die Grünen Höfe gelte es, neuen Raum zu schaffen: Für eine Mischung von landwirtschaftlichen und weiterverarbeitenden Betrieben, die sich insbesondere der Weiterverarbeitung regionaler Produkte verschrieben haben. „Dafür sind Unser Land sowie Hatzl- und Hartlhof, natürlich beste Beispiele“, meint Henderichs. Bürgermeister Andreas Magg sagt: „Das Sondergebiet ist auf meine Idee hin entstanden, als klar wurde, dass die bestehenden Betriebe, deren Entwicklungsüberlegungen und der Ansiedlungswunsch von Unser Land ein planerisch schwierig zusammen zu bringender Nutzungsmix ist.“

 Seines Wissens sei das Sondergebiet Grüne Höfe einzigartig in Bayern und demnach ein Pilotprojekt. Die Intension sei es gewesen, regionale Erzeugung und Vermarktung mit diesem Sondergebiet zu stärken. „Neben dem Ziel Fairtrade-Stadt zu werden, wollen wir so auch eine Stadt der kurzen Wege und der nachhaltigen lokalen Lebensmittelproduktion und –Vermarktung leben“, betont Magg.

Das sagen die Landwirte

Die neue Kartoffelsortier- und Abpackhalle war die bisher größte Investition in unserer Betriebsgeschichte“, sagt Biobauer Andreas Hatzl. Seit März ist die neuen Technik im Einsatz. „Die Kartoffel sind sauberer, das Verlesen geht dank moderner Sortiertechnik viel müheloser, die Leistung der Verpackungsmaschinen ist deutlich höher“, so Hatzl. Dadurch könne er auch kurzfristige Bestellungen berücksichtigen. Die direkte Anbindung von Kartoffellager zur Sortieranlage sei von Vorteil, weil die Kartoffeln bei jedem Wetter der Aufbereitung zugeführt werden können. „Wir arbeiten sehr gut mit der Unser Land-Zentrale zusammen, und deshalb haben wir uns entschlossen, ihr ein neues Dach über dem Kopf zu bauen“, sagt Hatzl. Die Hartls bauten bereits 2002 eine Maschinenhalle, 2012 drei Fahrsilos, Anfang 2013 kam der Freilaufstall für die Bullenmast hinzu und der Hofladen. „Wir sehen das Sondergebiet als Vorteil, gerade wenn man an die regionale Vermarktung denkt“, sagt Betriebsleiter Franz Hartl. Der Landwirtsfamilie kommen die neuen Platzverhältnisse, die direkte Lage in der Natur, die kurzen Wege zugute. „Auch kann man die Menschen näher an die Landwirtschaft heranbringen, es gibt für Alt und Jung etwas zu sehen und zu erleben“, meint Hartl. Die Familie würde sich über weitere Nachbarn freuen, die landwirtschaftliche Erzeugnisse veredeln und weiterarbeiten.

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