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In Graßlfing

Heftige Kritik an Flachdach-Lösung für neue Grundschule

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Die Stadt nähert sich einem endgültigen Beschluss über das größte Schulbau-Projekt ihrer Geschichte: Die Grundschule Graßlfing soll vergrößert und fit für die offene Ganztagsschule gemacht werden.

Olching   „Das wird Maßstäbe in Olching und darüber hinaus setzen“, glaubt Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Der Entwurf für das 20-Millionen-Euro-Projekt wurde nun den zuständigen Ausschüssen vorgestellt. Die Mitglieder segneten ihn mehrheitlich (zwei Gegenstimmen) ab – zwei Punkte müssen vor der Stadtratsentscheidung aber noch überprüft werden.

Ulrike Donner von einem Münchner Architektenbüro präsentierte die Pläne. An das Bestandsgebäude, das lediglich innen saniert wird, wird ein neuer Trakt gebaut. Hier kommen Aula, Mensa, Ganztagsbetreuung, Verwaltung und zwei Cluster für je vier Klassen unter. Diese Cluster beinhalten neben Klassenräumen einen zentralen „Marktplatz“, einen Differenzierungsraum und einen Lehrerarbeitsplatz.

Der Altbau enthält einen Kreativcluster, in dem zum Beispiel Kunst- und Werkräume zusammengefasst werden, eine Mensa-Küche, einen Cluster für vier Klassen sowie zwei kleinere für je zwei Klassen. Ziel ist es, in beiden Gebäuden gleichwertiges Lernen zu ermöglichen. Donner erklärte zudem, dass durch die Verschwenkung der Straße der Innenhof und der Sportplatz größer und die Lichtverhältnisse besser werden. Dann sprach sie den umstrittensten Punkt an: ein mit Bitumen abgedichtetes Flachdach mit Belüftungsanlage – wohl aus Kostengründen alternativlos.

Sichtlich sauer über diese Lösung war CSU-Vize-Fraktionsvorsitzender Josef Neumaier: „Das Dach dicht bringen mit Bitumenbahnen, das haut nicht hin.“ Es würde immer jemand drüber laufen, zum Beispiel Handwerker, die die Lüftung warten. In den Vorbesprechungen sei klar ausgemacht worden, dass es kein Flachdach werden darf. Sein Fraktionskollege Robert Maier führte an, dass sich das Wasser stauen und Schäden verursachen könnte, wenn der Gully durch Laub und Dreck verstopft ist – so wie bereits bei der Turnhalle. Maier: „Da hilft der schönste Bitumen nix.“ Maier und Neumaier ließen sich nicht überzeugen.

Die Architektin entgegnete: „Wir haben uns sehr wohl Gedanken gemacht, weil wir wussten, dass das Flachdach nicht gewünscht war“, betonte sie. Die empfindliche Abdichtung liege in einem geschützten Bereich. Die Lüftungskanäle würden nicht durch die Decke führen. Das Dach habe eine Lebensdauer von bis zu 40 Jahren und eine leichte Neigung von zwei Grad. Und es gibt einen Notabfluss, der bei Starkregen als weiterer Ablauf diene. Außerdem: „Man kann nicht alle Flachdächer vergleichen.“ Sie halte die Lösung für optimal.

Ewald Zachmann, FWO-Fraktionsvorsitzender, nahm ihr den Wind gleich aus den Segeln: „Jeder Planer hat bis jetzt versichert, dass er jetzt die Möglichkeit hat, ein Flachdach absolut dicht zu machen.“ Maximilian Gigl (CSU) regte schließlich eine Verdichtung mit Metallbahnen an. Diese Option sollen die Planer nun abklopfen.

Genauso wie die Montage und den Kosten-Nutzen-Faktor einer Photovoltaikanlage. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Jaschke monierte, dass keine Module vorgesehen seien. Sie forderte zumindest eine Vorrüstung. Bauamtsleiter Markus Brunnhuber erklärte, dass die Belüftungsanlage auf dem Dach viel Platz brauche und es keine derartig großen Flächen gebe. Zudem könne den Kindern die Sicht versperrt werden. Alfred Münch (SPD) betonte, dass er seit Jahren dafür sensibilisiere, Objekte grundsätzlich für regenerative Energien zu nutzen. Denn: „Alles, was vernünftig gemacht wird, ist rentierlich.“

Auch die im Laufe der Zeit gestiegenen Kosten für das Vorhaben wurden angesprochen. Bürgermeister Magg merkte an, dass es sich noch um eine Kalkulation handele. Schulreferent Maximilian Gigl betonte, dass man den Weg, den man jetzt begonnen hat, zu Ende gehen sollte – mit allen Konsequenzen. Josef Gigl (FWO) schmetterte: „Das ganze Ding wird uns wahrscheinlich 25 Millionen Euro kosten. Aber das sollten uns unsere Kinder wert sein.“

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