Einsatzzentrale Olching: Das neue Feuerwehrhaus soll neben dem geplanten Polizeigebäude errichtet werden – wenn es denn die Zustimmung dafür gibt. Ein erster Schritt ist jetzt schon getan. 	grafik: mm
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Einsatzzentrale Olching: Das neue Feuerwehrhaus soll neben dem geplanten Polizeigebäude errichtet werden – wenn es denn die Zustimmung dafür gibt. Ein erster Schritt ist jetzt schon getan.

Olching

Hier soll das neue Feuerwehrhaus hin

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Die Gerüchteküche brodelt schon länger, nun ist es raus: Wenn Olching ein neues Feuerwehrhaus bekommt, soll es direkt neben das geplante Polizeigebäude im Gewerbegebiet ziehen. Die Stadt konnte hier zwei Grundstücke erwerben. Die Kosten für den Neubau betragen nach einer ersten vorläufigen Kalkulation rund 11,2 Millionen Euro.

Olching – Bauamtsmitarbeiter Reinhard Henzler stellte dem Bauausschuss am Dienstag die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für ein neues Feuerwehrhaus vor. Dabei wurde es schon überraschend konkret. Die Feuerwehrleute, die auf der Tribüne in der Turnhalle an der Heckenstraße Platz genommen hatten, konnten sich bereits einen guten Eindruck davon machen, wie das Areal an der Johann-G.-Gutenberg-Straße einmal aussehen könnte – inklusive Alarmausfahrt und Helikopterlandeplatz.

Quetsch-Alarm im alten Feuerwehrhaus

Ein allererster Schritt ist bereits getan. Die Mitglieder des Bauausschusses empfahlen mehrheitlich, die Pläne für einen Neubau an dem neuen Standort, direkt neben der geplanten Polizeiwache, weiterzuverfolgen – ein Ersatzneubau am alten Standort an der Ordenslandstraße wäre damit passé. Der Ball liegt allerdings jetzt noch beim Hauptausschuss in der kommenden Woche.

Zum Hintergrund: Das alte Feuerwehrhaus ist über 50 Jahre alt. Der Platz ist längst zu wenig, die Unfallgefahr steigt dadurch, das haben Gutachter belegt. Und das ist nur ein kritischer Punkt. Ein Neubau am alten Standort käme allerdings teuer – nicht zuletzt wegen eines nötigen Ausweichquartiers während der Bauphase. Außerdem könne man dort gar nicht mehr so bauen, wie es tatsächlich mittlerweile nötig wäre, erklärte Henzler.

Diese Umstände sind bereits seit längerem bekannt. Doch nun hat sich etwas geändert: „Die Stadt konnte zwei Grundstücke erwerben.“ Die Gesamtfläche beträgt etwa 1,12 Hektar. Direkt am Kreisverkehr ist der Platz für die Polizeistation eingeplant, dahinter die Feuerwehr.

„Für eine Machbarkeitsstudie sind die Pläne schon sehr konkret“, erläuterte der Bauamtsmitarbeiter. So konnte man bereits das lang gezogene zweigeschossige Gebäude in der Mitte sehen. Außerdem den Alarmhof vor den Toren mit Alarmausfahrt zur Johann-G.-Gutenbergstraße und der Übungshof – der gleichzeitig als Helikopterlandeplatz der Luftrettung fungiert. Die Fahrzeughalle bietet zwölf Stellplätze

Ein Übungsturm stellt den höchsten Punkt des Areals dar, mit etwa 15 Metern. Im nordöstlichen Bereich befindet sich ein separates Gebäude mit einem Stellplatz, Lager und einem zukünftigen Reservestellplatz.

Die erste Kostenkalkulation beläuft sich laut Henzler auf insgesamt rund 11,2 Millionen Euro. Vom Freistaat stellte er eine Fördersumme in Höhe von 931 000 Euro in Aussicht – plus 750 000 Euro Zuschuss nach einer Richtlinie für Energieeffizienz für Nicht-Wohngebäude. Mit geringem baulichen Mehraufwand und Verwendung eines Heizsystems (geplant ist Fernwärme) könne ein sogenannte „Effizienzgebäude 55“ erreicht werden.

Grüne sind skeptisch wegen Kosten

Die Pläne wurden im Ausschuss mehrheitlich positiv aufgenommen. Lediglich die Grünen stimmten dagegen. „Wir haben noch keinen Grundsatzbeschluss zum Feuerwehrhaus gefällt“, sagte Heide Kuckelkorn. Ihre Fraktion hatte deshalb auch zu Beginn der Sitzung für eine Vertagung des Tagesordnungspunktes plädiert – allerdings ohne Erfolg.

Bei der Öko-Partei herrscht Skepsis bezüglich finanzieller Auswirkungen auf den sowieso schon strapazierten Haushalt – und möglicher weiterer Folgen durch die Pandemie. Die Grünen hatten sich während der Haushaltsberatungen bereits dafür ausgesprochen, den Bau der Feuerwehrhäuser in Graßlfing und Olching um ein Jahr zu verschieben – auch das ohne Erfolg. Im kommenden Herbst soll es aber eine Sondersitzung zum Feuerwehr-Budget allgemein geben. Diese war zunächst für den heutigen Donnerstag anberaumt gewesen, wurde aber verschoben – wohl wegen der hohen Inzidenz.

Feuerwehrreferent Lorenz Widmann sagte: „Ich bin froh, dass die Pläne nun endlich mal auf dem Tisch liegen.“ Das Grundstück sehe er als Glücksfall, denn die Feuerwehr vorübergehend woanders unterzubringen, halte er für schwierig. „Das hat man ja etwa in Emmering gesehen, wo sie in einen alten Stadel gezogen sind.“

Andreas Teichmann (FDP) war recht überrascht von den konkreten Plänen. „Haben wir da als Bauausschuss überhaupt noch einen gestalterischen Einfluss?“, hakte er nach. Auch hinsichtlich dessen, was wirklich notwendig ist und was eben nicht.

FWO-Stadtrat und Feuerwehrkommandant Josef Gigl, der eng in den Prozess miteinbezogen wurde, versicherte aber, dass sich die Planung an der DIN-Norm orientiere. Sprich: Das was wirklich nötig ist, werde eingeplant, nicht mehr. „Ich bitte darum, dass wir das auf den Weg bringen.“ Es gehe hier nicht um Luxus. „Es kann nicht sein, dass wir eine halbe Stunde rangieren müssen, bis wir an Material herankommen. Das ist keine Feuerwehr, das ist Wahnsinn.“

Polizei bekommt weniger Parkplätze als gewünscht

Olching soll die neue Polizeiinspektion bekommen, die unter anderem auch für den Nachbarort Gröbenzell zuständig ist. Auch hier sind die Pläne schon weiter fortgeschritten. Das Gebäude wird in der Nähe des Kreisverkehrs an der Münchner Straße liegen.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) erklärte im Bauausschuss, dass die Lage ideal für Polizei und Feuerwehr sei, da es keine „nachbarschaftlichen Belange“ gäbe. Also keine Lärmbelästigung für direkte Anwohner. Er berichtete zudem, dass noch zwar eine definitive Aussage des Staatlichen Bauamtes ausstehe, dass er aber davon ausgehe, dass die Pläne für die Polizeistation so passen – und somit keine Auswirkungen mehr auf das benachbarte Feuerwehr-Projekt haben.

Kontroversen hatte es allerdings hinsichtlich der Polizei-Parkplätze gegeben. „Wir haben die Zahl gedrückt“, sagte Magg in der Sitzung. Der Freistaat könne nicht von den Kommunen verlangen, möglichst wenig Fläche zu versiegeln und gleichzeitig selbst alles zubauen.

Die Frage nach einem neuen Standort für ein größeres und moderneres Polizeigebäude kam nach der „kleinen Polizeireform“ auf. Die Gröbenzeller Station wurde am 1. März 2019 geschlossen, da sie den Ansprüchen nicht mehr genüge und eine Sanierung ebenso wenig möglich sei, hieß es damals. Seitdem haben die Olchinger Beamten den Ort übernommen. Für Puchheim ist die Polizeiinspektion in Germering zuständig.

Auch Gröbenzell und Maisach hatten ihren Hut damals in den Ring geworfen und Grundstücke angeboten. Olching galt allerdings als Favorit – nicht zuletzt wegen der Größe des Grundstücks. gar

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