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Hauptdarsteller vor Betonbau-Kulisse: Alfons Zischl alias Maximilian Brückner bei den Dreharbeiten.

Am Rathaus

Hindafing: Olching wieder Schauplatz für TV-Serie

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Der Countdown läuft: In wenigen Tagen wird die zweite Staffel der BR-Serie „Hindafing“ ausgestrahlt. Eine der Film-Kulissen ist das Olchinger Rathaus, das perfekt in die Schmuddel-Politik-Satire zu passen scheint. Und der Promi-Status des 1970er-Jahre-Baus wird mit einem Public Viewing gefeiert.

Olching – Ein wenig gedulden müssen sich die Olchinger schon, wenn sie die erste Folge anschauen. Alfons Zischl (gespielt von Maximilian Brückner) ist jetzt nämlich nicht mehr Bürgermeister, sondern Landtagsabgeordneter. Diese Karrieretreppe ist er – Kenner der Serie ahnen es – mehr hochgestolpert, als dass er sie erklommen hätte. Sein Vorgänger war in einen Kinderporno-Skandal verstrickt.

Zischl tobt sich erst ordentlich an einer Maklerin in München aus, da diese ihm und seiner hochschwangeren Ehefrau eine Wohnung in einem angesagten Viertel nicht geben will. Weil beide nicht fest angestellt sind – oder nur bis zur nächsten Wahl. Zischl ist stinksauer: „Wir kommen wieder, keine Angst und zwar mit einem Anwalt.“ Derweil pendelt der skrupellose Lokalpolitiker zwischen München und Hindafing, einem fiktiven Ort irgendwo im Ingolstädter Hinterland.

Zwei Büro-Container

Seine Zentrale der Macht in der Provinz sind zwei Büro-Container vor einem Gebäude, das im echten Leben das Olchinger Rathaus ist. Und das blitzt schließlich nach ungefähr 20 Minuten zum ersten Mal auf. Wenn Zischl sich einen Kampf um den Parkplatz liefert mit dem jetzigen Hindafinger Bürgermeister Karli Spitz (Heinz Josef Braun).

So viel sei schon einmal über die zweite Staffel verraten: Jugendfrei wird es nicht, was an der echten Rebhuhnstraße abgeht. Aber der Olchinger Anteil an der Serie ist auch weniger geworden. Das zeigt sich schon an den Drehtagen: Waren es bei der ersten Staffel 2017 noch 15, sind es diesmal nur noch vier. Dass die Wahl überhaupt auf das Olchinger Rathaus fiel, ist übrigens nicht seiner prachtvollen Schönheit zu verdanken. Der Betonbau im 1970er-Jahre-Stil war einfach dem Set-Aufnahmeleiter bekannt, der aus Puchheim stammt. Und passte offenbar gut in das wenig glamouröse Umfeld des korrupten, untreuen und drogenabhängigen Lokalpolitikers Zischl.

Dieser wurschtelt sich in den sechs neuen Folgen durch den Intrigensumpf in der Landeshauptstadt. Seine Amigos aus der Provinz hat er ständig im Nacken, wie zum Beispiel den Landwirt und Bio-Metzger Sepp Goldhammer alias Andreas Giebel. Der will groß bauen – und das in einem Naturschutzgebiet. Da müssen schwere Landtagsgeschütze aufgefahren werden. Und Zischl tappt bei seinen Bemühungen, die Oberen zu umgarnen, in eine Falle nach der anderen.

Das sagt der echte Bürgermeister

Olchings echter Bürgermeister Andreas Magg (SPD) hat das hektische Treiben rund um das Filmteam im vergangenen Frühling aus nächster Nähe verfolgt. Für ihn ist klar: „Schauspieler möchte ich nicht sein.“ So viel Aufwand dafür, dass die Szene am Ende nicht einmal eine Minute lang über die Leinwand flimmert. Dagegen scheint der echte Politikbetrieb weit weniger mühselig.

Für die Macher hat sich der Aufwand aber ausgezahlt. Die erste Staffel wurde für den Grimme-Preis nominiert. Viele schauten sich die Serie auch in der Mediathek an, wo man alle Teile auf einmal sehen konnte. Allerdings gibt es nicht nur Fans. So sind die Olchinger Lokalpolitiker teilweise gar nicht angetan von dem „Schmarrn“. Und ja: Auch die neue Staffel ist wieder eine grenzwertige Persiflage auf den Politikbetrieb.

Wer sich selbst ein Bild machen will: Die Stadt lädt alle Bürger am kommenden Dienstag zum Public Viewing in die Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach, Hauptstraße 68, ein. Beginn ist um 20.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im Bayerischen Rundfunk

laufen die sechs Folgen ab dem 26. November immer dienstags ab 20.15 Uhr. Bereits ab dem 19. November gibt es die komplette Staffel in der Mediathek.

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