Einer der Falkland-Karakaras, um die es geht.

Tiere dürfen nicht in Vogelpark zurück

Illegaler Tierhandel: Falkner geht leer aus

Olching - Das Veterinäramt hat im August zwei Falkland-Karakaras aus dem Vogelpark Olching abgeholt – wegen des Verdachts auf illegalen Tierhandel. Der Besitzer der Vögel wehrt sich vor dem Verwaltungsgericht.

Sascha Kuchenbaur (25) widmet jede freie Sekunde der Falknerei. Deshalb hat er schon frühzeitig Jungvögel für die neue Greifvogelanlage im Vogelpark Olching gesucht. Bei einem Züchter, der vermeintlich aus Luxemburg stammt, wurde er fündig. An einer Autobahnraststätte bei Ulm übernahm er im Februar 2015 vier Vögel, die zusammen 6000 Euro kosteten. Doch im Mai beschlagnahmte das Landratsamt Fürstenfeldbruck die Tiere, weil kein Zuchtnachweis vorlag. Als Kuchenbaur diesen auch später nicht vorweisen konnte, wurden ihm die zwei Falkland-Karakaras im August weggenommen. Deshalb klagt er nun vor dem Verwaltungsgericht München.

Der Kauf an einer Autobahnraststätte erinnere „an nicht ganz so gut gespielte Spionage-Geschichten“, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Schöffel. Doch das konnte Kuchenbaur erklären. Er habe sich im Vorfeld über den Züchter informiert, habe sogar bei anderen zoologischen Einrichtungen nachgefragt. Daraufhin habe er im Januar zwei Falkland-Karakaras und zwei Singhabichte reserviert.

"Ich bin auf einen Betrüger reingefallen"

Der Züchter war auch bereits einmal bei Kuchenbaur in Olching, wo dieser 3000 Euro anzahlte. Als der Züchter dann im Februar ohnehin auf dem Weg nach Italien war, hätten sie sich „aus rein praktischen Gründen“ an der Autobahn getroffen. Doch am Ende stellte sich heraus, dass der Züchter falsche Kontaktdaten angegeben hatte. Er ist nicht mehr zu erreichen: „Ich bin auf einen Betrüger reingefallen“, sagt Kuchenbaur.

Der Vorsitzende Richter sah die Sache so: „Sie sagen, Sie können nichts dafür. Aber da wird man um die Worte ,grob fahrlässig’ nicht drum herumkommen.“ Kuchenbaur sei schließlich ausgebildeter Falkner. In der Abgabebestätigung stehe nur drin, dass ihm der Züchter vier Vögel übergeben habe. „Man weiß nicht: Wo kommen die Vögel her? Aus welcher Zucht?“

Kuchenbaurs Anwältin Fee Huber widersprach: „Es gibt keine Vorschrift, wie die Abgabebestätigung aussehen muss. Er hat noch nie eine vorlegen müssen.“ Das bestätigte der Falkner: „Ich musste 18 Jahre keine Herkunftsbestätigung für einen Vogel vorlegen.“ Es sei ihm auch nicht bekannt gewesen, dass es sich bei den Falkland-Karakaras um besonders geschützte Tiere handelt. Die entsprechende EU-Verordnung sei „sehr unübersichtlich gestaltet“.

Karakaras leben derzeit in Auffangstation

Die zwei Singhabichte, die zwar auch beschlagnahmt, aber nicht eingezogen sind, befinden sich jetzt in einer anderen Falknerei. Die Karakaras dagegen leben in einer Auffangstation für Tiere. Deshalb unterbreitete Kuchenbaur einen Vorschlag: Er würde sich mit der Beschlagnahme einverstanden erklären. Aber die Vögel sollen in die Greifvogelanlage in Olching, wo sie 84 Quadratmeter zur Verfügung haben, zurück dürfen. „Eine bessere Unterbringung gibt es gar nicht. Das Wohl der Tiere steht an erster Stelle.“ Doch der Landesanwalt, der das Landratsamt vertrat, lehnte ab: „Angesichts der Rechtslage haben wir kein Interesse.“

Die Rechtslage scheint klar: „Das Artenschutzrecht ist sehr streng“, sagte der Vorsitzende. „Der Nachweis war nachzuliefern. Wenn er nicht geliefert wird, erfolgt die Einziehung.“ Das Gericht entscheidet schriftlich. (nh)

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