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An die Arbeit: (v.l.) Harald Sauer (evangelischer Pfarrer), Max Altmann (Pastoralreferent der katholischen Pfarrei), Bürgermeister Andreas Magg, Landrat Thomas Karmasin, die Gründer und Geschäftsführer Guido Ame ndt und Julius Langosch sowie Wolfgang Grandl (Eigentümer des Guts und Bauherr). 

Gut Graßlfing

Im alten Kuhstall wird bald Bier gebraut

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Noch heuer soll auf dem Gut Graßlfing das Bier der Olchinger Braumanufaktur gebraut werden. Mit dem Spatenstich gab die 2016 gegründete Brauerei gestern vor zahlreichen Gästen den Startschuss für den Bau der Brauanlage.

Olching – Brauereigründer Guido Amendt konnte sich noch gut daran erinnern, als er bei Olchings Bürgermeister Andreas Magg mit der Idee zu einer Olchinger Brauerei vorstellig wurde. „Er hat damals sofort gesagt: Das machen wir, dann habe ich endlich ein vernünftiges Geschenk, wenn Gäste aus unserer französischen Partnerstadt zu Besuch kommen“, erzählte Amendt beim Spatenstich den rund 70 amüsierten Gästen.

Einen Haken hat das Gastgeschenk bislang jedoch: Das Olchinger Bier entsteht – mangels Brauhaus – nicht in Olching. „Das Helle brauen wir in Nesselwang, das Weißbier in Stierberg bei Haag“, sagt Amendts Partner Julius Langosch. Doch schon in der zweiten Jahreshälfte 2019 soll dieser Mangel Geschichte sein.

Drei Jahre Vorlauf

Drei Jahre Vorlauf und intensive Vorbereitungen waren laut Amendt nötig, damit gestern unter strahlendem weiß-blauem Himmel ein wichtiger Meilenstein der Olchinger Braumanufaktur begangen werden konnte, wie Amendt betonte. Der Kuhstall des Gutes Graßlfing wird umgebaut, bereits im Juli sollen dort die Brauanlagen installiert werden. „Damit kommen wir endlich in Olching an.“

Magg sprach gar von einem historischen Tag – und das nicht etwa wegen der neuen Gastgeschenke für französische Gäste. Er freute sich vielmehr darüber, dass das seiner Ansicht nach vielleicht wichtigste Gebäude der Stadt – das Gut Graßlfing – nun wieder belebt wird. „Der vergangene Glanz des kurfürstlichen Anwesens war zuletzt etwas erloschen“, sagte der Stadtchef. Gar eine gewisse Tragik habe er beim Vorbeifahren gefühlt, wenn er sah, was aus dem einst stolzen Gut geworden sei. Doch mit dem Bau des Brauhauses ist sich Magg sicher, „dass das Gut wieder ein bedeutender Ort für die Stadt wird“.

Biergarten mit Blick ins Grüne

Auf dem Gut soll aber nicht nur Gerstensaft gebraut werden. Amendt und Langosch werden auch einen Biergarten errichten, der aufgrund der Lage des Gutes einen Blick ins Grüne gewähren wird. Dazu kommt das Ambiente des umgebauten Kuhstalls, das es auch Magg angetan hat. Es stehe im Gegensatz zum Beispiel zur Paulaner-Brauerei in Langwied. „Was man da von der A 8 aus sieht, schaut nicht mehr so richtig nach Brauerei aus.“

Handwerklich gebraut

Angesichts der nahen Konkurrenz bezeichnete es Landrat Thomas Karmasin als mutig von Amendt und Langosch, mit der Brauerei nicht unbedingt in eine Marktlücke zu stoßen. „Es gibt schließlich genug Bier in Bayern.“ Charmant findet er aber, dass das Bier in Olching noch handwerklich und nicht industriell gebraut wird.“ Magg brach noch eine Lanze für die regionale Erzeugung, die zum Olchinger Konzept mit den grünen Höfen gut passe.

In der Bibel gibt es gerade einmal 16 Stellen, in denen Bier erwähnt wird, erzählte Pastoralreferent Max Altmann beim Spatenstich. Nicht darunter ist allerdings der wahrscheinlich berühmteste Spruch zum Thema Religion und Bier, den Altmann auch zitierte: „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s.“ Der Trinkspruch stand Pate für die anschließende Feier.

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