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Die Drittklässler sind voller Vorfreude auf die Container-Schule: Den symbolischen Schlüssel übergab Dritter Bürgermeister Fritz Botzenhardt (rechts neben ihm Projektleiterin Petra Göbel) an Schulleiterin Cathrin Theis.

Schüler und Lehrer in provisorischem Quartier

Erster Schultag in Containern

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Für die Graßlfinger Grundschüler war der erste Schultag gestern ein ganz besonderer: Die gesamte Schule ist in den Sommerferien in Container gezogen. In den kommenden zwei Jahren wird hier der Unterricht stattfinden – während nebenan ein neues, modernes Schulgebäude entsteht. Einen Vorteil gibt es jetzt schon.

Graßlfing – Die Schüler der Klasse 2a lassen den ersten Schultag nach sechs Wochen Sommerferien entspannt in einem Sitzkreis angehen. Die Kinder hocken auf dem Linoleumboden und lauschen ihrer Lehrerin. Um sie herum reiht sich normales Klassenzimmerinventar auf: Schulbänke, das Lehrerpult, Tafel, Zirkel und Geodreieck an der Wand. Bunte, selbst gemalte Schmetterlinge schmücken die Fenster. Ein ganz normales Klassenzimmer könnte man meinen, in dem es allerdings noch recht neu riecht. Dabei ist zum Start des Schuljahres heuer alles ganz anders: Die gesamte Graßlfinger Grundschule bezog ihr Quartier in zwei Containerblöcken. Es ist ein auf zwei Jahre angesetztes Provisorium. Kosten: 1,7 Millionen Euro. Danach geht es zurück ins umgebaute Bestandsgebäude mit neuem Anbau.

Der Bauhof half beim Möbelschleppen

„Eine ganze Schule umziehen, das ist schon was“, sagte Schulleiterin Cathrin Theis gestern bei der offiziellen Eröffnung der zweiten Containeranlage. In den Sommerferien waren viele helfende Hände nötig, um das Großprojekt zu stemmen. Theis selbst hatte von sechs Wochen nur zwei wirklich frei. Sie musste organisieren, stand regelmäßig im Kontakt mit Projektleiterin Petra Göbel vom städtischen Bauamt. „Es haben sich ständig neue Probleme aufgetan, die aber super schnell gelöst wurden“, lobte die Rektorin.

Der Bauhof half beim Möbelschleppen. Die Container wurden extra so ausgerichtet, dass man kein neues Inventar anschaffen muss – um Kosten zu sparen. Dekoriert wurde erst einmal mit Materialien aus dem Vorjahr, das haben Lehrkräfte übernommen. Für die 350 Kinder ist also nicht alles neu – ebenso wenig wie die erste Containeranlage. Die Schule griff wegen Platzmangels schon länger darauf zurück. Das bot jedoch einen großen Vorteil im Rekordsommer 2018 gegenüber den alten Gemäuern: Die Container haben eine Klimaanlage. „Wir haben Konferenzen darin abgehalten, weil wir es im alten Haus nicht mehr ausgehalten haben“, erzählt Theis. Geheizt wird im Übrigen elektrisch. Die Containeranlage ist in einen Block A und einen Block B geteilt. Es gibt jeweils zwei Zugänge, damit sich die Schüler in der Früh nicht in den Gängen stauen. In Block A ist neben Klassenzimmern zu zwei Dritteln die Mittagsbetreuung beheimatet und im Block B die Verwaltung. Das Lehrerzimmer ist größer als früher. Die Aula dient als Sporthalle, den Fußballplatz stellt der TSV Geiselbullach zur Verfügung.

Größer als das alte Lehrerzimmer: Die Lehrer freuen sich in ihrem Raum über mehr Platz als vorher.

Schulleiterin Theis ist sich sicher, dass die Schulfamilie die kommende Zeit gut über die Bühne bringen wird: „Die Container sind wirklich sehr gut ausgestattet.“ Für zwei Jahre und mit so einer tollen Perspektive werde das kein Problem. Der Unterricht läuft weitestgehend normal ab. Nur: Die Lehrer müssen leiser sprechen, da die Schalldurchlässigkeit deutlich höher sei. Theis scherzt: „Ein Organ wie meins ist nicht so geeignet.“

Für die Rektorin steht mit Blick auf die Bauarbeiten der Sicherheitsaspekt im Fokus. Schulbetrieb und Baustelle müssen in nächster Nähe nebeneinander funktionieren. Begonnen hat bereits der Abriss eines alten Teils der Schule. Hier ist nur noch ein Schutthaufen zu sehen. Die Baustelle darf nicht zur Gefahr für die Kinder werden. Da muss laut Theis ein besonderes Augenmerk drauf liegen. Auch die Schulweghelfer würden in puncto Sicherheit unterstützen, wo sie nur können. Die Kinder sollten außerdem möglichst nicht schon eine halbe Stunde vor Schulbeginn vor den Containern warten. Alle Schüler, die sehr früh ankommen müssen, weil es nicht anders geht, würden in einem Klassenzimmer untergebracht. Allerdings sei das Problem nicht mehr so gravierend, seit es wieder eine Buslinie gibt, die später und trotzdem noch pünktlich vor der Schule hält.

Eltern sind mit Lösung zufrieden

Schulreferent Maximilian Gigl (CSU) – gestern ebenfalls vor Ort – erklärte, dass das Landratsamt eben diesen Bus eigentlich vor eineinhalb Jahren gestrichen hatte wegen zu geringer Fahrgastzahlen. Nun werde dieser aber wieder benötigt, nicht zuletzt wegen des enormen Zuzugs in Gebieten wie dem Schwaigfeld.

Rektorin Theis dankte allen Beteiligten vielfach – zum Beispiel dem fleißigen Hausmeister Peter Vager und den engagierten Elternbeiratsmitgliedern Juliane Müllbauer und Christian Glöckner. Letztere lobten die jetzige Lösung während der Bauarbeiten und deren Umsetzung. Man habe bisher von niemandem etwas Negatives gehört, so Glöckner. Dritter Bürgermeister Fritz Botzenhardt (SPD) vertrat bei dem Termin Andreas Magg, der im Urlaub weilt. „Das schaut wirklich toll aus“, sagte er mit Blick auf die Containerblöcke.

Wenn alles glatt geht, steht 2020 ein neuer Umzug an. Es wird in dem neuen Gebäude eine Ganztagsschule mit 400 Schülern geben, die Klassen sind vierzügig. Bisher ist die vierte Klasse dreizügig. Die Klasse 2a wird ihren letzten ersten Schultag in der neuen Grundschule verbringen.

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