Gerlinde Zachmann Vorsitzende des Vereins„Älter werden in Olching“„Wir sind hier schon ein guter Club.“Bewohnerin Hildegard Leichner

Senioren-Wohnen

In Olching kann man gut älter werden

Auch im hohen Alter noch selbstbestimmt leben: Das ist beim „Seniorengerechten Wohnen“ im Olchinger Schwaigfeld möglich. Vor rund acht Jahren hatte der Verein „Älter werden in Olching“ das Projekt initiiert. Heute bezeichnet die Vorsitzende Gerlinde Zachmann es als Erfolgsmodell.

OlchingEdith Griesbach lebt seit sechs Jahren in der Wohnanlage. „Hier herrscht eine gute Gemeinschaft, das ist mir sehr wichtig“, sagt die 80-Jährige. Erst hatte sie Bedenken, als sie dort einzog. „Ich habe mir das gar nicht so vorgestellt, aber nun hoffe ich, dass es genau so weitergeht.“ Insgesamt 35 Eigentumswohnungen gibt es im 2011 fertiggestellten „Seniorengerechten Wohnen“. Je rund zur Hälfte sind sie von den Eigentümern bewohnt oder vermietet. Menschen im Alter zwischen Anfang 70 und Ende 80 Jahren haben hier ein Zuhause gefunden.

Unterstützt wurde das Projekt von Anfang an von Sozialreferentin Gerlinde Zachmann (FW), die selbst dort wohnt und zugleich Vorsitzende von „Älter werden in Olching“ ist. „Wir haben ein wenig gesucht und dann einen Bauträger gefunden, der gut auf unsere Wünsche einging“, sagt die 71-Jährige. Diese Wünsche sahen Barrierefreiheit und vor allem auch Gemeinschaftseinrichtungen vor, in denen sich die Bewohner treffen können.

Eine Kaffeerunde, Brettspiele, Geburtstagsfeiern oder Schafkopfrunden: Dem Gemeinschaftsraum fehlt es nicht an Auslastung. „Der Raum gehört der Eigentümergemeinschaft, ebenso wie unser Fitnessraum und die Sauna im Untergeschoss“, berichtet Zachmann. Es gebe keinen Träger für die Einrichtung. „Wir organisieren uns im Wesentlichen selbst.“

Überhaupt steht das Wörtchen „selbst“ in der Wohnanlage im Mittelpunkt. „Das ist hier ein selbstbestimmtes Wohnen“, betont Zachmann. „Keiner wird betreut, wenn er es nicht will.“ Dennoch steht für die Senioren Hilfe und Unterstützung bereit, wenn sie sie brauchen. So sind die Wohnungen mit einem Hausnotruf ausgestattet, und auf Wunsch gibt es auch Unterstützung vom neu gegründeten Freundeskreis Seniorenwohnen Olching.

Hauptsächlich bauen die Bewohner aber auf Elke de Noevel-Rolfe, wenn sie Unterstützung benötigen. Die Sozialpädagogin ist seit April im „Seniorengrechten Wohnen“ und ist dort Ansprechpartnerin für alle Belange. „Ich berate die Bewohner zum Beispiel, wenn sie eine Haushaltshilfe suchen, mache aber auch Gedächtnistraining oder koche einmal in der Woche mit ihnen“, erzählt sie. Dabei richtet sie sich ganz nach den Interessen der Senioren.

Das Projekt war seinerzeit übrigens das erste seiner Form im Landkreis. Mittlerweile hat es auch einen Nachahmer in Fürstenfeldbruck gefunden. „Man kann es schon als Erfolgsmodell bezeichnen“, sagt Zachmann. Das sieht auch die Bewohnerin Doris Rieber (76) so. Sie hatte ursprünglich ein eigenes Haus, das ihr aber zu groß wurde. „Ich habe es vermietet und bin hier in ein kleineres Appartement gezogen“, erzählt sie. Dadurch werde wieder Wohnraum für junge Familien frei.

 Ihr gefällt sie Lage im Grünen mit den dennoch nahen Einkaufsmöglichkeiten. Außerdem beobachtet sie gerne die Kinder auf ihrem Schulweg durchs Schwaigfeld. Auch sie genießt die wöchentlichen Treffs im Gemeinschaftsraum – ebenso wie ihre Mitbewohnerin Hildegard Leichner. Die 84-Jährige ist vom Zusammenleben in der Wohnanlage regelrecht begeistert: „Wir sind hier schon ein guter Club.“ (ad)

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