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Beispielfoto: Bio-Äpfel

Stadtrat sagt Nein

In Olching: Öko-Modellregion des Freistaats fällt durch

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Vier Kommunen sollten am Wettbewerb zur Öko-Modellregion teilnehmen, drei (Emmering, Puchheim und Germering) haben dem bereits zugestimmt, Olching aber will lieber nicht. 

Olching - Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag die Teilnahme mehrheitlich abgelehnt. Die CSU hat sich nach einer fünfminütigen Bedenkpause umentschieden und sich den Freien Wählern angeschlossen, die von Beginn an gegen das Projekt argumentierten, das von der Staatsregierung und somit eigentlich den Mutter-Parteien der beiden Fraktionen gefördert wird.

Bei der Öko-Modellregion geht es darum, die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität voranzubringen. Zwölf dieser Modellregionen gibt es bereits in Bayern, nun haben sechs Orte die Chance, sich ebenfalls dafür zu bewerben. Wichtige Akteure – in der Region wäre das zum Beispiel Brucker Land – sollen daran beteiligt werden.

Im Gremium stand eine Befürchtung im Raum: „Auch wenn kein Verdrängungswettbewerb stattfinden soll: Es dreht sich alles um öko und bio, die konventionelle Landwirtschaft spielt keine Rolle“, monierte Vize-Bürgermeisterin Maria Hartl (CSU). Ihr Parteikollege Josef Neumaier, selbst Landwirt, stimmte zu: „Ich lese da nur bio heraus.“ Dabei muss konventionelle Landwirtschaft laut Neumaier nicht schlechter sein. Ihm wäre lieber, wenn deshalb das Attribut „regional“ in den Vordergrund rücke.

Ewald Zachmann (FWO) kritisierte ein fehlendes Konzept. Er würde die Initiative wenigstens auf Landkreis-Ebene heben und nicht vier Kommunen zusammennehmen, die zufällig im östlichen Teil liegen. „Ich sehe keinen Mehrwert in dem Zusammenschluss“, bilanzierte Zachmann. Außerdem würde man regionale Bio-Lebensmittel heutzutage sogar im Supermarkt kaufen können. Sein Fraktionskollege Alois Waltl echauffierte sich: „Wir sollten nicht irgendetwas machen, nur um dann Marketingleute von der Straße zu holen.“ Wenn man in Kindergärten und Schulen regionale Produkte anbieten wolle, könne man das auch jetzt schon selbst tun.

Ingrid Jaschke (Grüne) warb für das Projekt. Der Ausbau der Öko-Landwirtschaft bedeute nicht, dass konventionell arbeitende Bauern ausgeschlossen würden. Viele würden auch ohne Siegel nachhaltig wirtschaften. „Es geht auch darum, die Region zu fördern.“ Etliche Modellregionen in Bayern seien sehr erfolgreich. Auch SPD-Fraktionssprecherin Marina Freudenstein sprach sich dafür aus. „Konventionell ist weiß und bio schwarz, das gibt es nicht mehr“, sagte sie.

Der Schwerpunkt sei die regionale Vermarktung, das Bewusstsein der Verbraucher müsse unbedingt gestärkt werden. Ein Netzwerk der Akteure sei wichtig. „Wir vergeben uns dabei doch nichts. Ich kann nicht verstehen, wie man solche guten Dinge so zerreden kann.“ Da kam wohl noch einmal der Frust darüber hoch, dass CSU und Freie Wähler (und FDP) bereits die interkommunale Wohnbaugesellschaft gekippt haben.

Emmering indes will teilnehmen, genau wie Puchheim und Germering.

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