+
Froh wieder daheim zu sein: Kälbchen Lisl lässt sich von Lukas Meyer verwöhnen und hat sich schon gut erholt.

Eine Nacht lang verschollen

Kälbchen Lisl übersteht Kälte-Odyssee

Es ist erst sieben Wochen alt und hat schon sein erstes großes Abenteuer hinter sich: Lisl, ein Kalb vom Biolandhof Unglert in Puchheim, war eine ganze Nacht lang verschwunden. 

Puchheim/Olching Die Rinder der Familie Unglert stehen in den Monaten April bis November den ganzen Tag auf der Weide. Bevor es Nacht wird, kommen alle Kühe in ihren Laufstall zurück. So war es auch an einem besonders kalten und regnerischen Abend Ende April. Mama-Kuh Laura rannte schnurstracks in den warmen Stall – so schnell, dass ihr Neugeborenes nicht hinterherkam. Voller Panik, weil es nicht mehr wusste, wo es war, lief Kälbchen Lisl ins Dickicht. Stundenlang versuchte Lukas Meyer (18), Langzeitpraktikant am Bioland, das verschreckte Tier mit zwei Helfern wieder einzufangen – ohne Erfolg.

Lisl bleibt 20 Stunden verschwunden – bei Kälte und ohne Milch

Insgesamt 20 Stunden blieb das erst sieben Wochen alte Junge verschwunden. Eine so lange Zeit überleben Kälbchen ohne Muttermilch normalerweise nicht. Außerdem herrschten draußen frostige Minusgrade. „Das war das erste Mal, dass sich ein Tier so weit vom Hof entfernt hat und gerade Kälber machen so etwas eigentlich nicht“, sagt Michaela Höfel, Tochter der Biohof-Besitzer Josef und Monika Unglert. „Deswegen haben wir mit Allem gerechnet: Unterernährung, Lungenentzündung und sogar damit, dass das Tier stirbt“, sagt sie. Doch es kommt anders. Um sich trotz der eisigen Temperaturen warmzuhalten, hatte sich das ausgebüchste Kälbchen wohl instinktiv unter Sträuchern und Holz versteckt, mutmaßt Praktikant Lukas Meyer. Und da Lisl in dieser Nacht nicht Milch von ihrer Mutter trinken konnte, fraß sie Gras.

Am nächsten Morgen wurde die Suche fortgesetzt. Mittlerweile gab es jedoch keine Spur mehr von der vermissten Lisl. Eine Freundin machte die 29-Jährige dann am Mittwochnachmittag auf einen Facebook-Beitrag aufmerksam. Eine Nutzerin hatte das Kälbchen entdeckt und ein Foto von ihr auf der Facebook-Seite des Tagblatts veröffentlicht. So konnte Lisls Aufenthaltsort schließlich ausfindig gemacht werden.

Ausreißer-Kälbchen ist wohlauf und zurück bei Mama Laura

Lukas ist sofort losgefahren. Das Kälbchen hat wegen der Kälte wohl sehr gezittert, aber ansonsten war es kerngesund“, berichtet Höfel erleichtert. Lukas Meyer brachte das Tier im Kofferraum eines Jeeps zum Hof zurück. Vorher hatte ein Tierarzt das Baby mit einer Spritze ruhig gestellt. „Lisl hat uns ganz schön an der Nase herumgeführt“, sagt der Praktikant.

Mittlerweile ist das Sorgenkind wieder zurück bei seiner Mama Laura und hat sich vollends von dem Ausflug erholt. Für ähnliche Fälle, bei denen herrenlose Tiere gesehen werden, rät Michaela Höfelöfel: „Am besten ist es, sofort die Polizei zu informieren, sie kann meist helfen.“ Nur in ihrem Fall sei das schwierig gewesen, weil Lisl im Grenzgebiet zweier Inspektionen unterwegs war.

von Alexandra Müller

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Randale beim Löwen-Spiel: Täter sind gefasst
Beim Relegationsspiel zwischen 1860 München und Jahn Regensburg im Mai war die Gewalt völlig eskaliert, die Polizei suchte per Öffentlichkeitsfahndung nach drei …
Randale beim Löwen-Spiel: Täter sind gefasst
Der Bürgermeister-Lehrling
Christian Götz ist seit Kurzem neuer Zweiter Bürgermeister in Bruck. In der Kommunalpolitik ist er schnell aufgestiegen. Seine BBV-Kollegen trauen ihm zu, bei der …
Der Bürgermeister-Lehrling
Freibad öffnet Türen für Hunde
Hundebesitzer aufgepasst: Am Montag, 11. September, dreht sich in der AmperOase alles um die Vierbeiner. Von 10 bis 17 Uhr öffnet das Freibad seine Pforten zum ersten …
Freibad öffnet Türen für Hunde
Mannsbilder kraftmeiern bei Bier-Turnier
Echte Kerle trinken Perle – dieses Sprichwort muss beim ersten Bier-Turnier auf der MaisacherFestwoche aber abgewandelt werden. Denn die echten Mannsbilder trinken dort …
Mannsbilder kraftmeiern bei Bier-Turnier

Kommentare