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Josef Feig (l.), erster Vorstand vom Josefiverein, und das Wirtsehepaar Monika und Ernst Sirtl freuen sich über die neue Kapelle im Graßlfinger Moos.

Graßlfing

Kapelle im Moos bereit für Einweihung

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Zwei Jahre hat es gedauert, jetzt steht die Kapelle im Graßlfinger Moos. Bauherr Ernst Sirtl ist stolz auf sein kleines Gotteshäuschen, das auch die Geschichte seiner Familie aufgreift.

Olching – Nach fast zwei Jahren Bauzeit ist es so weit, das Gelände der Gast- und Tafernwirtschaft Haderecker ziert nun eine kleine Kapelle im alten Baustil. Mit alten Ziegelsteinen und einer noch älteren Eingangstür wurde das Kirchlein gebaut. Es ist dem heiligen Josef gewidmet, denn die Patenschaft hat der Josefiverein Graßlfing-Allach übernommen.

Inspiration für den Bau hat sich Sirtl auf vielen Reisen geholt. „Ich hab mir immer wieder Kapellen angeschaut und die alten haben mir einfach am besten gefallen“, sagt der Wirt. Jetzt fehlte nur noch ein Baumeister, der seine Vorstellungen in die Realität umsetzen konnte. Und so kam durch Zufall ein alter Stammgast zu dem Projekt. Der Gröbenzeller Thomas Decker kam bereits seit 30 Jahren zum Haderecker, als Sirtl, ganz nebenbei, erfuhr, dass Decker einen Stuckateurbetrieb leitet.

Als nächstes ging es um Baumaterialien. Und zu einer auf alt gemachten Kirche gehört natürlich auch ein altes Gemäuer. Es gelang dem Bauherrn, 2500 Ziegelsteine zu beschaffen, die mehr als 100 Jahre alt sind und im alten Reichsformat gebrannt wurden. Zusätzlich ließ man die Eingangstür aus dem Holz einer Treppe aus einer Schule in Giesing herstellen, die vor 120 Jahren gebaut wurde.

Die größte Hürde, die noch anstand, war der Putz. „Wir wollten die Kapelle nicht einfach nur weiß streichen“, erklärt der Bauherr. Deshalb sollte sogenannter Löschkalk eingesetzt werden. Der Baustoff wird bereits seit Jahrhunderten eingesetzt, ist aber heute nur noch selten in Gebrauch. „Es war gar nicht leicht, da ran zu kommen“, erzählt Sirtl.

Jetzt wo sie endgültig fertiggestellt ist, fügt sie sich gut in die Umgebung ein, findet der Wirtsherr. „Es kamen sogar schon langjährige Gäste auf uns zu und fragten uns, ob wir die alte Kapelle saniert haben. Die dachten, die stand schon immer da“, schmunzelt Sirtl.

Der Innenbereich ist ebenfalls fast fertig, nur ein kleiner Altar fehlt noch in der Apsis. Dieser soll jedoch nicht die aufwändigen Wand- und Deckenbemalungen der ungarischen Künstlerin Eszter Segattini-Csávás überdecken. Im Stile der alten Künstler malte sie ein Porträt des Namensgebers, dem Heiligen Josef, und ein Engelsfresko an die Decke. Als kleine Anekdote und Erinnerung an den Bauherrn zeichnete die Künstlerin einem Engel einen Kochlöffel in die Hand.

Die Motivation für den Bau der Kapelle zog Sirtl aus seiner Familie. Der fünffache Vater und dreifache Opa wollte seine Dankbarkeit ausdrücken. Außerdem soll es ein Ort für Alle werden, nicht nur für Christen, betont der Gastwirt. Zwei seiner Enkel sind nämlich adoptiert und dunkelhäutig. Diese Vielfalt findet sich auch in der Kapelle wieder. „Wir haben mit Absicht zwei der Engel mit brauner Haut malen lassen, denn wir wollen auch ein bisschen Weltoffenheit damit zeigen.“ 

Die große Einweihung

mit Segnung der Kapelle durch die Pfarrer von Olching und Allach findet am Sonntag, 22. Juli, statt. Um 10 Uhr beginnt der Zug vom Gasthaus zum Kirchlein.

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