Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Grau-weiß gemustert: Am Anbau kann man bereits sehen, wie das gesamte (noch grüne) Jeanshouse werden soll.

Jeanshouse am Nöscherplatz in Olching

Karierte Phase: Der Farb-Rebell schlägt wieder zu

Olching – Dass das grüne Haus am Nöscherplatz umgestrichen werden muss, war klar. Nun ist es soweit: Ein Schild an der Tür weist darauf hin.

Darauf steht, flankiert von zwei traurigen Smileys: Die Grüne Welle ist vorbei! Das Jeanshouse bekommt eine „NEUE Farbe“. Eigentlich genau so, wie es der Stadtrat wollte. Doch was gerade mit dem Gebäude passiert, kann schwerlich im Sinne des Gremiums gewesen sein: Es wird kariert – allerdings in den vorgeschriebenen Weiß- und Grautönen.

Seit Montag arbeitet Malermeister Stefan Schalk bereits an der neuen Optik. „Das macht viel Mühe“, erklärt er. Er müsse das Muster erst vorzeichnen, dann abkleben und schließlich noch die grauen und weißen Vierecke malen. „Das sind alles klassische Grautöne und Weiß“, sagt er.

Diese Malereien, entstanden in der Langen Künstlernacht, werden durch den neuen Anstrich verschwinden.

Das Ergebnis seiner Arbeit kann man am Anbau schon sehen. Dessen Fassade ist bereits unregelmäßig kariert, der Rest des Hauses soll folgen. „In gut drei Wochen wird wohl alles fertig sein“, schätzt Schalk. Mit dem Anstrich der Fassade am Jeanshouse selbst will er nächste Woche beginnen. Derzeit bauen Arbeiter gerade das Gerüst auf.

Dass das Haus am Nöscherplatz 6 nun kariert wird, passt zu seiner Geschichte. Jahrelang war es schon farbig. Erst war es blau, dann lila, und seit gut einem Jahr ist es grün. Doch die knallige Farbe widerspricht dem Bebauungsplan. Dieser sieht für die vier Häuser, die direkt am Nöscherplatz stehen, als Fassadenfarbe Grau- und Weißtöne vor. Der Stadtrat entschied im Oktober 2015, dass Anton Oswald, der Besitzer des Jeanshouses, umstreichen muss. Und das tut er jetzt. „Langweilig soll’s ja nicht sein“, sagt Oswald. Er halte sich an den Bebauungsplan.

Immer wieder bleiben Passanten stehen und bestaunen das Muster . Auch Stadtrat Josef Neumeier hält an. Ihm gefällt gut, was er sieht. „Aber man muss abwarten wie es aussieht, wenn alles fertig ist.“

Im Rathaus ist man über die neue Optik nicht amüsiert. „Ein Bebauungsplan kann nicht jeden Unfug ausschließen“, sagt Bauamtsleiter Markus Brunnhuber. „Es war aber fast zu erwarten, dass so etwas passiert.“ (ed)

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