Gut gelaunt: Organisator Michael Schrodi (vorne M.) kann mit dem Verlauf des Kinoabends zufrieden sein
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Gut gelaunt: Organisator Michael Schrodi (vorne M.) kann mit dem Verlauf des Kinoabends zufrieden sein

Olching

Kommt gut an: Kino am Gut Graßlfing

  • Andreas Schwarzbauer
    VonAndreas Schwarzbauer
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Die SPD hat zum Open-Air-Kino ins Gut Graßlfing eingeladen. Bei den Besuchern kommt das gut an –vor allem wegen des schönen Ambientes.

VON ANDREAS SCHWARZBAUER

Olching – Eine große Leinwand hängt im Hof des Guts Graßlfing. Davor haben sich zahlreiche Besucher an den Tischen und Bierbänken gruppiert. Es seien rund 200 Gäste gekommen, vermutet Guido Amendt von der Olchinger Braumanufaktur. Gastgeber ist aber an diesem Abend der SPD-Bundestagabgeordnete Michael Schrodi, der zum Open-Air-Kino eingeladen hat. „Ich freue mich darauf, Wirtshauskultur und Filmfreunde im Gut Graßlfing zu vereinen“, sagt er im Vorfeld.

Das Wetter spielt mit. Es ist ein lauer Sommerabend. Zwar ziehen einige Wolken hinter dem Stadel vorbei, aber: „Das sind keine Regenwolken“, ist sich Ingrid Müller sicher. Sie ist bereits am Vortag vorbeigeradelt, um sich den Veranstaltungsort anzuschauen. „Mir hat das Ambiente gut gefallen und es ist schön, dass man endlich wieder etwas unternehmen kann“, sagt sie. Dass aus rechtlichen Gründen vorher nicht verkündet wurde, welcher Film läuft, stört Müller nicht. „Er wird bestimmt ganz nett, aber eigentlich ist es egal. Hauptsache man kommt wieder raus unter Leute. Ich will den Abend heute einfach nur genießen.“

Das sehen auch Andreas und Claudia Jonscher so. „Nicht zu wissen, welcher Film gezeigt wird, hat auch etwas“, sagt Claudia Jonscher. Ihr Mann ergänzt: „Es gibt Dinge, die macht man wegen der Geselligkeit.“ Denn die beiden sind aber eigentlich hier, um zu ratschen und ein Bier zu trinken. „Wir wollen die Gastronomie hier unterstützen. Jahrelang haben wir immer gesagt, dass in Olching ein richtiger Biergarten fehlt und jetzt gibt es endlich etwas, wo man hingehen kann“, sagt Andreas Jonscher. Sie freuen sich, dass das Gut wiederbelebt wurde. „Hier kommt richtiges Sommerfeeling auf.“

Das kollektive Gefühl

Auch für Alex Kindermann und Alexander Romberger steht nicht der Film im Vordergrund. „Das kollektive Gefühl hier auf dem Hof ist einfach geil“, sagt Kindermann. Romberger ist ebenfalls begeistert: „Ich bin zu ersten Mal hier und kannte das Gut vorher nur vom Hörensagen. Das Open-Air-Kino hat sich ganz gut angeboten, um es mal zu sehen. Das Ambiente ist wirklich toll.“

Yvette Riedel und Claudia Götzinger sind zufällig an diesem Abend ins Gut Graßlfing gekommen. „Wir wollten bloß etwas essen und trinken, aber die Idee mit dem Open-Air-Kino ist toll“, sagt Riedel. Dass der Film eine Überraschung ist, ist für die beiden kein Problem: „Wenn er einem nicht gefällt, kann man einfach aufstehen und gehen. Man hat schließlich keinen Eintritt bezahlen müssen“, sagt Riedel.

Sie bezweifelt, dass die Vorstellung auch so gut besucht wäre, wenn der Besuch etwas kosten würde. Götzinger widerspricht ihr: „Im Kino gab es doch auch die Überraschungspremieren.“ Sie freut sich über die Veranstaltung. „Auch wenn man Abstand halten muss, ist man endlich wieder unter Menschen und nicht mehr allein.“

Das gefällt Jessica Böhm und Oliver Hirschi genauso. „Schön, dass man wieder ein bisschen unbeschwerter rausgehen kann“, sagt Böhm. Die beiden sind Stammgäste im Gut Graßlfing und wollen dort den Freitagabend mit dem Open-Air-Kino ausklingen lassen. Dass ein Überraschungsstreifen läuft, hat sie nicht abgeschreckt. „Man hat das auch im Kino, dass einem ein Film mal nicht gefällt, aber wir sind sowieso breit aufgestellt“, sagt Hirschi.

Stefan Schlögl sieht das ähnlich: „Es kommt so viel Schrott im Fernsehen. Da würde ich jetzt heute auch einen schlechten Film ertragen. Aber ich glaube nicht, dass sich die SPD blamieren will.“ Falls doch, hat er eine pragmatische Lösung: „Ich habe nicht weit bis nach Hause.“ Nach zwei kurzen Wahlkampffilmen startet um 20.40 Uhr der Überraschungsfilm: der britische Film „Pride“, der von einer Schwulen- und Lesbengruppe handel, die für die Familien streikender Bergarbeiter Geld sammelt. Er scheint gut anzukommen, zumindest bleibt ein Massenaufbruch der Besucher aus.

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