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In Olching

Kurioser Küchendiebstahl ist aufgeklärt

Der Küchendiebstahl von Olching ist aufgeklärt. Genauer gesagt war es eher ein Betrug – eingefädelt von einem Mitarbeiter des Küchenstudios. 

Olching - Dieser hatte den Einbruch im Nachhinein nur vorgetäuscht, um eine falsche Spur zu legen. Begonnen hat alles im Sommer 2016. Ein 52-Jähriger Olchinger brauchte eine Küche für seine neue Wohnung. Ein Bekannter (49) arbeitete bei einem Küchenstudio am Ilzweg und machte ihm ein verlockendes Angebot: Er könne bei seinem Arbeitgeber eine schöne Küche besorgen – mit Mitarbeiterrabatt, verstehe sich. 13 000 Euro sollten Möbel und Geräte kosten. Der 52-Jährige ergriff die vermeintlich günstige Gelegenheit. Von seinem Bekannten bekam er sogar eine Rechnung des Küchengeschäfts. Er zahlte den geforderten Betrag. 

Abholen sollte er die Möbel, wenn sie eingebaut werden konnte. Am vergangenen Freitag war es soweit. Die Küche sollte im Laden abgebaut und zum Käufer transportiert werden. Er und der angebliche Verkäufer hatten noch ein paar Freunde zusammengetrommelt, die ihnen helfen sollten. Nach Ladenschluss sperrte der 49-Jährige Mitarbeiter das Studio mit seinen Schlüsseln auf. Dass die Aktion am Feierabend über die Bühne gehen sollte, hatte er damit begründet, dass er den Geschäftsbetrieb nicht stören wollte. Fleißig wurden Kisten gepackt und geschleppt. Niemand schöpfte Verdacht, auch nicht die Besucher des benachbarten Tanzstudios. 

Warum auch? Sie sahen sechs Männer durch die offene Ladentür Küchenteile in einen Transporter mit der Aufschrift des Geschäfts schichten. Vier Fuhren waren nötig, um alles in die Wohnung des Käufers zu schaffen. Danach sperrte der 49-Jährige das Küchenstudio ordnungsgemäß ab. Doch er kam wieder. Nachts, als das Tanzstudio längst geschlossen hatte. Jetzt lag die Gegend, in der hauptsächlich Firmen ansässig sind, völlig verlassen da. Ohne Zeugen fürchten zu müssen, hebelte der Angestellte ein Fenster auf und verschwand. Zuerst schien es auch so, als würde sein Plan aufgehen. Als man am Montagmorgen die Bescherung bemerkte, glaubte man im Küchenstudio an einen Einbruch. Man vermutete, dass jemand das Ausstellungsstück, das auch auf der Homepage des Studios im Internet abgeboten wurde auf Bestellung hatte stehlen lassen. Die Geschäftsführung wunderte sich, wie fachmännisch alles ausgebaut worden war. Zeugenaufrufe wurden gestartet, unter anderem auf Facebook. Über einen solchen stolperte auch einer der Bekannten von Betrüger und Käufer, der beim Transport geholfen hatte. 

Wie die Polizei mitteilt, erkannte der Olchinger das Studio wieder und die Küche, die zum Aufbauen bereit in der neuen Wohnung seines Spezls stand. Er informierte diesen, und als der 52-Jährige den ersten Schock überwunden hatte, ging er sofort zur Polizei, um die Sache aufzuklären. Das Geld, das er dem Mann, den er für seinen Freund hielt, im Sommer gegeben hat, ist längst weg. Außerdem muss der 52-Jährige die Küche jetzt ein zweites Mal bezahlen, wenn er sie behalten will – diesmal wirklich dem Küchenstudio. Die Verhandlungen laufen noch. Die Transporthelfer, die unfreiwillig einem Dieb und Betrüger zugearbeitet haben, werden wohl keinen Ärger mit dem Gesetz bekommen. Sie hatten nur Freunden unter die Arme greifen wollen und kaum einen Chance zu erkennen, dass die Sache nicht mit rechten Dingen zuging. 

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