Kampfhund darf nicht mehr in Olching leben

Kurioser Rechtsstreit um bissige Bulldogge

Immer wieder gab es in Olching Beschwerden über eine amerikanische Bulldogge und deren menschlichen Begleiter. Die Stadt hat einen Maulkorbzwang verhängt, der aber nicht befolgt wurde – und der auch gar nicht hätte erlassen werden dürfen.

Olching – Das Tier hat so manchen Hundebesitzern in Olching und deren Vierbeinern Probleme bereitet. Er soll die Gassi-Duos immer wieder angefallen und auch gebissen haben. Im Rathaus gingen mehrere Beschwerden ein.

Die Stadt wurde aktiv. Sie erließ einen Leinen- und Maulkorbzwang. Daran hat sich der Besitzer des Hundes allerdings offenbar nicht gehalten. Der Hund wurde ohne Beißkorb gesehen. Daraufhin fuhr die Stadt schwere Geschütze auf. Sie erließ eine Haltungsuntersagung, eine Sicherstellung und Beschlagnahme des Tieres.

Der Mann, der mit dem Hund gesehen worden war, wehrte sich und klagte beim Verwaltungsgericht gegen den Bescheid. Und dies zu Recht, wie sich in der Verhandlung im November herausstellte.

Das Gericht bewertete den erteilten Bescheid als rechtswidrig. Die Stadt hob diesen daraufhin wieder auf. Beim Erlass des Bescheides war nämlich ein wichtiges Detail übersehen worden: Der Olchinger, der immer wieder mit dem teils aggressiven Tier gesehen worden war und dem die Stadt die Bescheide hatte zukommen lassen, ist gar nicht der Halter des Hundes. Besitzerin des Tieres ist vielmehr die in Österreich lebende Mutter des Olchingers, wie sich im Prozess am Verwaltungsgericht herausstellte.

Im Laufe der mündlichen Verhandlung einigten sich Stadt und Halterin darauf, dass die Österreicherin das Tier in Zukunft lediglich zu Urlaubsaufenthalten mit nach Deutschland beziehungsweise nach Olching nimmt. Sie habe sogar versprochen, in absehbarer Zeit nicht mit dem Hund nach Olching zu kommen, erklärt die Sprecherin des Rathauses, Julia Henderichs.

Sollte sie aber in die Amperstadt kommen, auch nur zu Besuch, sei dem Hund grundsätzlich ein Beißkorb zu verpassen. Innerhalb von Wohngebieten muss er zudem angeleint werden, sagt Henderichs. Verstößt die Halterin dagegen, kann ein Zwangsgeld verhängt werden. Bei mehrmaligen Verstößen und bei drohender Gefahr kann das Tier beschlagnahmt werden.

Sollte die Österreicherin aber ihren Wohnsitz nach Olching verlegen, müsse sie einen Wesenstest für den Hund vorlegen, so Henderichs. Denn bei dem Tier handle es sich um einen Kampfhund der Kategorie zwei.  sus

Niklas Winter ist im Herbst mit einem Wingsuit vom Watzmann gesprungen. Doch nun droht ihm dafür ein Bußgeld. Denn er hat gegen ein Verbot verstoßen.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: Panthermedia

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