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Daumen hoch, das harte Training hat sich gelohnt: Renate Milberg mit drei ihrer Mitstreiter beim Lauf 10 in Wolnzach (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm). Nie hätte sich die Olchinger träumen lassen, dass sie einmal zehn Kilometer joggen könnte. Doch nach zehn Wochen Training im Rahmen der Laufveranstaltung der Abendschau des Bayerischen Fernsehens sagt sie: „Jeder kann das schaffen.“ Rund 4000 Läufer gingen an den Start.

Ein mühevoller Weg

Der Lauf ihres Lebens

Einige Kilometer joggen? Nie hätte sich Renate Milberg träumen lassen, dass sie das schaffen könnte. Trotzdem bewarb sich die Olchingerin, die sich selbst als Couch-Potato bezeichnete, bei „Lauf 10“, einer Aktion des Bayerischen Fernsehens. Das Ziel: nach zehn Wochen Training zehn Kilometer laufen.

OlchingDie Bewerbung schrieb die 53-Jährige nebenbei beim Fernsehen. Schon vorher hatte ihr ihre Schwester von Lauf 10 erzählt („Ich wusste gar nicht, wovon sie redet.“), und nun lief auch noch ein Beitrag über die Aktion in der Abendschau. Renate Milbergs 20-jährige Tochter saß dabei und motivierte die Mama, es doch einfach mal zu versuchen.

Die Olchingerin schickte zwei nette Fotos und eine humorvolle Nachricht an den BR, schrieb von ihrem Dasein als Couch Potato, von ihrem jüngeren Ehemann und davon, dass sie nun endlich etwas tun müsse, um besser in Form zu kommen und vielleicht auch das ein oder andere Kilo abzunehmen. Tage später war die Zusage da, und bald darauf fand sich Renate Milberg in einer Gruppe von vier Protagonisten wieder, die das Fernsehen zehn Wochen lang beim Training begleitete.

Sechsmal pro Woche hat Renate Milbergs für die Aktion „Lauf 10“ trainiert

Los ging es ganz human mit Walken. „Nach zwei Wochen schafft man vier, fünf Kilometer, ohne dass man an Herzversagen stirbt“, erzählt Renate Milberg und lacht. Dann kamen – zunächst kurze – Lauf-Einheiten hinzu. Mit der Zeit steigerte sich die Trainingsintensität – es wurde immer länger gelaufen und immer weniger gewalkt. Ein Sportmediziner überwachte das alles, Star-Koch Christian Henze lieferte die passenden Ernährungstipps. „Wir wurden wirklich gut betreut“, sagt die Verwaltungsangestellte.

Trotzdem, die erste Zeit war hart für sie. „Ich bin ja nicht die Magerste und auch nicht die Jüngste.“ In der Vierergruppe sei sie die Schwächste gewesen – „die einzige echte Anfängerin“. Trainiert wurde sechsmal in der Woche, der Plan hängt noch heute an Renate Milbergs Kühlschrank.

Oft genug musste sie ihren inneren Schweinehund niederringen. Aber sie hielt durch und irgendwann kam der Tag, an dem sie zum ersten Mal sechs Kilometer lief und kein einziges Mal stehenbleiben musste. „Das war ein erhebendes Gefühl“, erinnert sich die zweifache Mutter. „Wenn man im Trainingsmodus drin ist, ist es toll.“

Renate Milberg hat die Zehn-Kilometer-Strecke in eineinhalb Stunden bewältigt

Ganz zu schweigen vom Abschlusslauf in Wolnzach, einem Mega-Event mit fast 4000 Mit-Läufern, jeder Menge Zuschauer und Fernsehkameras überall. Zur Strecke gehört auch ein Berg mit zehn Prozent Steigung, der bei Nicht-Einheimischen gefürchtet ist. „Die wenigsten schaffen es, den tatsächlich hochzurennen.“

Renate Milberg bewältigte die Zehn-Kilometer-Strecke in eineinhalb Stunden. Darüber freut sie sich noch immer königlich und rät allen anderen Couch-Potatoes, es einfach mal zu versuchen mit dem Laufen. „Jeder kann es schaffen.“

Gesundheitlich hat sie auf jeden Fall profitiert. Der Stoffwechsel wurde angekurbelt, die Pulswerte sind um 20 Schläge besser, Bauch und Hüften um mehrere Zentimeter geschrumpft. Die Waage zeigt sechs Kilo weniger an. Dabei hat Renate Milberg keine strenge Diät gehalten. Das Gewicht schmolz ganz natürlich dahin, denn ohne große Mühe verzichtete sie auf Zucker und zu große Portionen. „Das Laufen bringt es mit sich, dass man bewusster mit sich umgeht.“

Inzwischen hat Renate Milberg den Sport fest in ihr Leben eingebaut. Zwei-, dreimal in der Woche läuft sie im heimatlichen Olching an der Amper entlang, genießt ihre neue Fitness und ist sich sicher: „Ich bleibe auf alle Fälle dabei.“

von Ulrike Osman

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