Dieses Schild sorgte für Ärger. 

Spaziergänger sollen gewarnt werden

Lebensgefahr durch fliegende Bälle: Golfclub entschärft Schilder

Die Schilder am Olchinger Golfplatz stoßen der SPD-Fraktion im Stadtrat sauer auf. Der Tonfall sei zu scharf, Spaziergänger führe das völlig in die Irre. Der Golfclub hat aber seine Gründe.

Olching – Rote Lettern, die am Golfplatz an der Feursstraße vor einer Gefahr für „Leib und Leben“ warnen, das war der Olchinger SPD-Fraktionsvorsitzenden Marina Freudenstein einfach zu viel. „Das vermittelt zunächst ganz eindeutig ein Betretungsverbot“, mahnte sie in einer Sitzung des Gremiums.

Dies wiederum würde nicht den Vereinbarungen zwischen Stadt und Golfclub entsprechen. Hier sei klar geregelt, dass der Weg entlang des Geländes jederzeit frei zugänglich für Spaziergänger bleiben soll. Doch: „Erst wer weiter liest, erkennt die Zutrittsmöglichkeit auf markierten Wegen“, so Freudenstein. Das neue Verbotsschild würde Passanten in die Irre führen. Die Tonlage habe sich im Vergleich zu älteren Schildern deutlich verschärft. Früher hätten die Warnschilder eher empfehlenden Charakter gehabt, der Spaziergänger zur Vorsicht mahnte. Gleichzeitig wurden die Golfspieler auf der Anlage angehalten, ihrerseits auf die Spaziergänger zu achten. Freudenstein verlangte in einem Antrag von der Stadt, dass geklärt werde, ob sich der Golfclub noch uneingeschränkt an die gemeinsamen Abmachungen halte.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) erwiderte, dass er den Golfclub für kooperativ halte. Zudem sei das Betreten des Golfplatzes „aus Haftungsgründen eventuell nicht sinnvoll“. Auch Magg wies auf die Verletzungsgefahr durch Golfbälle hin.

Die Anmerkung des Olchinger Bürgermeisters kommt nicht von irgendwo her: 2010 wurde ein Elfjähriger von einem Golfball getroffen, als er vorbei radelte (wir berichteten). Weil er eine recht stabile Jacke anhatte, blieb es bei einem Bluterguss am Oberarm. Der Vater ging trotzdem zur Polizei, weil er um die Gesundheit der Schulkinder fürchtete, die den Weg häufig nutzen. Vor dem Unfall hatte es bereits eine lange währende Debatte um die Sicherheit an der Driving Range gegeben. Der Olchinger Golfclub kämpfte lange darum, den Zaun an dem Gelände auf zwölf Meter erhöhen zu dürfen – der Gemeinderat lehnte dies zunächst ab. Dann wurde ein Kompromiss ausgehandelt.

Golfclub will weiter auf Sicherheit der Spaziergänger hinweisen - aber sanfter

Bürgermeister Magg sagte in der jüngsten Sitzung zu, dass die Stadtverwaltung mit dem Golfclub Kontakt aufnehme. Das ist offenbar bis jetzt noch nicht passiert: Die Verantwortlichen für die Driving Range erfuhren von der Kritik erst, als unsere Redaktion eine Anfrage stellte.

Die Reaktion erfolgte schnell: „Wir werden das Lebensgefahr-Schild entschärfen“, heißt es. Der Golfclub überprüfe gerade sowieso seine Außenanlagen und werde dies dann gleich miterledigen. Allerdings: Die Sicherheitshinweise müsse es trotzdem weiterhin geben. Spaziergänger und Leute mit Hunden müssten gewarnt werden, da viele die Gefahr durch umherfliegende Golfbälle auf freiem Feld einfach unterschätzen würden. Immerhin würden diese nicht nur mit fünf Stundenkilometern durch die Luft fliegen und könnten zu schweren Verletzungen führen. Passanten würden nicht nach rechts oder links schauen, sondern den Golfplatz einfach queren.

hk/gar

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