Franz Keilwar lustig und sehr beliebt.

Nachruf

Die Löwen verlieren einen ihrer treuesten Anhänger

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 Die Löwen waren seine Fußballmannschaft, der Daxerhof war seine Wirtschaft. Hier traf sich Franz Keil regelmäßig mit seinen Freunden, die – wie er – Anhänger des TSV 1860 München waren. Ihrem Stammtisch gaben sie den Namen „Biervereinigung Daxerhof“.

Olching – In den besten Zeiten kamen sogar manchmal die Fußballspieler vorbei. Franz Keils Tochter Isolde Heininger erinnert sich, wie eines Tages der damalige Torjäger Rudi Brunnenmeier, selbst Olchinger, zu einer Aufstiegsfeier der Stammtischbrüder dazustieß. „Ich habe damals sogar mit ihm getanzt.“

Franz Keil und seine Freunde fuhren oft zu den Heimspielen ins Münchner 60er-Stadion und flogen einmal sogar mit nach England, um die Löwen anzufeuern.

Neben dem Fußball liebte Franz Keil den Fasching. Er war Gründungsmitglied des Faschingszugkomitees und engagierte sich lange aktiv bei der Organisation des jährlichen Gaudiwurms. Ein lustiger Mensch sei ihr Vater gewesen, erzählt Isolde Heininger. „Lustig und sehr beliebt. Er war ein Original.“

Dabei hatte Franz Keil keinen einfachen Start ins Leben. Als viertes von sechs Geschwistern kam er 1930 in Olching zur Welt und verlor schon sehr früh seine Mutter. Sie starb bei der Geburt des jüngsten Kindes, der Vater musste die Halbwaisen alleine großziehen.

Franz Keil machte nach der Schule eine Maurerlehre und blieb dem Beruf treu, bis er 1985 aus gesundheitlichen Gründen in Frührente ging. Fortan beschäftigte er sich nicht mehr mit Steinen und Ziegeln, sondern mit Holz. In der heimischen Doppelgarage brachte er sich selber das Schreinern bei und konnte schon bald schwierige Arbeiten so gut ausführen, das entsprechende Aufträge nicht lange auf sich warten ließen. Der leidenschaftliche Handwerker fertigte alles von Vogelhäusern bis hin zu Carports. Für sein eigenes Haus baute er eine Bar sowie sämtliche Küchen- und Badmöbel.

Ein zweites Handwerk, das ihn faszinierte, war das Körbeflechten. Das hatte Franz Keil als Kind von seinem Vater gelernt. Auch Besen konnte er selber binden.

Der glückliche Ruhestand des Olchingers endete mit dem Tod seiner Frau Katharina im Sommer 2016. Wenige Monate zuvor hatten die beiden noch ihre Diamantene Hochzeit gefeiert – 60 Jahre waren sie gemeinsam durchs Leben gegangen. Sie hatten ihre beiden Kinder Franz und Isolde großgezogen, sich ein eigenes Haus gebaut und es genossen, Großeltern von drei Enkelkindern zu sein.

Nach dem Verlust seiner Katharina baute Franz Keil körperlich und geistig zusehends ab. Bei einem Sturz brach er sich den Oberschenkel und war fortan auf den Rollstuhl angewiesen. Lange pflegte ihn seine Tochter daheim, seine letzten Monate verbrachte Franz Keil im Laurentius-Heim. Er wurde 88 Jahre alt.  

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