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Der Nöscherplatz verwandelte sich in einen großen Biergarten. 

Neue Doppelveranstaltung in Olching 

Mehr Kunst, weniger Kommerz

Die erstmals gemeinsam mit dem Tag des Kunden veranstaltete lange Nacht der Kunst lockte am Samstag tausende Menschen in die Olchinger Hauptstraße. Die Besucher genossen die Atmosphäre – und hätten sich etwas mehr bildende Kunst gewünscht.

OlchingDas bunte Treiben zog sich vom Nöscherplatz bis zur Einmündung der Wolfstraße. Neben den geöffneten Ständen fanden sich zahlreiche Sitzmöglichkeiten sowie Stände, an denen sich die Besucher mit Essen und Trinken versorgen konnten.

Vermissten die Kunst etwas (v.l.): Ulrike Kindl und Martina Lampl.

Live-Musik gab es unter anderem von einer Harfenspielerin, einer Jazzband, einem Gitarristen oder einfach vom Tonband. Für Unterhaltung sorgten außerdem verschiedene Aufführungen auf einer Showbühne. Der TSV Olching gab sich dort ebenso die Ehre wie die BRK Aktivsenioren oder die Faschingsgilde. Besonderes Highlight war die Feuershow gegen Ende der Veranstaltung. Abgerundet wurde das Fest des Gewerbeverbandes und der Werbegemeinschaft Olching-Plus von Ausstellungen verschiedener Künstlern.

Letztere kamen vielen Besuchern aber etwas zu kurz. „Ehrlich gesagt: Ich suche die Kunst und finde sie nicht“, sagte Martina Lampl. Die Bruckerin ist wegen eine Behinderung auf ein besonderes Fahrrad angewiesen, mit dem sie auf der Hauptstraße selbst zum Blickfang wurde. Gemeinsam mit Ulrike Kindl zogen sie durch die Innenstadt.

„Die Atmosphäre ist sehr nett“, sagte Lampl. Dass auch der Kommerz bei der neuen Doppelveranstaltung etwas mehr im Mittelpunkt steht, stört sie dabei gar nicht. „Die Leute sollen schließlich kommen und werden dadurch angelockt.“ Insbesondere für die Kunstliebhaber unter den Besuchern hätte sie sich aber gewünscht, dass die Kunst etwas mehr an einem Ort gebündelt wird und damit leichter ausfindig zu machen ist. In das gleiche Horn stieß auch Marianne Huber: „Die Kunst muss man schon ein bissl suchen.“ Dass die Veranstalter vom Gewerbeverband ihre beiden Feste zu einem großen Megaevent zusammengelegt haben, begrüßt die Olchingerin. Sie sei zwar öfters und gerne auf öffentlichen Festen unterwegs. „Schließlich ist es schön, wenn im Sommer etwas los ist, wo man hingehen kann.“ Um den Flair des Besonderen zu erhalten, findet sie es aber besser, wenn es nicht zu viele Feste gibt.

Einfach mal durch die Hauptstraße schlendern und alles auf sich wirken lassen – das taten Simone und Thomas Wenhart aus Gernlinden. „Wir haben heute einen kinderfreien Abend und wollten etwas unternehmen“, erzählt Thomas Wenhart. Auf die geöffneten Geschäfte könnte seine Frau jedoch verzichten: „Das ist nicht unbedingt nötig.“ Ihr reicht die Atmosphäre drum herum völlig aus: „Die Konzerte der Bands sind cool. Draußen sitzen zu können, die Ausstellungen der Künstler dazwischen – das ist einfach schön.“

von Andreas Daschner

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