Mehr Wohnraum für Geringverdiener

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Olching – Künftig sollen in Olching auch Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen von Baulandausweisungen profitieren. „Sozialgerechte Bodennutzung“ (SoBon) heißen die Zauberworte, die sich die Stadt nun auf die Fahnen geschrieben hat.

Rund 10,20 Euro pro Quadratmeter: Soviel zahlt man durchschnittlich in Olching Miete – und zwar kalt. Denn Wohnraum ist knapp in München und Umgebung. Vor allem Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen haben es zunehmend schwerer, eine für sie erschwingliche Wohnung zu finden.

Deshalb hat der Stadtrat nun einen Grundsatzbeschluss gefasst: Werden Gebiete erstmalig überplant, sollen mindestens 30 Prozent des Wohnraums für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt aber nur, bei Vorhaben, die eine Geschossfläche von mindestens 500 Quadratmetern umfassen. Somit soll eine sozial gerechte Bodennutzung sowie eine soziale Durchmischung gesichert werden.

Doch es gibt einen Haken: Diese Regelung gilt nur für neues Bauland. „Also, wenn eine grüne Wiese zu Bauland wird oder bei der Konversion eines Areals wie beim Mannesmann-Gelände“, erklärt Bauamtsleiter Markus Brunnhuber auf Nachfrage. Damit sei die tatsächliche Anwendung eher gering in Olching. Denn der erst vor gut einem Jahr neu aufgestellte Flächennutzungsplan sieht derzeit keine Neuausweisung von Baugebieten vor, es gibt schlichtweg keinen Platz mehr. Und auch größere Brachflächen, die umgenutzt und wiedereingegliedert werden können, gibt es im Stadtgebiet nicht. „Es ist aber trotzdem gut, dass sich der Stadtrat positioniert hat“, sagt Brunnhuber.

Denn derzeit verhandele die Stadt mit jedem Bauherr, der ein größeres Vorhaben plant neu, wie viele einkommensorientierte-geförderte Wohnungen er bereitstellen muss. „Jetzt können wir sagen: Schau her, wir haben einen Grundsatzbeschluss.“

Allerdings gilt der Beschluss nicht zwingend, wenn die Planungen von der Stadt ausgehen, erklärt Brunnhuber. Es könne ja sein, dass man städtebaulich etwas überplanen müsse, der Investor aber sage, dass er die Bestimmung nicht umsetzten will. „Wir wollten uns nicht von vornherein in unserer Planungshoheit einschränken“, so Brunnhuber.

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