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Idylle am kleinen Olchinger See: Damasl war die Schwanenfamilie komplett.

Am kleinen Olchinger See

Mini-Schwan erschossen: Freispruch

Ein Jäger hat bei Olching einen jungen Schwan getötet. Gnadenschuss oder Vogelmord? Darüber musste das Amtsgericht entscheiden.

Olching – Der Vorfall hat vergangenen Herbst viele Menschen bewegt. Einige können den Schwan vom kleinen Olchinger See bis heute nicht vergessen. Der 20-Jährige aus Gröbenzell, der das Tier erschossen hat, saß nun in Bruck auf der Anklagebank.

Er war am 21. Oktober 2017 mit einem Jagdfreund durch das Revier seines Vaters gestreift. Dabei hatte er die Schwanenfamilie entdeckt. Der junge Wasservogel sei klein, mickrig und verkümmert gewesen, berichtete der Gröbenzeller der Jugendrichterin. Seinen Eltern habe er beim Schwimmen nicht folgen können, habe sich immer im Kreis bewegt.

Der 20-Jährige beriet sich mit seinem Begleiter. Sie beschlossen, das Tier von seinem Leiden zu erlösen. Der Gröbenzeller habe den kleinen Schwan erschossen. Den Kadaver brachte man zu einem Tierarzt, den man kannte. Der stellte fest, dass das Tier kleiner war, als es sein sollte. Allerdings war das Datum, an dem es geschlüpft war, nicht bekannt. Zudem habe der Vogel ein Geschwür mittleren Ausmaßes am Fußballen gehabt.

Eine Sachverständige des Jagdverbandes begrüßte das Verhalten des Angeklagten und seines Begleiters. Jägern sei vorgegeben, wie sie sich angesichts eines kranken Tieres zu verhalten hätten. „Tierschutz muss auch mal dazu führen, dass man ein Tier erschießt“, sagte der Verteidiger des 20-Jährigen – selbst Jäger.

Für die Staatsanwältin stand letztlich fest: „Das Verhalten war nicht strafbar“. Auch die Richterin meinte, es sei vernünftig gewesen, den kleinen Schwan zu erschießen und vor weiterem Leid zu bewahren. Der Gröbenzeller wurde freigesprochen. Hätte er den Vogel übrigens wenige Tage später erschossen, wäre dies ohnehin folgenlos geblieben. Am 1. November endet nämlich die Schonzeit für Höckerschwäne.

Die Schwanenunterstützer im Zuschauerraum waren damit nicht einverstanden.  Mit Gleichgesinnten hatte einer von ihnen den Schwan Ende Juni 2016 nach einer langen Odyssee vom Lerchenauer zum Münchner Olympiasee samt seiner Eltern im kleinen Olchinger See eingesetzt. Der junge Vogel sei putzmunter gewesen, niemandem sei ein Hinken aufgefallen. Für den Schwanenschützer war das Tierchen einfach kleinwüchsig. Immer wieder machte er seinem Unmut im Prozess hörbar Luft. Als der Verteidiger mit Fotos beweisen wollte, dass der Schwan sehr klein war, hielt er es nicht mehr auf seinem Sitz. Er wollte mit eigenen Bildern zeigen, dass das Tier putzmunter war. Doch dazu kam es nicht. Der Tierschützer wurde des Saales verwiesen. Er muss 200 Euro Ordnungsgeld zahlen.  sus

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