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Mücke

Geld für Gift

Mit Moneten gegen Mücken

 Glatte 1000 Euro als Mittel gegen eine mögliche Mückenplage – das hat der Stadtentwicklungsausschuss für die Bereitstellung in den Verwaltungshaushalt empfohlen. 

Olching–Allerdings war die Bereitschaft, den insbesondere in den Amperauen vorkommenden kleinen Plagegeistern Herr zu werden, nicht ungeteilt. Sie brachte sogar eine kurzzeitige grün-schwarze Koalition hervor, die sich gegen eine Mittelbereitstellung für die Schädlingsbekämpfung aussprach.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Tomas Bauer beklagte immer wieder das Vogelsterben. Ähnlich äußerte sich Grünensprecherin Ingrid Jaschke. Diese wollte die 1000 Euro einsparen. „Wir sollten die Mückenbekämpfung einstellen, damit die Vögel ausreichend zu ihrer Nahrung kommen“, sagte Jaschke und rief damit bei Bürgermeister Andreas Maggs (SPD) leichtes Kopfschütteln hervor. „Es wird für die Vögel noch immer genügend Nahrung geben“, antwortete das Olchinger Stadtoberhaupt.

Es gibt schon aktiveSchädlingsbekämpfer

Bestätigt wurde Maggs Aussage durch einen Hinwies seitens der Verwaltung, es habe im laufenden Jahr gerade mal einen Einsatz im Bereich der Schädlingsbekämpfung gegeben. Für Maggs Stellvertreterin Maria Hartl (CSU) war dies wiederum Anlass genug, tief in die Zitatenkiste zu greifen: „Wir sollten aus der Mücke keinen Elefanten machen“, betonte die Zweite Bürgermeisterin. Man müsse die Schädlingsmittel ja nur für den Fall zum Einsatz bringen, wenn die Plage zu groß würde. Josef Neumaier (CSU) wies darauf hin, dass bei zu vielen Mücken die Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung in den Amperauen leide.

In diesem Gebiet ist auch die Olchinger Interessengemeinschaft „Schnakenbekämpfung“ tätig. Deren Vereinsmitglieder beobachten die Entwicklung entlang der Wanderwege sehr genau. Sie zählen unter anderem die Larven in den Tümpeln. Erreichen diese eine bestimmte Anzahl, etwa nach vielen warmen und feuchten Tagen, wird ein Gift in die Gewässer gespült. Der Stoff BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) stammt von einem Bakterium, das die Mücken abtötet, bevor sie schlüpfen.

In Gröbenzell verzichtete heuer Bürgermeister Martin Schäfer auf den Einsatz von Mittel für die Schädlingsbekämpfung. Leute würden auch dort gestochen werden, wo gespritzt werde, hieß es in der Begründung. Jaschkes Parteikollegin Monika Baumann hatte als Gröbenzeller Umweltreferentin ebenfalls vor der „chemischen Keule“ gewarnt. Mit Vögeln und Fledermäusen bekommen man die Plage immer noch am besten in den Griff. Hans Kürzl

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