+
Auf geht’s zu den zehn Kilometern: Werner Hummel, Harald und Hildegard Kiesow sowie Alexander Ullenberger (v.l.) brauchen kein Smartphone, um sich auf ihrem Wanderweg orientieren zu können.

Wandertag der Motorsport-Freunde

Mit Schirm, Charme und Wanderkarte

Wer wandert, muss gut zu Fuß sein, braucht aber auch eine Grundausstattung in Gürteltasche oder Rucksack. Die ist recht individuell, wie sich beim Wandertag derOlchinger Motorsport-Freunde zeigte.

Bei Lothar Kunz ist der Regenschirm immer dabei, notfalls auch zum Schutz gegen die Sonne.

Olching – Den Regenschirm zieht Lothar Kunz als erstes aus dem Rucksack. Nicht nur deshalb, weil der Himmel über Olching am Samstag so aussieht, als würde er eine Schleuse öffnen wollen. „Der Schirm ist immer mit dabei“, betont der Wanderwart der Motorsport-Freunde (MSF) Olching. Bei ein paar Tropfen oder Wind würden Wetterjacke und Kappe zwar ausreichen. „Aber der Schirm ist für alle Fälle, wenn es mit Regen so richtig losgehen sollte.“ Der erfahrene Wanderer weiß: „Zur Not hilft er auch gegen Sonne.“

Gisela John bevorzugt da eine Flasche Wasser. Zwar sind auf den fünf, zehn und 20 Kilometern, die der MSF bei seinem Wandertag anbietet, Posten verteilt. Die kontrollierten nicht nur die zurückgelegte Strecke, dort gibt es auch Getränke. Für das langjährige MSF-Mitglied ist es aber wichtig, unabhängig zu sein. „Ich muss immer wieder einen Schluck zwischendurch nehmen.“ Ansonsten hat John in ihrem Rucksack das griffbereit, was auch bei vielen anderen der insgesamt 1000 Teilnehmer, die zu den beiden Wandertagen gekommen sind, zum Standard gehört: Stempel- und Teilnehmerkarte, Geldbeutel und ein paar Pflaster für den Notfall. Eher ungewöhnlich ist die Luftpumpe: „Ich stelle mein Fahrrad oft am S-Bahnhof ab. Wenn mal die Luft aus dem Reifen ist, kann ich mir schnell helfen.“

Mit 50 Jahren gehören Mitglieder der Motorsportfreunde zum Nachwuchs

Für Gisela John gehört die Flasche Wasser auf jeden Fall in den Rucksack.

Während bei John auch ein Mobiltelefon in den Rucksack gehört, können Werner Hummel, Harald und Hildegard Kiesow sowie Alexander Ullenberger auf ein Smartphone verzichten. „Wir können uns auch so gut orientieren“, sagen sie. Zumal sie mit kleinem Gepäck unterwegs sind. „Die Teilnehmerkarte passt in die Gürteltasche“, so Hildegard Kiesow.

Hans Nauer, Abzeichenwart des Deutscher Volkssportverbands, erklärt, die Teilnehmerkarte sei wichtig, um die zurückgelegten Wege nachweisen zu können. Er stellt fest, dass das Interesse am Wandern groß sei, aber in den Vereinen nachlasse.

Sepp Randelshofer, Abteilungsleiter Wandern bei den MSF, bestätigt das: „Es hat mal zehn Vereine im Landkreis gegeben. Jetzt bestehen nur noch wir und einer in Haspelmoor.“ Der Altersschnitt sei eher hoch. „Wer mit 50 zu uns kommt, gehört zum Nachwuchs“, sagt er und lacht. Doch die Freude wollen sich er und Ehrenvorstand Fred Bodensteiner nicht nehmen lassen. Im nächsten Jahr tragen die MSF ihren 50. Wandertag im Sommer und ihren 20. im Winter aus. Das könnte wieder einen neuen Schub geben, hoffen die beiden.

von Hans Kürzl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Hier ist alles schnell erreichbar“
 Niemand kennt die Brucker Straßen so gut wie die Menschen, die in ihnen wohnen. Sie erleben sie bei Tag und Nacht. Sie wissen, wo die schönsten Ecken und gemütlichsten …
„Hier ist alles schnell erreichbar“
Ehepaar gerätvöllig aus der Bahn
Ein völlig aus der Bahn geratenes Ehepaar beschäftigt Gerichte, Polizei und den gesetzlichen Betreuer. Die Situation droht zu eskalieren. Bei den Nachbarn liegen die …
Ehepaar gerätvöllig aus der Bahn
Piratengeschichten aus dem Schulheft
Stift und Heft sind seine Werkzeuge: Der passionierte Hobby-Schriftsteller Thomas Monkowski aus Türkenfeld schreibt seit seiner Kindheit Geschichten und Romane – auf …
Piratengeschichten aus dem Schulheft
Was die Grießnockerl-Affäre mit einem Sack Popcorn zu tun hat
Popcorn, Softdrink und... Grießnockerlsuppe? Mit ungewöhnlicher Verpflegung ausgestattet strömten die Filmfans in den Kinosaal um den aktuellen Eberhofer-Krimis …
Was die Grießnockerl-Affäre mit einem Sack Popcorn zu tun hat

Kommentare