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Olching

Nach den Ferien in eine ganz neue Schule

  • VonHans Kürzl
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Der erste Schultag – für viele Mädchen und Buben heute ein großes Ereignis. In diesem Schuljahr auch für die ganze Schule Graßlfing. Zwei Jahre nach dem Spatenstich wurde der Neubau jetzt offiziell eingeweiht.

Olching – Es riecht alles noch ganz neu. Handwerker kontrollieren ein letztes Mal Kabel, Umzugskartons sind noch zu sehen und in manchem Klassenzimmer wird noch der Staub zusammengekehrt. Kleine Spuren der Arbeiten sind noch vorhanden, aber: „Es ist eine richtig gute neue Schule geworden“, sagt Olchings Bürgermeister Andreas Magg bei der offiziellen Einweihung unter strenger Einhaltung der 3-G-Regel.

Rektorin Cathrin Theis ist ebenso begeistert. „Es ist ein toller Moment, auch für mich.“ Sie freut sich, dass die Stadt der Schulfamilie ein ganz großes Ding in die Schultüte gepackt hat, also im übertragenen Sinn. „So ein großes Projekt – dass das fraktionsübergreifend geklappt hat, ist nicht selbstverständlich“, lobt sie den Stadtrat.

Genauso wenig vergisst Theis aber den Anteil der Schulfamilie. „Das Kollegium, die Eltern und vor allem die Kinder hatten viel Geduld.“ Es galt so einige Herausforderungen zu meistern.

Hier saß noch niemand: Ein neues Klassenzimmer in der Grundschule Graßlfing. 

Containerklassen und immer wieder neue Wegeführungen wegen der Baustelle – davon waren unter anderem die letzten beiden Schuljahre in Graßlfing geprägt. Dazu wurde noch die Straßenführung verschwenkt, um den Vorplatz der Schule größer und sicherer zu gestalten. Insgesamt sei man dann auf Kosten von 20 Millionen Euro gekommen.

„Trotzdem eine gute Entscheidung“, wie Bürgermeister Magg betonte. Gleichermaßen gelte das für das Projekt an sich, das Neubau und Sanierung der „alten“ Schule enthielt. „Wir haben es hinbekommen, dass es keine zwei Standards gibt. Der sanierte Teil ist absolut gleichwertig zum Neubau“, betonte Magg ausdrücklich. Es gebe keine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen den beiden Gebäudeteilen.

In baulichen Details sind Unterschiede allerdings schon erkennbar. Im Neubau sind die Cluster der einzelnen Jahrgangsstufen auf einer Ebene gestaltet. Cluster, das ist ein Raumkonzept, in dem die Klassenzimmer um eine Art Zentrum – den sogenannten Marktplatz – angelegt sind. So muss zum Beispiel Unterrichtsmaterial nicht für alle Klassen vorgehalten werden, sondern kann zentral gelagert und je nach Bedarf genutzt werden.

Im alten Teil geht das über zwei Stockwerke. „Das ist den baulichen Gegebenheiten geschuldet“, erklärt Architekt Walter Gruber. Man habe die Substanz soweit als möglich erhalten und nutzen wollen. Auch beim Farbkonzept, etwa in den Treppenhäusern, entstand ein Bezug zur Schule. „Wir haben uns am Logo der Schule angelehnt“, erklärt Gruber. So dominieren fröhliche und helle Farben in dem Bau, der bis auf einen Raum barrierefrei ist.

Angelegt ist das Projekt so, dass insgesamt 450 Kinder Schulalltag erleben und etwa zwei Drittel davon die Ganztagesbetreuung in Anspruch nehmen können. In die Planung einbezogen ist bereits der Bedarf, wenn der ab dem Jahr 2025 vom Bund geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder greifen soll.

„Dann ist die Stadt kaum mehr gefordert“, so Karin Doberer von der „Lern-Landschaft“ die an der Konzeptentwicklung für den Ganztagesbereich maßgeblich beteiligt war. Um diesen voll in das Schulleben einfügen zu können, seien auch viele Gespräche mit den Lehrkräften nötig gewesen, so Doberer. Betreuung und Schule seien keine getrennt voneinander zu betrachtenden Bausteine. „Wir haben ein gemeinsames pädagogischen Konzept.“

Ein Konzept zum Wohlfühlen. Oder wie es Bürgermeister und Rektorin ausdrückten: „Alles ist für eine gute Zukunft unserer Kinder.“

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