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Erlebnisbücherei mit XXL-Öffnungszeiten: Das erwartet die Besucher

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Um die 6000 Bücher gibt es in der Erlebnisbücherei: Die neuen Räume sind seit Donnerstag offiziell eröffnet. Die Sitzgruppen laden zum Verweilen ein. © Weber

Das gab es in ganz Bayern noch nie: Die Stadt Olching hat mit der örtlichen Bäckerei Rackl eine ehemalige Sparkassenfiliale zu einer Bücherei umgestaltet.

Neu-Esting – Es sei eine ziemliche Schocknachricht gewesen, als die Sparkasse damals mitteilte, ihre Filiale in Neu-Esting aufzugeben. Das berichtete Bürgermeister Andreas Magg (SPD) bei der Eröffnungsfeier in der Dachauer Straße 3. „Das ist kein gutes Zeichen für einen Stadtteil.“ Man wollte unbedingt verhindern, dass nach dem Wegzug der Bank die Räume leer stehen oder ein Geschäft einzieht, das der Attraktivität nicht dienlich sei. Das Quartier sollte nicht abdriften. Und nicht nur das Schwaigfeld und Olching selbst sollten schöne Flecken bieten. Es musste etwas her, das man als Publikumsmagneten bezeichnen kann.

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Eröffneten die Bücherei: (v.l.) Matthias Wagner, Bürgermeister Andreas Magg und Xaver Rackl. © Weber

Die Bücherei war zuvor in der Schule

Hinzu kam, dass die Grundschule Esting dringend Kapazitäten für die Mittagsbetreuung brauchte und die öffentliche Bücherei in der Schule laut Stadt sowieso nicht mehr ideal war. Die Idee: eine etwas andere Bücherei einzurichten und zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zusammen mit der Bäckerei Rackl und der Sparkasse wurde ein Konzept erarbeitet, das in dieser Form einzigartig in Bayern ist. Die Stadt hat in einem Teil der Räumlichkeiten eine Bücherei gebaut. Kosten insgesamt: um die 400 000 Euro. Etwa 6000 Bücher, von Ratgebern bis Romanen, stehen den Leseratten ab sofort zur Verfügung ebenso wie Filme beziehungsweise neue Medien.

Die Ausstattung ist modern und lässt Liebe zum Detail erkennen. Als Deko hängen alte Bücher an Metallstäben von den Decken. Gemütliche Ohrensessel und Sitzgruppen laden zum Schmökern ein. „Es ist wirklich schön geworden“, hört man bei der Eröffnungsfeier immer wieder.

Die Bücherei ist 77 Stunden in der Woche geöffnet

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Kreativ und nachhaltig: Alte Bücher dienen als dekorative Objekte. Das Licht macht es gemütlich. © Weber

Der Clou der Bücherei: ultralange Öffnungszeiten mit 77 Stunden pro Woche. Werktags von 6.30 bis 19 Uhr, Samstag von 7 bis 15 Uhr sowie Sonntag von 7.30 bis 14 Uhr. Es gibt ein Selbstbuchungssystem, eine Rückgabe ist außerdem 24 Stunden pro Tag möglich über eine Art Klappe. „Nur für Bücher, nicht für Pfandflaschen“, scherzte Magg. Getränke und kleine Snacks gibt es nämlich im vorderen Bereich der ehemaligen Sparkassenfiliale, von der nur noch die Bankautomaten übrig sind. Hier duftet es nach Kaffee. Die alteingesessene Olchinger Bäckerei Rackl hat komplett auf eigene Kosten ein kleines Café eingerichtet. Für Firmenchef Xaver Rackl war es eine sehr entspannte Filialeröffnung, sagte er. „Normalerweise werkeln wir vor einer Eröffnung noch bis zum letzten Tag tief in die Nacht hinein.“ Diesmal war alles eine Woche vorher fertig. „Man sollte öfter mit einer Kommune zusammenarbeiten.“

Drei Jahre vergingen, bis die Idee Wirklichkeit wurde

Ganz so schnell ging es allerdings doch nicht. Von der Idee bis zur Eröffnung sind drei Jahre vergangenen, es waren einige Hindernisse zu überwinden. Der Olchinger Büchereileiter Matthias Wagner hat sich das Projekt auch zur eigenen Herzensangelegenheit gemacht. Ihm geht es nicht nur ums Lesen allein. Die Bücherei bietet auch einen Treffpunkt. „Flächen, wo man sich beschnuppern kann“, nannte er es bei seiner Dankesrede. Auch das sei hier an dem Standort sehr wichtig. Ein Erlebnis eben.

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