So könnte es aussehen: Wesentliche Änderung zum früheren Entwurf ist, das Verschwinden der Bahnhofstraße und die damit verbundene Öffnung zu den Gebäuden in der Wolfstraße. Zudem wurde der Busbahnhof und das Parkdeck auf das Gelände der ehemaligen Bahnmeisterei verlegt. Es ist über eine Landschaftsbrücke über die Hauptstraße zu erreichen.

Neugestaltung des Bahnhofsumfeld

Neue Ideen für Olchings Zentrum

Olching - Es ist ein großes Vorhaben: Die Neugestaltung der Paulusgrube inklusive des Bahnhofsumfeldes beschäftigt den Olchinger Stadtrat schon seit längerem. Nun gibt es neue Ideen – und erstmals auch ein Modell des künftigen Zentrums.

Vor gut drei Jahren wurde ein Rahmenplan für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes beschlossen. Darin wurde grundsätzlich festgelegt, dass in dem Gebiet Geschäfte und Wohnhäuser entstehen sollen. Denn es soll belebt werden. Der Plan sah im Wesentlichen vor, dass nördlich der Bahnhofstraße ein größeres Gebäude mit Einkaufsmöglichkeiten gebaut werden soll, südlich der Straße, in der Paulusgrube, sollte es Platz für Wohnhäuser geben.

Doch im Laufe der weiteren Planungen stellte sich heraus, dass es ein Problem gibt. „Entlang der Gleise führen wichtige Versorgungsleitungen der Bahn“, erklärte Bürgermeister Andreas Magg (SPD) im Stadtentwicklungsausschuss. Dazu müsse man einen Mindestabstand einhalten. Und deshalb musste man umdenken.

Die neue Planung enthält im Grunde drei wesentliche Änderungen: Wegen des geforderten Abstands zu den Leitungen der Bahn wurde der Gebäudekomplex ein ganzes Stück Richtung Süden versetzt. Der Busbahnhof und ein Parkdeck sollen nun auf dem Gelände der ehemaligen Bahnmeisterei entstehen. Eine Landschaftsbrücke für Fußgänger über der Hauptstraße soll das Areal mit der Bahnhofsgegend verbinden. Diese könnte über Busbahnhof und Parkdeck bis zum Mühlbach weiterführen, sodass der Bach in die Stadt integriert wird. Zudem soll sie bepflanzt werden, wie ein kleiner Park. Man kann aber weiterhin den Bahnhof erreichen, indem man die Hauptstraße quert.

Ein großer Unterschied zum früheren Entwurf ist, dass die Bahnhofstraße verschwindet, sprich in einer Art Platzfläche aufgeht. Dadurch erfahren das Kolpingheim, die evangelische Kirche und der Kindergarten eine Öffnung zu dem neuen Viertel. Sie bekommen plötzlich eine Vorderseite. Aktuell stehen diese Gebäude mit der Rückseite zur Paulusgrube, sind also nur von der Wolfstraße aus zugänglich. „Diese Lösung hat Charme“, sagte Magg. „Die Durchlässigkeit zum Gesamtort ist mehr gegeben als vorher.“ In die neue Platzfläche könnten Ruhezonen integriert werden. Radler, Fußgänger und auch Autofahrer können aber dort fahren.

Ein großes Gebäude mit Einkaufsmöglichkeiten ist weiterhin neben den Gleisen geplant. In den oberen Stockwerken könnten öffentliche Einrichtungen wie ein Pflegeheim oder Wohnungen unterkommen. Wohngebäude sind direkt daneben in Richtung Jahnstraße gebaut.

Insgesamt gefielen die neuen Ideen den Ausschussmitgliedern. „Die Öffnung hat einen gewissen Charme“, sagte FW-Fraktionsvorsitzender Ewald Zachmann. Allerdings hatte er Bedenken, dass ein neues Subzentrum entstehen könnte, das keinerlei Verbindung zur Hauptstraße hat. „Damit wäre ein wesentliches Ziel des Rahmenplanes, nämlich die Anbindung an die Hauptstraße nicht erreicht.“ Josef Neumeier (CSU) wies darauf hin, dass die Platzfläche auch Schwerlastverkehr aushalten können muss wegen des dort ansässigen Holzhandels.

„Die Lösung ist realistisch“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer. Bei der Landschaftsbrücke müsse man darauf achten, dass die Mehrzahl der Leute, die drüber gehen, keine Landschaftserlebnisse, sondern schnell und eventuell auch trocken zum Bahnhof wollten. Bernhard Nickel (FW) regte an, dass eine flüssige Verbindung von der kleinen Unterführung zur Hauptstraße weiterhin gegeben sein müsse.

Nach langer Diskussion billigte der Ausschuss einstimmig die neuen Pläne. Die Anregungen sollen eingearbeitet werden. Als nächster Schritt muss dann ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Und eine Unsicherheit gibt es auch immer noch. Das jetzige Bahnhofsgebäude gehört der Bahn. „Die Gespräche laufen aber“, so Bauamtsleiter Markus Brunnhuber auf Nachfrage. Allerdings funktioniere die Planung auch, wenn es zu keiner Einigung käme. Es ist also noch ein langer Weg zum neuen Bahnhofsumfeld.

von Eva Dobler

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