Das Rathaus in Olching. (Archivfoto)
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Das Rathaus in Olching. Die Stadt hat eine Satzung erlassen, wie Dachgauben und -terrassen zu gestalten sind. (Archivfoto)

Aus dem Stadtrat

Neue Satzung in Olching: Klare Regeln für Dachterrassen und Gauben

  • Kathrin Böhmer
    VonKathrin Böhmer
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Die Stadt Olching will nach einer Gesetzesänderung eigene Bauvorschriften erlassen: Per Satzung soll außerhalb von geltenden Bebauungsplänen geregelt werden, wie Dachgauben und -terrassen zu gestalten sind. Wildwuchs soll so verhindert und nebenbei das Klima geschützt werden.

Olching – Bauamtsleiter Markus Brunnhuber brachte es in der Stadtratssitzung so auf den Punkt: „Dachgauben dürfen nicht so breit sein wie das Hauptgebäude.“ Prinzipiell sei das über örtliche Bauvorschriften und die Bayerische Bauordnung geregelt. Allerdings wurde letztere angepasst, um leichter zusätzlichen Wohnraum zu ermöglichen. Sprich: Wenn Dachgeschosse zu Wohnzwecken umgebaut werden, sind sie genehmigungsfrei, wenn sie den allgemeinen Regeln entsprechen. Sie müssen sich also zum Beispiel in das Ortsbild einfügen. In Olching gibt es allerdings keine einheitliche Dachlandschaft, wie das Bauamt erklärt.

Es bestehe die Gefahr, dass ein „gestalterisch unbefriedigender Zustand“ beziehungsweise Wildwuchs entstehe. Lediglich die Abstandsflächen müssten noch verpflichtend gewahrt werden. Durch eine Satzung sollen klar definierte Regeln aufgestellt werden, die auch den Bauherren als Grundlage dienen.

Darin ist etwa festgelegt, dass Dachaufbauten erst ab einer Neigung von 35 Grad zulässig sind. Zudem dürfen sie nicht mehr als ein Drittel des jeweiligen Gebäudes von Außenwand zu Außenwand einnehmen (maximal jeweils 2,50 Meter), der Abstand zur Außenwand an der Giebelseite muss mindestens 1,50 Meter betragen. In der Ansichtsfläche dürfen vier Quadratmeter nicht überschritten werden, die Höhe beträgt maximal 2,50 Meter.

Das Bauamt orientiert sich dabei an den Maßen der bisherigen Regelung in der Bauordnung zu abstandsflächenirrelevanten, untergeordneten Bauteilen eines Hauses. Auch für Dachterrassen sind nun klare Grenzen gesteckt. Die Gauben dürfen sich zudem nur in einer Ebene befinden, was dem harmonischen Erscheinungsbild dienen soll.

Und grüner soll es werden. Laut Satzung müssen Dächer mit einer Fläche von über zehn Quadratmetern und einer Neigung von weniger als fünf Grad dauerhaft begrünt werden. Diese Regelungen für Flachdächer gibt es bereits in Bebauungsplänen, die im Übrigen von der Satzung unberührt bleiben.

Deren Anteil, auch der Flachdachgaragen, wächst laut Bauamt. Die Begrünung diene der Ortsbildpflege, der Regulierung des Mikroklimas und des Wasserrückhalts bei Starkregen.

Stefan Eibl, FWO-Stadtrat

Der Stadtrat hat der Satzung einstimmig (28:0) zugestimmt. CSU-Stadtrat Tomas Bauer hatte im Stadtentwicklungsausschuss unter anderem angeregt, aufzunehmen, dass man von der Pflicht zur Begrünung befreit wird, wenn man eine Photovoltaikanlage installiert.

Das führte im Stadtrat zu einer Nachfrage von Stefan Eibl (Freie Wähler Olching, FWO). Es habe sich gezeigt, dass sich Photovoltaikanlagen und Begrünung nicht beißen, es sei sogar gut, beides parallel zu haben. „Man sollte als Hinweis reinschreiben, dass beides möglich ist.“ Grünen-Fraktionssprecherin und Dritte Bürgermeisterin Ingrid Jaschke war ganz seiner Meinung und stellte einen entsprechenden Antrag. „Warum es nicht so formulieren, dass herausgestellt wird, dass beides gewünscht ist?“ Der Vorstoß war allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

Ingrid Jaschke, Dritte Bürgermeisterin Olching (Grüne)

Der CSU-Fraktionssprecher Bauer erklärte: „Wir wollen dem Bürger nicht so viel vorschreiben.“ Er soll die Wahlmöglichkeit haben. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) erläuterte: „Die Photovoltaik- anlage soll ein Anreiz sein.“ Eben eine Alternative zur Begrünung.

Eine kritische Stimme kam aus den Reihen der FWO. Ewald Zachmann konnte den Mehrwert der Verordnung nicht ganz nachvollziehen. Er hätte außerdem gerne gewusst, wie viele Gauben es tatsächlich in Olching gibt, die den bestehenden allgemeinen Regeln widersprechen. Er erkundigte sich zudem, nach dem städtebaulichen Ziel der Regelung.

Bauamtsleiter Markus Brunnhuber verwies unter anderem darauf, dass Gauben zwar untergeordnete Bauteile seien, diese hätten aber eine deutliche gestalterische Wirksamkeit auf das Ortsbild. Das gelte es zu regeln.

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