Der neue Schulleiter des Gymnasiums: René Horak war vor seinem Wechsel an einer Schule in München-Moosach beschäftigt. foto: weber

Innovation

Neuer Direktor am Gymnasium Olching

Olching – René Horak ist der Neue am Olchinger Gymnasium. Der Schulleiter hat in seiner Laufbahn schon viel gesehen. Und er will einige Neuerungen in die Stadt bringen.

An der Wand hinter seinem Schreibtisch hängen Bilder der Schülersprecher. Im Terminkalender jagt eine Besprechung die nächste, und vor seiner Tür bilden sich in der großen Pause lange Schlangen. René Horak, neuer Schulleiter am Gymnasium Olching, hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Über Unterschiede zu seiner vorigen Wirkungsstätte, dem Gymnasium in München-Moosach, will der 57-Jährige – dunkler Anzug, blaue Krawatte, Vollbart, ungebändigter Blondschopf – kein Wort verlieren. Und schon gar nicht irgendwelche Klischees über Groß- und Kleinstädte bedienen. „Schüler sind Schüler, und Lehrkräfte sind Lehrkräfte“, sagt er schlicht.

In Olching sei er auf eine höchst lebendige Schulgemeinschaft gestoßen, die ihn „sehr angenehm, sehr freundlich“ aufgenommen habe. Das Gymnasium an der Georgenstraße sei ihm auch schon vorher bestens vertraut gewesen. Man kenne sich untereinander im Schulbezirk Oberbayern-West. Außerdem sticht Olching als zweimaliger Preisträger des Deutschen Lehrerpreises heraus, der unter anderem für die so genannte Wochenplanarbeit an ein Lehrerteam vergeben wurde. Bei dieser offenen Unterrichtsform erledigen die Schüler Arbeitsaufträge selbstständig und fächerübergreifend. Zwar werden sie von Lehrern unterstützt, müssen aber lernen, sich zu organisieren und eigenverantwortlich zu arbeiten.

Mit derartigen Konzepten rennt man bei René Horak offene Türen ein. „Reformpädagogik hat mich schon als Student interessiert.“ Studiert hat der gebürtige Franke in Würzburg. Seit seinem Referendariat in Ingolstadt arbeitet der Deutsch- und Sportlehrer im Raum München – unter anderem lange als Sportreferent am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, wo er schulartübergreifend für die Lehpläne in Sport zuständig war.

Von hier hat er vor allem zwei Dinge mitgenommen: eine Aufgeschlossenheit gegenüber allen Schularten, mit denen er auch als Gymnasialdirektor gerne zusammenarbeiten werde. Und die Fähigkeit, Innovationen an Schulen zu bringen und mit Leben zu füllen. Er hat gelernt, Überzeugungsarbeit zu leisten und dem Totschlag-Argument „Das haben wir schon immer so gemacht“ den Mehrwert des Neuen gegenüberzustellen – eine Fähigkeit, die dem Vater von zwei eigenen und zwei Stiefsöhnen auf seinen späteren Direktoratsposten zugute kam, wie er erzählt.

In Olching ist die Bereitschaft zu innovativen Unterrichtsformen ohnehin hoch, wie die preisgekrönte Wochenplanarbeit zeigt. Horak möchte darauf hinwirken, dass bei den anstehenden Sanierungsarbeiten die Architektur an die neuen Anforderungen angepasst wird.

Statt der herkömmlichen Aufteilung in „Klassenräume und Fluchtwege“ solle die Gesamtfläche für den Unterricht nutzbar gemacht werden. Wichtig ist dem Direktor eine freundliche Lernatmosphäre mit viel Glas und natürlichem Licht. Im Landratsamt scheine man diesen Ansätzen offen gegenüberzustehen, demnächst finden die ersten Gespräche statt.

Selbst unterrichten kann der Schulleiter angesichts der Aufgabenfülle nicht, will aber vertreteungsweise ab und zu einspringen, um die Kollegen zu entlasten. Für den direkten Draht zu Schülern und Eltern hat der begeisterte Winter- und Segelsportler außerdem eine offene Sprechstunde am Montag Nachmittag eingerichtet. „Von 13 bis 14 Uhr kann jeder zu mir kommen, meine Tür ist offen.“ (os)

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