Neuer Versuch nach dem Scheitern im Jahr 2000

Neues Bürgerbegehren gegen Olchings Südwest-Umfahrung

Die Gegner der Olchinger Südwestumfahrung bereiten ein Bürgerbegehren vor. Die Unterschriftensammlung soll bereits nächste Woche starten. Allerdings gibt es Sorgen, dass sich der Misserfolg von vor fast 20 Jahren wiederholt.

Olching – Der Widerstand gegen den Bau der Südwestumfahrung ist neu entflammt. Die Gegner bereiten ein Bürgerbegehren vor – wie bereits vor knapp 20 Jahren. Die Unterschriftensammlung soll in der nächsten Woche starten, sagt Gert Schlenker von der Bürgerinitiative Ortsumgehung Olching (BIOO). Er betonte aber, dass das Bürgerbegehren nicht die BIOO oder eine Partei initiieren will, sondern überparteilich organisiert werden soll.

Die Rodung im Bereich der Römerstraße im Herbst vergangenen Jahres hat dem Widerstand neuen Schwung gegeben, ist sich Schlenker sicher. Seine Initiative und die Grünen, darunter Landtagsabgeordneter Martin Runge, hatten zu einem Informationsabend eingeladen. Der Saal des Sportlerheims an der Toni-März-Straße war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Manfred Fratton, Exstadtrat der Grünen, hatte die Idee mit dem Bürgerbegehren bei der Versammlung aufgebracht. Voraussetzung sind laut Fratton rund 2000 Unterschriften, dann sei das Quorum erfüllt. „Das ist zu schaffen“, war er überzeugt. Ingrid Jaschke, Stadtratsmitglied der Grünen, sagte: „Wir haben nichts zu verlieren.“ Ein Neubürger brachte das Argument, dass in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Menschen nach Olching gezogen seien, die noch überzeugt werden könnten.

Fee Huber von den Freien Wählern sah dies kritischer. Denn von den nahezu 30 000 Einwohnern Olchings seien nur wenige von den Auswirkungen der Straße betroffen. Im Jahr 2000 hatten die Olchinger schon einmal in einem Bürger- und in einem Ratsbegehren über den Bau der Straße abgestimmt. Beide waren am notwendigen Quorum gescheitert, konnten also nicht die notwendigen 20 Prozent der Wahlberechtigten erreichen.

Runge fügte eine weitere Möglichkeit an, gegen den Bau der Straße vorzugehen. Mit der vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes am Starzelbach vor zwei Jahren gebe es einen neuen Sachverhalt, erläuterte er. Laut Runge sei nun eine zusätzliche wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Die Straße soll auf einem Wall gebaut werden. Ein Staatssekretär aus dem Ministerium Ilse Aigners für Wohnen, Bau und Verkehr habe bereits die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass es zu einem ergänzenden Planfeststellungsverfahren kommen könnte.

Wie Eugenie Scherb, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, erklärte, habe es bezüglich der Hochwassergefahr noch kein Gerichtsverfahren gegeben. Sie ergänzte zudem, welche Gefahr vom Starzelbach ausgehen kann. Denn der Bach sei künstlich verschwenkt worden, um ein Baugebiet in Olching zu ermöglichen. Bei Hochwasser aber kehre der Bach in sein altes Bett zurück.

Gegner: Rennstrecke und Lärmteppich

Gert Schlenker von der Bürgerinitiative Ortumgehung Olching und der Grüne Martin Runge schilderten die Nachteile der Südwestumfahrung für die Bewohner. Laut Prognose sollen täglich 9900 Autos unterwegs sein. Auf einer Straße, die auf einem teils bis zu mehr als zwei Meter hohen Damm geplant ist. Diese erhalte zudem die Charakteristik einer freien Strecke, was hohe Geschwindigkeit zur Folge habe. Runge sprach von einer „Rennstrecke“, die einen „Lärmteppich“ auslöse. Er sagt: „Dieses Verkehrsprojekt bringt mehr Schaden als Nutzen.“ Selbst im Planfeststellungsbeschluss von 2011 habe es geheißen: „Es wird nicht verkannt, dass es in der Stadt Olching nur zu leichten Verkehrsabnahmen kommen wird.“ Dass es diese gibt, verhehlte Runge nicht. Die Südwestumfahrung bringt eine Entlastung von rund 5 000 Fahrzeugen am Tag in der Fürstenfeldbrucker Straße, und rund 800 in der südlichen Roggensteiner Straße. (sus)

Auch interessant: Erinnerungen an die Nacht im Jahr 2000, als in Olching Südwest-Entscheide ausgezählt wurden.

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