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Vorbereitung für die Stichwahl: Wahlhelfer im Olchinger Rathaus sortieren Briefwahlunterlagen – das war noch vor den extremen Corona-Einschränkungen.

Stichwahl Olching

So gehen die Kandidaten in Runde zwei

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Die beiden Bewerber um den Olchinger Rathaus-Chefsessel stehen vor der Stichwahl am Sonntag dem Tagblatt noch einmal Rede und Antwort. 

Olching – Countdown für die Stichwahl in Olching: Die Briefwahlunterlagen müssten nun alle verschickt sein. Die Wähler können sich noch bis zum Wahltag überlegen, wer ihr Favorit ist. Die Umschläge mit den Stimmzetteln müssen bis Sonntag, 29. März, 18 Uhr, im Rathaus eingegangen sein. Als mögliche Entscheidungshilfe in durch Corona eingeschränkten Wahlkampfzeiten stehen die Kandidaten Maximilian

Gigl (27 Jahre alt, Elektroingenieur, CSU) und Andreas Magg (41 Jahre alt, amtierender SPD-Bürgermeister) dem Tagblatt noch einmal Rede und Antwort.

Warum sollen die Olchinger Sie zum Bürgermeister wählen?

Gigl:Die letzten zwölf Jahre haben gezeigt, dass der amtierende Bürgermeister zwar Projekte voranbringen kann, ihn aber das tägliche Geschäft und alle Probleme fernab der Großprojekte nicht interessieren. Wir brauchen nicht immer nur Neubauprojekte. Wir müssen uns unbedingt um den Erhalt und die Sanierung unserer städtischen Infrastruktur und unserer Liegenschaften kümmern. Das ist nicht immer leicht und wird nicht immer von einem Spatenstich flankiert, aber es ist trotzdem dringend geboten. Und ich möchte mich dafür persönlich einsetzen.

Maximilian Gigl, CSU-Kandidat

Magg: Weil nur derjenige das Vertrauen der Bürger erhalten sollte, der erst gut zuhört, was die Menschen bewegt, sagt, was er machen will, und dann macht, was er gesagt hat. Ich habe das in den letzten zwölf Jahren bewiesen, bin immer im engem Dialog mit den Bürgern, habe Wort gehalten und mich mit meiner Erfahrung, meinen Kompetenzen als Stadtgeograf und viel persönlichem Einsatz für meine Heimatstadt eingebracht. Das will ich gerne weiterhin mit den vielen engagierten Mitbürgern tun, denen unser Olching so am Herz liegt wie mir.

Andreas Magg, SPD-Kandidat und amtierender Bürgermeister

Hat der erste Wahlgang Erkenntnisse gebracht?

Gigl: Nun ich glaube, der erste Wahlgang hat gezeigt, dass sich mehr als die Hälfte der Bürger eine Veränderung wünscht und ein ,Weiter so’ nicht für gut heißt. Ich hoffe, dass sich dies in der Stichwahl niederschlagen wird.

Magg:Dass es trotz einem aktuell bayernweit etwas schwierigen Umfeld für einen Kandidaten der SPD möglich ist, beinahe 50 Prozent der Stimmen bei sechs Bewerbern im ersten Wahlgang zu erhalten. Das hat mich in meiner bisherigen Arbeit bestätigt, persönlich sehr gefreut und für die Stichwahl zusätzlich motiviert.

Wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden sollten, was ist für Sie – außer der Bewältigung der Corona-Krise – der erste wichtige Punkt?

Gigl: Selbstverständlich hat die Bewältigung der Corona-Krise oberste Priorität. Hier müssen wir im Rahmen unserer Zuständigkeiten alles tun, um die negativen Auswirkungen auf Olching so gering wie möglich zu halten. Für mich ist daneben aber auch die Sanierung unserer städtischen Wohnungen und insbesondere unserer Straßen wichtig. Solange unsere Straßen in einem so schlechten Zustand sind, solange werden auch nicht mehr Bürger auf das Rad umsteigen.

Magg: Es wird weitestgehend darum gehen, wie wir unsere Bürger, insbesondere Familien, die Unternehmen sowie die geschätzte Gastronomie und Einkaufswelt unterstützen können. Alle Kräfte müssen gebündelt werden für einen Boom an Lebensfreude, Optimismus und wirtschaftlichen Erfolg nach der Krise. Mehr denn je sind eine gute Infrastruktur bei Kitas und Schulen, bezahlbarer Wohnraum, eine klimafreundliche Stadtentwicklung, ein attraktives Stadtbild und geordnete städtische Finanzen wichtig.

Was schätzen Sie jeweils an Ihrem Mitbewerber um den Rathaus-Chefsessel?

Gigl: Ich schätze seine Sachlichkeit in Diskussionen, was leider bei seiner Fraktion nicht immer der Fall war.

Magg: Erfreulicherweise haben er und die CSU-Fraktion alle wesentlichen Vorschläge und Entscheidungen in den letzten sechs Jahren geschlossen mitgetragen. Und er ist – wie ich auch – ehrenamtlicher Feuerwehrmann.

Die Stichwahl in Olching könnte spannend werden: Herausforderer Maximilian Gigl (CSU) holte im ersten Wahlgang 31,1 Prozent, Amtsinhaber Andreas Magg 45,8 Prozent der Stimmen. Da waren es aber sechs Kandidaten – nun wird vor allem entscheidend sein, wie die Wähler stimmen, die vorher für die anderen Kandidaten (Freie Wähler Olching, Grüne, FDP und ÖDP) votiert hatten.

Die Stichwahl findet am Sonntag neben Olching auch in Gröbenzell und Puchheim statt – immer mit CSU-Herausforderern.

Hier finden Sie noch einmal alle Wahlergebnisse aus allen Kommunen im Landkreis. 

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