Rund 170 Gäste, darunter viele Ehrenamtliche, waren der Einladung der Stadtverwaltung Olching zum Neujahrsempfang in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM) gefolgt.
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Rund 170 Gäste, darunter viele Ehrenamtliche, waren der Einladung der Stadtverwaltung Olching zum Neujahrsempfang in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM) gefolgt.

Neujahrsempfang im KOM

Olching als Heimatbasis

  • vonHans Kürzl
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Beim Neujahrsempfang der Stadt Olching stehen traditionell die Ehrenamtlichen im Mittelpunkt. Die Basis aber für Bürger und Ehrenamtlichen sei die Stadt als Heimat, wie SPD-Rathauschef Andreas Magg im KOM betonte. Die Kommune müsse deshalb gute Voraussetzungen schaffen.

Olching – Bürgermeister Andreas Magg bezeichnete es beim Neujahrsempfang im KOM als große Herausforderung, in einer hoch mobilen, flexiblen und komplexen Welt „eine Homebase zu schaffen“. Er benutzte bewusst den englischen Ausdruck, um dann erläuternd zu ergänzen: „Eine Kommune muss lebenswerte und attraktive Heimat sein.“ Die Stadtgemeinschaft als Ganzes könne dies bewerkstelligen, nahm Magg an dieser Stelle die Ehrenamtlichen mit ins Boot. „Sie sorgen mit ihrem Wirken dafür, dass unsere Einwohner sicher, frei, betreut, gebildet, unterstützt, versorgt und abgesichert leben können.“ Er bat eindringlich darum, dieses Engagement fortzusetzen und wandte sich direkt an die eingeladenen Ehrenamtlichen. „Wir werden Sie alle brauchen.“ Denn Gemeinschaft werde nur dann als normal empfunden, wenn man darum kämpfe. „Normalität ist nicht selbstverständlich, sie ist ein Glücksfall“, mahnte Magg die rund 170 Anwesenden im KOM.

Der Stadtrat tue alles, um seinen Teil zu einer stabilen Normalität beizutragen. „Wir haben mutige Entscheidungen getroffen und 170 Millionen Euro allein in den vergangenen zehn Jahren investiert.“ Das sei für die Gemeinschaft und die Zukunft in Olching wichtig gewesen. Die größten Investitionen habe man dabei für die Kleinsten getätigt: Magg verwies auf die Erweiterungen, Sanierungen und Modernisierungen an den Grundschulen. Er zeigte sich begeistert, mit welchem Engagement in den Schulen versucht werde, digitale Kompetenz zu vermitteln.

Die Stadt braucht mehr Fachkräfte in den Kindertagesstätten

Doch auch die Bayerische Staatsregierung müsse mithelfen: „Es kann nicht alleinige Aufgabe der Kommunen sein, IT funktionsfähig, einsatzbereit und sicher zu halten.“ An den ebenfalls anwesenden Mammendorfer CSU-Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch gewandt sagte Magg; „Der Staat ist in der Pflicht. Ich bin mir aber sicher, dass wir zu dem Thema gemeinsam guten Kontakt halten werden.“

Ebenso große Sorge bereitet dem Bürgermeister die Betreuungssituation an den Kindertagesstätten. Derzeit kämpfe man noch mit passablem Erfolg um Fachkräfte. „Aber es muss uns klar sein, dass die Schwerter der Kommunen stumpfer werden“, bezog sich Magg auf das immer mehr auseinanderklaffende Verhältnis von Anspruch, Bedarf und geeignetem Personal. Auch das müsse bewältigt werden, um der Normalität der Stadtgemeinschaft eine Zukunft zu geben, so Magg. Die Stadt werbe für sich zum Beispiel mit einer attraktiven Mitte in Geiselbullach, der Erweiterung des Stadtteilzentrums in Esting sowie mit den Planungen um die Paulusgrube. „Es ist notwendig, attraktive Räume und Orte zu schaffen“, sagte Magg. Olching dürfe nicht austauschbar sein, sondern müsse Heimat bleiben. „Eine Homebase eben“, wie es der Bürgermeister ausdrückte. Magg stand auch vor Kurzem Rede und Antwort bei der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten.

Die S-Bahn-Ansager kommen aus Olching

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Magg betont: „Ohne Verspätung werden Sie heute begrüßt.“ Das hatte den Hintergrund, dass zwei besondere Gäste dabei waren: Regina Wallner und Graham Baxter. Von beiden dürften vor allem die Stimmen bekannt sein: Beide sind seit über zehn Jahren die deutsche beziehungsweise englische Stimme der S-Bahn-Ansagen. Baxter lebt seit 30 Jahren in Olching. „Meine Lieblingsansage ist ganz klar: Next Station Olching“, gestand er dem Publikum im KOM schmunzelnd. Auch er empfinde die Stadt als Homebase.

Next Station Olching: Graham Baxter (l.) und Regina Wallner sind für Bürgermeister Andreas Magg (r.) „die Stimmen der S-Bahn“.

Zum Gelingen des Neujahrsempfang trugen die beiden jungen Künstler Marisol Gruhn und Florian Wagner bei. Auch Zauberer Mark Lemmings unterhielt die Gäste im KOM.

Verdiente Feuerwehrfrauen und alle anderen Geehrten

Fünf Angehörige von Feuerwehren aus dem Stadtgebiet wurden beim Neujahrsempfang geehrt. Feuerwehrreferent Lorenz Widmann würdigte vor allem Angelina Müller und Angelika Zettl, die seit 25 Jahren der Wehr in Geiselbullach angehören. Während Müller sich unter anderem für die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen verdient macht, war Zettl die erste Feuerwehrfrau in der Stadt. 

Marcus Krzyzowaty als Allround-Kraft in Geiselbullach und der handwerklich geschickte Manfred Palzer in Olching leisten seit ebenfalls einem Vierteljahrhundert wertvolle Dienste. Georg Sirtl von der Feuerwehr Graßlfing erhielt die noch seltene Ehrung für 50 Jahre. Kreisbrandrat Hubert Stefan erläuterte, dies hänge mit der Heraufsetzung der Altersgrenze für den aktiven Dienst zusammen. Diese sei nicht allzu lange gültig. 

Speedway-Ass Smolinski wieder unter den Geehrten

Mit Frauke Eilts, Chiana und Ellen Saft sowie Tobias Schwarz wurde ein Quartett des Minigolf-Sportklubs Olching für sportliche Leistungen aus dem Jahr 2019 ausgezeichnet. Dass Martin Smolinski unter den Geehrten ist, gehört sei Jahren zum gewohnten Bild. „Sie sind mit Ihrem Einsatzwillen Vorbild auch für die, die nichts mit Speedway am Hut haben.“ Florian Wagner untermalte mit seinem Akkordeon nicht nur den Neujahrsempfang. Der 13-jährige wurde auch dafür ausgezeichnet, dass er den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewann. „Wir werden noch viel von ihm und über ihn hören“, war sich Kulturreferentin Ruth Busl sicher. 

Marianne Brogl war eine der Geehrten, die sich beim Neujahrsempfang ins „Buch der Stadt“ eintragen durften.

Marianne Brogl vom Veteranen- und Kameradschaftsverein Esting wurde für ihr langjähriges Engagement in der Vorstandschaft mit der Bronzemedaille der Stadt geehrt. In Abwesenheit gewürdigt wurde Lebensretter Andreas Fischer. Er war maßgeblich an der Rettung einer Mutter mit drei Kindern aus einem brennenden Fahrzeug beteiligt.

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