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Badeinseln wie diese wurden am Olchinger See abgeschafft, weil das Haftungsrisiko zu groß ist.

Stadt ist vorsichtig

Umkleidekabinen müssen warten – wegen Badeinsel-Problem

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Erst mussten die Badeinseln weichen, jetzt drohen die geplanten Umkleidekabinen am Olching See ebenfalls der Paragraphen-Flut zum Opfer zu fallen. Die Stadt ist vorsichtig geworden.

Olching – Die Badesaison ist längst in vollem Gange, auch wenn das schöne Wetter sich in den vergangenen Tagen eine kleine Auszeit genommen hat. Höchste Zeit ist es nach Meinung der Grünen-Stadträtin Christina Claus, dass das Vorhaben umgesetzt wird, den Menschen eine weitere Möglichkeit zu bieten, sich am Olchinger See in einem geschützten Bereich umzuziehen. Und das ohne akrobatische Verrenkungen unter einem Handtuch.

Es ist nun bald ein Jahr her, dass die Grünen beantragt hatten, auf der Süd- und Westseite des Olchinger Sees jeweils eine einfache Umkleidekabine für Badegäste zu errichten – ähnlich der für behinderte Menschen am Ostufer. Das sollte auch umgesetzt werden, bisher ist aber noch nichts passiert. Immer wieder fragte Christina Claus nach dem Stand. „Jetzt wäre Sommer“, so die Grünen-Stadträtin. In der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause erhielt sie nun eine konkrete Antwort.

Olchinger See soll nicht zur Badeanstalt werden

„Wir sind da gerade etwas vorsichtig, weil es die Auflagen verschärft, wenn es sich um eine Badeanstalt handelt“, erklärte Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Er erinnerte an die Badeinseln, die die Kommune wie viele andere vor Kurzem abgebaut hat. Nach einem öffentlichkeitswirksamen Gerichtsurteil geht die Sorge um, dass man bei Unfällen haftbar gemacht werden könnte.

Denn: Je mehr Indizien es dafür gibt, dass es sich um eine Badeanstalt handelt, desto eher ist die Kommune dazu verpflichtet, das Gewässer zu beaufsichtigen. Am Olchinger See gibt es aber keinen Bademeister.

Sowohl bei der Badeinsel als auch bei den Umkleidekabinen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen

Dabei ist laut Bürgermeister Andreas Magg nicht entscheidend, ob irgendetwas an sich gefährlich sei. „Die Badeinsel hat in mindestens einem Fall sogar Leben gerettet“, so Magg. Es ginge vielmehr um die juristische Betrachtung. Man wolle da jetzt keine neuen Fakten schaffen, sondern abwarten. Magg klang jedoch recht zuversichtlich, dass auch in Sachen Badeinseln noch nicht das letzte Wort gesprochen sei.

Christina Claus blieb offenbar skeptisch. „Dann müssten wir die aktuelle Umkleide ja auch abbauen“, sagte sie. Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Jaschke erkundigte sich, was der Erholungsflächenverein, der sich um das Areal kümmert, dazu sagt. Darauf gab es allerdings keine Antwort.

In Eichenau entschied man sich bewusst dazu, ihre Badeinsel zu behalten. Außerdem hat man sich in Olching entschlossen, kein zentrales Feuerwerk an Silvester zu veranstalten.

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