Kennt beide Seiten gut: Martina Wieland. 

Nach brutaler Attacke

Hund attackierte Reh: Sie will Frieden für Jäger und Hundebesitzer

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Das Jahr 2019 begann für viele Hundebesitzer mit einer Schock-Nachricht: Ein Jäger hat in den Olchinger Amperauen einen Hund erschossen, nachdem dieser ein Reh brutal attackiert hatte. 

Olching – Der Fall machte Schlagzeilen und rief auch kontroverse Debatten hervor. Eine Hundeschule hat nun eine Expertin eingeladen, die einen Vortrag zum Thema wildernde Hunde im Wald halten wird: Martina Wieland, Jägerin und Hundeobfrau von der Brucker Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands (BJV).

Worum geht es Ihnen bei Ihrem Vortrag?

Ich will eine Brücke schlagen zwischen Jägern und Hundebesitzern. Das ist gar nicht so einfach, man kann beide Seiten auch verstehen. Hundebesitzer wollen, dass ihr Tier überall frei herumlaufen kann. Jäger befürchten, dass ihr Revier durch wildernde Tiere bedroht ist. Sie reagieren manchmal sehr forsch, Hundebesitzer genauso. Das Thema ist natürlich auch äußerst emotional behaftet, da ist Feingefühl gefragt.

Was kann man denn für den lieben Frieden tun?

Ich denke, Aufklärung ist das Wichtigste. Gleich vorweg: Wenn ein Hund wildert, darf ein Jäger das Tier schießen. Hundebesitzer sollen lernen: Wer darf was im Wald? Was passiert, wenn der Hund freiläuft? Viele Laien wissen auch nichts über Brut- und Setzzeiten. Woher sollen sie es auch wissen? Hunde dürfen in den Wald, aber es gibt Regeln. Und die will ich vermitteln.

Was wollen Sie Hundebesitzern ans Herz legen?

Wichtig ist, zu verstehen, dass Hundeerziehung keine Strafe ist, sondern überlebensnotwendig. Allerdings sind viele überfordert damit. Man kann seinen Hund nämlich auch anders auslasten, als ihn quer über die Waldlichtungen hetzen zu lassen. Man muss stets beachten, dass wir hier nicht in Niederbayern sind, sondern im Ballungsraum von München. Hier gibt es viele Straßen und es lauern Gefahren, wenn man sich nicht an bestimmte Verhaltensregeln hält. Auch durch den Verkehr.

Sie haben ein sehr idealistisches Ziel – ist es auch realistisch?

Ich denke, dass man viel erreichen kann mit den richtigen Informationen. Mir ist aber auch bewusst, dass es auf beiden Seiten Unbelehrbare gibt, die auch wohl eher nicht zu dem Vortrag kommen werden.  

Der Vortrag und ein weiterer Info-Abend

findet am Donnerstag, 21. März, ab 18 Uhr in Maier’s Sportsbar in der Toni-März-Straße 25 statt. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Es geht auch um landwirtschaftliche Flächen und Auflagen im Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet. Die Kosten betragen 18 Euro, um eine verbindliche Anmeldung wird gebeten (www.hundeschule-olching.de). Ein weiterer Vortrag zum Thema ohne Reservierung wird am Freitag, 29. März, in Mammendorf im Restaurant zur Sonne, Jahnweg 11, angeboten. Die Vergabe der Sitzplätze erfolgt mit Öffnung des Saals um 17.30 Uhr. Der Vortrag geht von 19.30 bis 21.30 Uhr. Hunde sind hier nicht zugelassen.

Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Erneut schreckt der Fall eines mutmaßlich von einem Hund gerissenen Rehs Landwirte und Jäger auf – diesmal bei Drößling im Landkreis Starnberg. So ereignete sich ein dramatischer Vorfall auf einer Wiese in Starnberg. Zwei frei laufende Hunde rissen dort ein Reh. Am Walchensee sorgten derweil Hirsche für Aufsehen, berichtet Merkur.de*. Dass sich Besitzer von Haustieren in die Haare geraten, ist menschlich. Dass dabei die Fäuste fliegen, ist eher ungewöhnlich – und das Verhalten, das ein rabiater Hundehalter vor Gericht an den Tag legte, erst recht, berichtet Merkur.de*.

Der SC Gröbenzell hat den Halbmarathon abgesagt, der seit über 20 Jahren in der Gemeinde stattfindet. Er fürchtet um die Sicherheit der Läufer und das hat auch eine Ursache, berichtet Merkur.de*. Eine Diskussion um Kunstrasenplätze, die unter Krebsverdacht stehen, gibt es derzeit in Gröbenzell: „Granulat kann gesundheitlich sehr bedenkliche Stoffe enthalten“. (Merkur.de*).

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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