Magg lag vorne, Gigl folgte: Der Wahlkampf in Olching tobte bis zum Schluss. Möglicherweise wird das nicht nur Spuren an den Plakaten hinterlassen.
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Magg lag vorne, Gigl folgte: Der Wahlkampf in Olching tobte bis zum Schluss. Möglicherweise wird das nicht nur Spuren an den Plakaten hinterlassen.

Stichwahl 2020

Bürgermeister startet in dritte Amtszeit

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Die Olchinger haben entschieden: Amtsinhaber Andreas Magg (SPD) hat bei der Stichwahl das Rennen gemacht. Er holte 57,1 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Maximilian Gigl (CSU) unterlag mit 42,9 Prozent. Geschlagen gibt er sich aber nicht – ganz im Gegenteil.

Olching – Von einem Kopf-an-Kopf-Rennen kann man nicht reden, aber Maximilian Gigl (CSU) hat sich durchaus als veritabler Verfolger erwiesen. Am Ende lag trotzdem der amtierende Bürgermeister Andreas Magg (SPD) mit einem Vorsprung von rund 14 Prozent der Stimmen eindeutig vorne. Die Wahlbeteiligung belief sich auf rund 64 Prozent. Das sind fünf Prozent mehr als im ersten Wahlgang vor zwei Wochen. Allerdings unter veränderten Rahmenbedingungen – durch Corona und die reine Briefwahl.

„Ich bin unglaublich glücklich mit dem Ergebnis“, erklärte Magg am Sonntagabend. Die Wähler hätten seine Arbeit in den vergangenen zwölf Jahren positiv bewertet. Vor allem hinsichtlich des bayernweiten negativen Trends bei der SPD steche Olching – auch mit dem guten Ergebnis bei der Stadtratswahl – hervor. „Wir sind ein unglaublich starkes Team.“ Das hat es allerdings auch gebraucht. „Die letzten Monate im Wahlkampf waren schwieriger als gedacht“, erklärt der SPD-Bürgermeister, der in seine dritte Amtszeit geht.

Stichwahl: Kampfansage von Kontrahent Gigl

Herausforderer Maximilian Gigl (CSU) hat sich als starker Gegner herausgestellt. Er selbst sagt, dass er „keine großen Tränen“ weint. „Klar wäre ich noch zufriedener, wenn wir gewonnen hätten.“ Allerdings: „Wir haben das bürgerliche Lager komplett auf unserer Seite, wenn man die Ergebnisse addiert.“ Gigl spielt damit auf die Unterstützung durch diejenigen an, die im ersten Wahlgang für den Kandidaten der Freien Wähler Olching (FWO) gestimmt haben. Die Gruppierungen haben sich vor der Wahl offiziell verbündet.

Das wird sich wohl auch auf die zukünftige Arbeit im Stadtrat auswirken. Gigl gibt sich kampfeslustig: „Die SPD wird es in den kommenden sechs Jahren nicht einfach haben.“

Stichwahl: Magg wird sich weiterhin für Olching stark machen

Bürgermeister Magg sieht das gelassen. „Wenn man die Wahlprogramme der beiden studiert, erkennt man, dass sie nichts gemeinsam haben.“ Er werde auch weiterhin im Sinne von Olching Entscheidungen treffen und für die Stadt das Beste rausholen – und dafür die möglichen Mehrheiten finden.

Eine schlechte Nachricht gibt es allerdings: Die letzte Stadtratssitzung mit der alten Besetzung entfällt aufgrund des Coronavirus. So können langjährige Mitglieder nicht wie sonst üblich in diesem Rahmen verabschiedet werden.

Kommentar: Jetzt wird es erst richtig interessant

Eines muss man den Olchingern lassen: Mit ihnen wird es nie langweilig. In den letzten Wahlkampf-Wochen wurde wie kaum an einem anderem Ort um jeden Meter gerungen. Wie auch immer einzelne Strategien bewertet werden, in jedem Fall wird der politische Diskurs von den (ehrenamtlichen) Lokalpolitikern lebendig gehalten. Und offenbar bringt das die Wähler an die Urne. Dafür spricht etwa die recht hohe Wahlbeteiligung, noch dazu bei einer Stichwahl. In der Stadt tobt die Demokratie. Manchmal wortwörtlich. 

Freilich geschieht das alles aber auch nicht ohne Hintergedanke: Die CSU witterte seit langer Zeit wieder ihre große Chance auf den Chefsessel im Rathaus. Das hat zwar nicht geklappt. Aber mit einem Signal hatten die Christsozialen Erfolg: So wie bisher – in Eintracht mit der SPD – wird es in den kommenden sechs Jahren nicht weitergehen. Aufwind gibt da das beachtliche Ergebnis des Herausforderers Gigl – mit Stimmen, die für einen Veränderungswunsch stehen.

Mehrheitsbildung wird interessant

Es dürfte außerdem spannend werden, wie sich das Bündnis der CSU mit den FWO entwickelt. Die Gruppierungen haben zusammen die Hälfte der Stimmen im Stadtrat. Und man ahnt es: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Für den wiedergewählten SPD-Bürgermeister dürfte die Mehrheitsbildung interessant werden. Erste Eindrücke gab es schon – zum Beispiel bei der von CSU und FWO abgeschmetterten finanziellen Unterstützung einer Lasershow an Silvester. 

Eines muss man noch erwähnen: Die Mehrheit der Bürger hat die Arbeit ihres Rathauschefs gewürdigt – es ist aber auch ein Vertrauensvorschuss. Die Vorwürfe, einen Bauunternehmer durch ein verpachtetes Grundstück begünstigt zu haben, stehen weiter im Raum. Die Prüfung durch die Kommunalaufsicht soll noch erfolgen. Es bleibt also spannend in Olching.

Mehr zu den Stichwahlen finden Sie auf unserem

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