Stricken am Zusammenhalt: Olchings VHS-Vorsitzende Sajons mit VHS-Vertretern aus ganz Europa 2018 im EU-Parlament in Brüssel.

Kooperation mit anderen Ländern

Volkshochschule setzt auf Europa

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Sprachen, Malen, Yoga – die typischen Kurse der Volkshochschule gibt es auch in Olching. Und doch ist die VHS hier etwas Besonderes. Im Rahmen des „Programms für lebenslanges Lernen“ der EU beteiligt sie sich an europäischen Projekten – und schlägt damit Brücken in andere Länder.

Olching – Am 1. November startet eine Kooperation, diesmal mit Partnern in Italien, Spanien, Schweden und Finnland. „Wir sind die Einzigen weit und breit, die so etwas machen“, sagt Hélène Sajons. Darauf ist die seit 21 Jahren amtierende Vorsitzende der VHS ein bisschen stolz.

Dozenten kommen aus ganz Europa

Das neue Projekt trägt den Namen „Culture and Art: Bridges to Solidarity“ (Kultur und Kunst: Brücken zur Solidarität), kurz CABS. Aus den Teilnehmerländern werden vierköpfige Dozenten-Teams nach Olching kommen, um mit Sajons und ihren Kollegen Ideen zu konkretisieren, die dann in den Bildungseinrichtungen vor Ort mit Kursteilnehmern umgesetzt werden.

Ein Beispiel: Große Momente der europäischen Geschichte sollen in Bildern dargestellt werden. „Das können gemalte Bilder sein, Fotos von Bildern in Geschichtsbüchern oder auch private Aufnahmen aus Familien“, erklärt die VHS-Vorsitzende. „Damit wollen wir ein E-Book gestalten.“ Es soll zeigen, welche Ereignisse in den einzelnen Ländern wichtig gewesen sind. Jeder Mitwirkende erweitert automatisch sein historisches Wissen, beziehungsweise wird auf die Lücken aufmerksam. „Ich weiß zum Beispiel nicht viel über die Geschichte von Schweden und Finnland“, sagt Sajons. „Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis.“

Schon seit 2003 nimmt die VHS an europäischen Projekten teil

Ein weiteres Thema soll der Jugendstil sein. „Er war in fast allen Großstädten vertreten und ist in meinen Augen ein Symbol für Europa.“ Die Darstellungsform ist noch offen, aber so viel ist sicher: Es wird eine Form von Patchwork, ebenso wie das historische Bilderbuch.

Bereits seit 2003 nimmt die VHS an europäischen Projekten im Rahmen des Erasmus-Programms teil. Das sind zum einen strategische Partnerschaften, wie jetzt das CABS-Projekt, zum anderen sogenannte Mobilitätsprojekte. Mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission werden in verschiedenen Ländern Fortbildungen für Lehrer aus der Erwachsenenbildung angeboten. „Dort treffen unsere Kursleiter andere Europäer. Es kommt zu einem regen Austausch von Wissen, und neue Kontakte werden geknüpft. Das ist bereichernd für die Kursleiter und mir sehr wichtig.

Die Vhs-Chefin kommt selbst aus Belgien

Die 73-Jährige sieht den Blick über den Tellerrand als essenziell an. Sie selber ist Europäerin par excellence. Sie stammt aus Belgien, hat in England gelebt und dort ihren deutschen Mann kennengelernt. So landete sie in Olching. „Es ist nicht so einfach, im Ausland zu leben. Man muss an sich arbeiten, aber man kann auch sehr viel profitieren“, hat Sajons festgestellt. Wichtig ist ihr der Austausch über Grenzen hinweg. Und das Bewusstsein, dass Konflikte sich vermeiden lassen, wenn man sich um gegenseitiges Verständnis bemüht, anerkennt, dass der eigene Weg nicht der einzig richtige ist, und „akzeptiert, dass andere es anders machen“. Außerdem werde durch die europäischen Projekte der Bekanntheitsgrad Olchings erhöht.

Hélène Sajons, VHS-Leiterin

Den enormen Verwaltungsaufwand, den das Ganze mit sich bringt, nimmt Sajons gerne auf sich. Um die Geschäftsstelle nicht zu belasten, erledigt sie mit ihren drei Vorstandskollegen und engagierten Dozentinnen den gesamten Papierkrieg („so ein Antragsformular hat 50 Seiten“) ehrenamtlich. „Wir sind nicht zu bremsen, wenn es um Europa geht.“

Weitere News von der VHS-Olching: Beim Seniorenchor singen sich ältere Menschen gesund. 

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