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Als Corona-Hilfe für den Einzelhandel war der miese Trick in einer E-Mail getarnt. 

Olching

Betrüger zocken Rentner mit Corona-Trick ab

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die meisten versuchen in der Coronakrise über die Runden zu kommen – und vielleicht noch anderen zu helfen. Doch einige nutzen die Pandemie für Betrügereien. Ein Rentner aus Olching ist nun Internet-Gaunern auf den Leim gegangen. Inzwischen weiß er, wie sie ihn ausgetrickst haben, doch das wird ihm wohl nichts mehr nützen.

Olching – Seit Jahren sammelt Bernhard R. beim Einkaufen Payback-Punkte. Als jetzt eine Email kam, in der ihm zusätzliche Punkte versprochen wurde, freute sich der Olchinger – und klickte auf den Aktivierungs-Link. Doch statt den versprochenen Bonus zu erhalten, wurde sein Punktekonto leergeräumt. Die Email trug den Absendernamen „Ihre Payback-Punkte“ und wirkte absolut echt. „Es hat handwerklich perfekt ausgeschaut“, sagt der 71-Jährige.

In der Email prangte das Payback-Logo, der Inhalt klang seriös. Um den Einzelhandel in der Corona-Krise zu unterstützen, habe man sich dazu entschlossen, allen Kunden unverbindlich bis zu 2500 zusätzliche Punkte zu schenken. „Diese können Sie bequem und einfach online anfordern und dann bei allen teilnehmenden Partnern einlösen“, lockte die Nachricht. „Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Shoppen.“

Ein Mausklick brachte Bernhard R. auf die Payback-Seite – zumindest schien es so. Arglos meldete er sich mit seinen persönlichen Daten an, um die Extrapunkte zu bekommen. Doch wie sich später herausstellte, war die Seite eine Fälschung – und der 71-Jährige Betrügern auf den Leim gegangen. Das bemerkte er am nächsten Tag, als vom echten Payback eine Nachricht kam. Man bedankte sich für das Einlösen seiner Punkte.

Er möchte andere warnen

In einem Supermarkt in Herzogenaurach war damit für insgesamt 80 Euro eingekauft worden. Der Olchinger ging sofort zur Polizei und erstattete Anzeige. Erst dort bemerkte er, dass der Link in der betrügerischen Email einen Schreibfehler enthielt („Jetz aktivieren“). Suspekt war auch die Email-Adresse, von der die Nachricht abgeschickt worden war – 3531-34@online.de. „Das war mir nicht aufgefallen, weil ich die Nachricht ursprünglich auf meinem Smartphone gelesen habe“, so R..

Jetzt ärgert er sich schwarz. Gemeinsam mit seiner Frau hatte der 71-Jährige in den letzten fünf Jahren rund 8000 Payback-Punkte gesammelt. Die beiden überlegten schon, was sie sich davon Schönes kaufen wollten. Nun sind alle Punkte futsch.

Die Polizei hat dem Rentner wenig Hoffnung gemacht, dass die Betrüger ermittelt werden können. Doch er möchte wenigstens andere Payback-Kunden vor der Falle warnen. „Gerade ältere Menschen sollten vorsichtig sein“, rät er. „Ich werde in Zukunft Mails, deren Absender ich nicht kenne, nicht mehr öffnen.“

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