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Corona-Krise: Vogelpark bangt um Existenz

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Da war noch alles normal: Daniela Kuchenbaur im Jahr 2019 im Olchinger Vogelpark.  ArchivFoto: Weber
Da war noch alles normal: Daniela Kuchenbaur im Jahr 2019 im Olchinger Vogelpark. © Weber

Der Vogelliebhaberverein Olching, der den Vogelpark betreibt, ist wegen Corona finanziell am Limit und bittet bei der Stadt um einen Zuschuss von 10 500 Euro.

Olching – „Die Lage ist angespannt. Wir leben momentan von der Hand im Mund“, sagt Vorstandsmitglied Daniela Kuchenbaur. Etwas Unvorhergesehenes wie ein Sturmschaden oder eine Überschwemmung dürfe nicht passieren.

Tausende Euro Verlust durch Schließung

Im Vogelpark gelten zwar keine gravierenden Beschränkungen, da sich alles im Freien abspielt. „Derzeit dürfen 65 Besucher gleichzeitig hinein. Mehr sind es aber auch in normalen Zeiten selten“, sagt Kuchenbaur. Allerdings leidet der Verein noch extrem darunter, dass der Park im April und Anfang Mai geschlossen bleiben musste. Gerade in den Osterferien sei immer besonders viel los. „Wegen der Schließung sind uns heuer Tausende Euro weggebrochen, die wir auch nicht mehr reinholen können“, erklärt Kuchenbaur. Allein an den Osterwochenenden habe der Verein in den vergangenen Jahren je 5500 Euro eingenommen.

Hinzu kommt, dass die Besucherzahlen immer noch auf niedrigerem Niveau als in normalen Jahren sind – geschätzte 30 Prozent weniger. „Normalerweise kommen am Wochenende Großeltern mit ihren Enkeln, aber die Senioren trauen sich nicht mehr so in die Öffentlichkeit. Und auch viele andere Leute bleiben zu Hause, weil sie Angst haben, sich anzustecken“, sagt die Vorsitzende des Vogelliebhabervereins.

Tiere können nicht abgegeben werden

Die Ausgaben bleiben allerdings dieselben. Der Verein muss das Futter für die rund 600 Vögel, den monatlichen Tierarztbesuch sowie drei 450-Euro-Kräfte finanzieren. Hinzu kommen Strom- und Wasserkosten. „Hätten einige Vereinsmitglieder nicht ihr eigenes Geld in die Hand genommen und uns unterstützt, hätten wir das Futter nicht mehr bezahlen können.“ Inzwischen ist aber auch die kleine Rücklage des gemeinnützigen Vereins aufgebraucht.

Einige Vögel zu verkaufen oder abzugeben, um Futterkosten zu sparen, sei derzeit ebenfalls schwierig. „Den Zoos und den anderen Parks geht es auch nicht gut. Sie könnten uns zum Beispiel gar nicht unsere Papageien abnehmen, wenn wir sie nicht mehr versorgen können“, meint Kuchenbaur.

Deshalb hofft sie nun auf die Stadt. Die Verwaltung hatte dem Hauptausschuss vorgeschlagen, coronabedingt einen Zuschuss von rund 7900 Euro zu bezahlen. Bereits im Juni hatte das Gremium beschlossen, dass die Stadt gemeinnützige Vereine bei pandemiebedingten Mindereinnahmen grundsätzlich unterstützen kann. Der Ausschuss entschied, noch detailliertere Informationen über die finanzielle Situation des Vereins einzuholen und vertagte eine Entscheidung vorerst.

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