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Dagmar Ludwig vor ihrem großem Abenteuer: Sie fliegt mit diesem Forschungsflugzeug der NASA in die Stratosphäre. 

Olching

Diese Lehrerin hebt für die NASA ab

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Fortbildung über den Wolken: Die Olchinger Mathe- und Physiklehrerin Dagmar Ludwig gehört zu den wenigen Glücklichen, die bald mit einer fliegenden Sternwarte abheben dürfen. Möglich macht das ein gemeinsames Programm des Deutschen Luft- und Raumfahrtinstituts (DLR) und der NASA.

Olching – SOFIA heißt das Flugzeug, in das Ludwig und vier weitere Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet steigen werden. Die Abkürzung steht für „Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie“. Dabei handelt es sich um eine verkürzte Boeing 747, die aufgrund ihrer Konstruktion eine größere Flughöhe erreicht als normale Passagierflugzeuge. SOFIA schafft es bis hinauf in die Stratosphäre, auf bis zu 14 000 Meter. Dort blicken Wissenschaftler mit einem Infrarot-Teleskop ins Weltall.

Im Rahmen des Mitflugprogramms können sich Lehrer, die an deutschen Schulen unterrichten, um einen Platz an Bord bewerben. Voraussetzung ist ein gutes Konzept, wie sie ihre Flugerfahrung später in den Unterricht einbauen wollen – mit dem Ziel, Begeisterung für die Naturwissenschaften zu wecken. „Es geht darum, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern“, erklärt Ludwig. Und vielleicht auch diejenigen Schüler zu erreichen, die mit Physik und Co. wenig am Hut haben.

Im September des vergangenen Jahres hatte die 50-Jährige bereits Gelegenheit, das Forschungsflugzeug aus der Nähe anzuschauen – denn SOFIA war zu Besuch in Stuttgart und absolvierte erstmals einen Flug über Europa. „Nun bin ich noch gespannter darauf, die ,Dame’ in Aktion zu erleben, mit den Forschern zu sprechen und Wissenschaft live zu erleben“, freut sich Ludwig.

Sterne im Orion-Nebel

Im März ist es soweit. Dann wird die Diplom-Physikerin, die als Quereinsteigerin zum Lehrerberuf kam und seit 2010 am Gymnasium Olching unterrichtet, nach Los Angeles fliegen. Von dort geht es ins nahe gelegene Palmdale, wo das Forschungsflugzeug auf NASA-Gelände stationiert ist. Der wissenschaftliche Erkundungsflug findet nachts statt und dauert zehn Stunden.

Was beobachtet werden soll, weiß Dagmar Ludwig bereits: die Entstehung von Sternen im Orion-Nebel. „Ich freue mich auf die tollen Bilder, die ich hoffentlich sehen werde“, sagt die Mutter zweier Söhne.

Für Astronomie interessiert sie sich schon lange - ein Schlüsselerlebnis war die totale Sonnenfinsternis von 1999. „Ich hatte das Glück, sie zu sehen. Es war, als wäre ein Loch in den Himmel gestanzt worden.“ Seither lässt sich die 50-Jährige keine Gelegenheit entgehen, Himmelsphänomene zu beobachten. Sie fährt in die Alpen und an die Nordsee, um in die Sterne zu schauen. 2017 reiste sie ins amerikanische Idaho, um dort eine weitere Sonnenfinsternis mitzuerleben.

„Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels ist Astronomie auch eine Auseinandersetzung mit der Erde als Planet, mit ihrer Entstehung und mit der Frage, ob es irgendwo im Universum erdähnliche Planeten gibt“, so die promovierte Physikerin, die in ihrer Freizeit gerne Fahrrad fährt und in einem Kirchenchor singt.

Ihre Schüler fiebern schon mit. Den Jüngeren musste Ludwig versprechen, an Bord nach dem Aufkleber zu suchen, den „Die Sendung mit der Maus“ an einer der Flugzeugtüren hinterlassen hat. Denn als SOFIA in Stuttgart war, rückte auch ein TV-Team an, um einen Beitrag für die Lach- und Sachgeschichten zu drehen. „Ich freue mich auch schon darauf, die blaue Jacke mit den Logos der NASA und des DLR zu tragen“, sagt Ludwig. Die Jacke wird sie brauchen, denn an Bord bleibt es den ganzen Flug über 17 Grad kühl.

Dass das Abenteuer körperlich anstrengend wird, darauf ist die Olchinger Lehrerin gefasst. Schuld ist die Kombination aus Zeitverschiebung und Nachtflug. „Aber uns wurde gesagt, dass es okay ist, an Bord zwischendurch ein Nickerchen zu machen.“

Auch die strengen Sicherheitsbestimmungen hat die gebürtige Bonnerin, die seit über 20 Jahren in Gröbenzell lebt, schon verinnerlicht. Eine der größten Gefahren für den Flug wäre, wenn ein Kleinteil sich in der Führung des Teleskops verkeilt. „Selbst, wenn jemand nur einen Kuli verliert - wird er nicht schnell wiedergefunden, muss der Flug abgebrochen werden“, weiß Ludwig. Den Deckel ihrer Kamera will sie vorsichtshalber festbinden.

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