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Ein bisschen, als wäre schon Weihnachten: Die Olchinger Feuerwehrleute freuten sich, dass der Rüstwagen-Kran endlich eingetroffen ist. Es ist das „Baby“ von Kommandant Josef Gigl (2.v.r.) und soll Einsätze erheblich erleichtern. 

Olching

„Eine coole Kiste“: Dieses Feuerwehrauto ist einzigartig

Nun ist es endlich eingetroffen: Das neue Fahrzeug der Olchinger Feuerwehr, ein Rüstwagen-Kran. Kommandant Josef Gigl hat sich dafür mit viel Leidenschaft eingesetzt. Immerhin handelt es sich um ein ganz besonderes Gefährt – es gibt nur zwei vergleichbare in Bayern und jedes ist ein Unikat.

Olching – „Herzlichen Glückwunsch zu dieser coolen Kiste, die macht wirklich etwas her“, sagte Bürgermeister Andreas Magg (SPD) zu den Olchinger Feuerwehrleuten, als die ihr neues Fahrzeug in Empfang nahmen. Es handelt sich um einen Rüstwagen-Kran – so in der Art ziemlich einzigartig.

Darauf ist Kommandant Josef Gigl besonders stolz. Vor vier Jahren hat Gigl, der für die Freien Wähler im Stadtrat sitzt, die Sache in Angriff genommen. „Für mich ein Wahnsinnsprojekt“, erzählte er. Rund 3000 Arbeitsstunden habe er in den vergangenen Jahren in den Wagen investiert. Seine Ehefrau war nicht immer so begeistert wie er, sie erhielt zum Trost im Rahmen der Übergabe einen Blumenstrauß.

670 000 Euro

Doch jetzt endlich stand der in Österreich gefertigte Wagen vor ihm und seinen Feuerwehrkollegen. Gigl war sichtlich erleichtert: „Dass das Baby endlich geboren worden ist, freut mich.“ Mit allen Lichtern blinkend stand das Fahrzeug vor dem Olchinger Feuerwehrhaus. „Ich dachte, es ist schon Weihnachten“, freute sich auch Feuerwehrreferent Lorenz Widmann (CSU). 670 000 Euro hat das gute Stück gekostet, 140 000 Euro sind als Zuschuss des Freistaats zugesagt. Der neue Wagen ersetzt einen 20 Jahre alten Rüstwagen, der für 11 000 Euro verkauft werden konnte. Die Beladung aus dem Altfahrzeug konnte aber in den neuen Wagen übernommen werden, berichtete der Kommandant.

Der Wagen ist 18 000 Kilogramm schwer und hat 340 PS. Der Kran hat eine Reichweite von knapp 22 Metern. Damit ist die Feuerwehr Olching eine der wenigen in Bayern, die ein solches Fahrzeug besitzt.

Lediglich zwei weitere Feuerwehren (im oberbayerischen Murnau und im unterfränkischen Waldaschaff) besitzen ein vergleichbares Modell. Doch alle drei Wägen sind Unikate. Der Kran erleichtere beziehungsweise ermögliche so manchen Einsatz, der bisher gar nicht oder unter großer Plagerei der Feuerwehr getätigt werden konnte. Und er ist laut Gigl eine gute Ergänzung zur Drehleiter der Feuerwehr Esting.

Vor allem in Zeiten des Klimawandels, in denen Stürme und Hochwasser zunehmen, sei der Wagen wichtig. So kann der Kran beispielsweise dank eines Rettungs- und eines Arbeitskorbs eingesetzt werden, um Sturmschäden zu beseitigen.

Das kann der Kran

Auf dem Arbeitskorb kann mit einer Kettensäge gut gesichert gearbeitet werden. Der Kran kann bei der Patientenrettung zum Einsatz kommen. Erst vor wenigen Wochen wäre er dringend benötigt worden, als eine 180 Kilo schwere kranke Frau aus einem Haus heraustransportiert werden musste.

Er kann Arbeiter auf einem Hausdach sichern, kann bei einem Zug- oder S-Bahnunfall Arbeitsgerät über die Lärmschutzwand hinüberheben, kann bei Hochwasser dank eines Baumgreifers Durchlässe in durch Geäst oder Baumstämme verstopfte Gewässer schaffen, kann Sandsäcke palettenweise transportieren oder dank eines Tierhebegeschirrs größere Tiere retten.

Bevor der Kran aber eingesetzt werden kann, ist noch Vorarbeit notwendig. 24 Übungsstunden muss eine Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann nachweisen, bevor sie oder er das Gerät bedienen darf.

Auch ein Umbau am Feuerwehrhaus war notwendig. Eines der Hallentore musste erhöht werden und dies war erst wenige Stunden, bevor der Rüstwagen endlich in Olching eintraf, fertiggestellt worden.(sus)

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