+
Feierten zusammen: Georg Steer, seine Lebensgefährtin Mathilde Obermeier und Bürgermeister Magg. 

Zum Geburtstag von Georg „Schorschi“ Steer

Ein Fest zu Ehren von Olchings einzigem Alt-Stadtrat

  • schließen

Georg Steer, der von allen nur „Schorschi“ genannt wird, ist ein echtes Olchinger Urgestein. Nun hat er seinen 85. Geburtstag gefeiert – zusammen mit seiner Lebensgefährtin, die 81 Jahre alt wurde.

Olching –  Steer wurde von Bürgermeister Andreas Magg, mit dem er viele Jahre zusammen Seite an Seite im Rathaus gearbeitet hat, sogar ein Titel verliehen, den es eigentlich gar nicht gibt: Alt-Stadtrat. „Ich habe damit irgendwann mal angefangen und alle anderen haben es übernommen“, erklärt Magg.

Über 40 Jahre hat sich Steer für Olching eingesetzt, zunächst als Volksfestreferent, danach koordinierte er die Städtefreundschaften zu Frankreich und Polen und schließlich war er Personalreferent. „Ihm liegen Stadt und Menschen am Herzen und das Olching heute so großartig ist, hat zum großen Teil mit unserem Schorschi zu tun,“ lobt Magg.

Man könnte sagen, die Geschichte Steers ist zum Teil die Geschichte der Kommune selbst: „Ich bin hier geboren, aufgewachsen und habe mein ganzes Leben lang hier gewohnt,“ erzählt der Rentner. Seine Schulzeit hat er im Alten Schulhaus verbracht, das es so jetzt nicht mehr gibt. „In der dritten Klasse wurden Mädchen und Buben dann getrennt und die Mädchen sind in die Schule an der Heckenstraße gezogen.“ Doch man wusste sich zu helfen, gibt er schmunzelnd zu.

Auch den Krieg hat der ehemalige Stadtrat miterlebt: „Wir haben Soldaten gespielt und waren in der Hitlerjugend. Ich glaube, wäre der Krieg nur noch ein bisschen weitergegangen, hätten sie mich auch eingezogen.“ Er war damals zehn Jahre alt.

Kupferschmiedlehre in München

Nach dem Krieg ging es für Steer in die Kupferschmiedlehre nach München, wo er sich weiter auf Heizungen und Lüftungen spezialisierte. 1952 lernte er seine erste Ehefrau Hildegard kennen. „Das war beim Faschingsball und ich musste sie einfach zum Tanzen auffordern.“

Nur drei Jahre später heiratete das Paar, dort wo sie sich zum ersten Mal trafen: im Cantina-Festsaal. „Es war eine große Hochzeit mit über hundert Besuchern.“ Danach kamen die Töchter Annemarie und Michaela zur Welt und heute schart der Rentner vier Enkelkinder und sogar einen Urenkel um sich herum. 1971 trat Steer der SPD bei und startete damit eine politische Erfolgskarriere, die erst 42 Jahre später endete. „Es war sehr spannend, auf einmal im Mittelpunkt der Olchinger Politik zu stehen und mit anzupacken.“

Das Volksfest war ihm immer eine Herzensangelegenheit

Angepackt hat das Geburtstagskind, vor allem beim Volksfest, das immer eine Herzensangelegenheit für ihn war. Er brachte das bayerische Volksfest sogar in die Partnerstadt Feurs. „Georg hat ein originales Pferde-Geschirr aufgetrieben für das französische Volksfest,“ erzählt Bürgermeister Magg. Doch am Ende war der Gaul mehr ein Esel, das Geschirr viel zu groß und auf dem Leiterwagen stand nur ein Fass Bier. „Es war trotzdem toll,“ lacht Steer.

Nach dem Tod seiner Ehefrau Hildegard lernte der Stadtrat 1999 seine heutige Lebenspartnerin Mathilde Obermeier kennen – natürlich auf dem Volksfest. „Meine Schwiegertochter kannte die Steers sehr gut“, erzählt Mathilde. „Georgs Mutter hatte sie als Kind betreut.“

Sohn und Schwiegertochter hatten die damals 60-Jährige zu einem Besuch beim Fürstenfeldbrucker Volksfest überredet, weil dort die Blaskapelle so gut sei. Wer hätte gedacht, dass sich dann zwei Seelenverwandte treffen. Heute gehen die beiden immer noch gerne wandern, auf Reisen oder ins Theater. Ans Nichtstun denkt Georg Steer erst gar nicht. Wenn seine Gäste über ihn reden, schwingt Bewunderung für diesen Mann mit: „Er ist warmherzig, großzügig und fair,“ sagt Tochter Michaela Andersch-Steer. Qualitäten, die er nicht nur in der Politik und in der Familie weitergegeben hat, sondern in ganz Olching. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge
Das Gleis war nur einen Kilometer lang. Doch für Geltendorf hätte es direkt in die Katastrophe führen können.
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge
Maisach mahnt gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an
 Die Gemeinde sagt Stopp: In Maisach werden keine weiteren Flüchtlinge untergebracht, die Zahl der Plätze wird durch Auflösung einer Unterkunft sogar reduziert.
Maisach mahnt gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an
Sie wollen mitreden und die Stadt gestalten
Der neue Teilhabebeirat hat seine Arbeit aufgenommen und einen Vorsitzenden gewählt. Ziele und Vorgehen müssen aber noch feinjustiert werden.
Sie wollen mitreden und die Stadt gestalten
Diese Weihnachtsgeschichte hat kein Happy End: „Mir wird das Herz aus dem Leib gerissen“
Manfred Piringer, 55, aus Olching hat sich ins Weihnachtsfest verliebt. Jedes Jahr beleuchtet er sein Haus und denkt sich ein Musical mit Schneemann und Christkind aus. …
Diese Weihnachtsgeschichte hat kein Happy End: „Mir wird das Herz aus dem Leib gerissen“

Kommentare