Marihuana
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50 Kilogramm Drogen

Ein Kofferraum voller Marihuana - Sogar die Kuriere sollen geschockt gewesen sein

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Was passiert eigentlich rund um eine Schule, wenn Sommerferien sind? Meist wird renoviert. In Olching jedoch geschah 2017 auf dem Grundschulparkplatz etwas ganz Dreistes – das bis jetzt die Gerichte beschäftigte.

Olching Drogendealer hatten sich ausgerechnet das Areal als Umschlagplatz für ihre Ware ausgesucht. Sie wähnten sich allein und unbeobachtet – ein Trugschluss. Die Polizei hatte den Parkplatz observiert. Das erkannten der Lieferant (36) und die beiden Abnehmer (27 und 28 Jahre) aber viel zu spät. Sie wurden festgenommen, im Kofferraum des Lieferanten-Wagens lagen fast 50 Kilo Marihuana.

Die Menge der Drogen ließ sich schlecht leugnen. Allerdings behaupteten die Abnehmer, nie mit so viel Rauschgift gerechnet zu haben. Angeblich waren die beiden jungen Männer nur auf zehn Kilo eingestellt gewesen. Deshalb wurden sie 2018 auch „nur“ zu Freiheitsstrafen von drei beziehungsweise vier Jahren wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln verurteilt. Der Lieferant bekam eine Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten aufgebrummt.

Staatsanwaltschaft ging in Revision

Doch die Staatsanwaltschaft ging gegen die beiden aus ihrer Sicht zu milden Urteile in Revision. Im August 2019 gab der Bundesgerichtshof (BGH) den Anklägern recht und verwies das Verfahren zur erneuten Verhandlung an eine andere Kammer ans Landgericht München II. Die Strafe des Lieferanten blieb unangetastet.

Gestern nun wurde der Fall erneut verhandelt. Zunächst einmal verweigerten die Angeklagten die Angaben zur Sache. Beide hatten praktisch die gesamte oder den Großteil der Strafe bereits durch die U-Haft verbüßt.

Daraufhin gab der Vorsitzende Richter Martin Hofmann zu verstehen, dass maximal ein halbes Jahr Zusatzstrafe denkbar sei. Voraussetzung: ein Geständnis. Die Frage war, ob die Abnehmer sich tatsächlich auch eine höhere Drogenmenge bis zu den vorgefundenen knapp 50 Kilo hätten vorstellen können. Das hatten sie in erster Instanz verneint. Die Männer hatten nur behauptet, sie hätten das Rauschgift zu einem weiteren Händler nach Aubing bringen wollen. Ihnen fiel in diesem Geschäft offenbar lediglich eine sogenannte Lotsenfunktion zu.

Angeklagte waren angeblich erschrocken über die Menge an Marihuana 

Anscheinend waren sie erschrocken gewesen, dass der gesamte Kofferraum des Lieferanten voller Marihuana-Pakete war. Der BGH jedoch wollte vom Gericht noch einmal prüfen lassen, ob die Kuriere mit solchen Mengen hätten rechnen müssen. Der Lieferant saß bereits zur Zeugenvernehmung in einer der Zellen des Landgerichts. Auf seine Aussage wurde schließlich verzichtet, denn die Anwälte legten für ihre Mandanten ein Geständnis ab.

Demnach hatten sich die beiden Männer sehr wohl auf die Weitergabe einer entsprechend großen Menge eingestellt. Das Landgericht erhöhte schließlich die Strafen auf drei- und viereinhalb Jahre Haft. Beim 27-Jährigen hob es den Haftbefehl auf. Der Jüngere hat noch eine andere Strafe abzusitzen.

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