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Jede Kultur hat andere Gewohnheiten – auch auf dem stillen Örtchen: Sein Klomuseum macht Hans-Joachim Gregor am kommenden Dienstag zum zweiten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich.

Olching

Er hat aus seinem Klo ein Museum gemacht

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Für viele ist die heimische Toilette wohl der privateste Ort, den man sich vorstellen kann. Für den Olchinger Hans-Joachim Gregor eher nicht. Er hat das stille Örtchen zum kleinsten Klomuseum der Welt umgebaut. Und das kann sich jeder anschauen.

Olching – Am kommenden Dienstag ist nämlich Welttoilettentag. Dann wird der zwei Quadratmeter große Lokus in der Daxerstraße 21 zwischen 10 und 17 Uhr für alle Interessierten offen stehen. Dort warten über 40 Ausstellungsstücke – Bilder, Bücher, Zeitungsartikel und mehr. 

Die Idee für dieses außergewöhnliche Museum kam Hans-Joachim Gregor 1979 auf einer geologischen Expedition in der Zentralsahara. „Als ich die ägyptischen Kollegen am Abend mit einer Konservendose verschwinden sah“, berichtet der Olchinger. Da ist ihm klar geworden, dass sich unterschiedliche Kulturen auch auf den Klos dieser Welt widerspiegeln. So haben zum Beispiel nicht überall auf der Welt Menschen Zugang zu Hygieneartikeln wie Toilettenpapier.

Die Alternativen sind teilweise bizarr: Peter der Große soll etwa frischgeschlachtete Gänsehälse benutzt haben, Soldaten im Ersten Weltkrieg bedienten sich abgenagter Maiskolben, die Inuit benutzen Schnee – weil es davon ausreichend gibt. All diese verschiedenen Varianten kann man sich in dem Museum in Olching am Welttoilettentag anschauen. Ähnliche Ausstellungen gibt es übrigens auch in Indien, wo laut Gregor das größte Klomuseum der Welt ist, oder in Eislingen. In München gab es offenbar einmal ein Nachttopfmuseum. Die Besucher in Olching müssen am Dienstag keinen Eintritt zahlen. Manche Leute bringen allerdings Exponate mit – zum Beispiel Sandpapier aus DDR-Zeiten.

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