Prinzenpaare auf der Rathaustreppe vorgestellt: Amelie I. und Luca I. alias Amelie Nießl und Luca Maier (vorne rechts) haben eine noch nie dagewesene Faschingssaison vor sich. Das gilt auch für das Kinderprinzenpaar Melina I. und Hannes I. alias Melina Kessler und Hannes Wusenkow. Trotzdem versuchten sich Bürgermeister Andreas Magg (l.) und die Vertreter der Olchinger Faschingsvereine die Stimmung nicht verderben zu lassen. Foto: weber
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Prinzenpaare auf der Rathaustreppe vorgestellt: Amelie I. und Luca I. alias Amelie Nießl und Luca Maier (vorne rechts) haben eine noch nie dagewesene Faschingssaison vor sich. Das gilt auch für das Kinderprinzenpaar Melina I. und Hannes I. alias Melina Kessler und Hannes Wusenkow. Trotzdem versuchten sich Bürgermeister Andreas Magg (l.) und die Vertreter der Olchinger Faschingsvereine die Stimmung nicht verderben zu lassen.

Olching

Fasching mit Prinzenpaaren – aber ohne Zug

  • vonHans Kürzl
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Zumindest ein kleines Stück Normalität hat man sich in der Faschingshochburg Olching bewahrt: Am 11.11. um 11.11 Uhr wurden die Prinzenpaare vorgestellt. Dabei gab es allerdings die endgültige Nachricht, dass es im nächsten Jahr keinen Gaudiwurm in der Amperstadt geben wird.

Olching – Auch das dreifache „Olau“, den typischen Olchinger Faschingsgruß, wollten sich die drei Faschingsvereine nicht nehmen lassen – nicht vom grauen, bewölkten Himmel und auch nicht von der Corona-Krise. Nichtsdestotrotz wird die Olchinger Faschingssaison „etwas trister daherkommen“, wie es Bürgermeister Andreas Magg ausdrückte.

Das allerdings ist eine ziemlich milde Darstellung, da die Großereignisse ja alle bereits weggebrochen sind: Proklamationen, Inthronisationen – und nun auch noch der große Faschingszug. „Da brauchen wir erst gar nicht anfangen zu hoffen“, stellte Johannes Krämer klar, der erste Vorsitzende des Zugkomitees. Da würden die Corona-Zahlen und die Erfahrungen der vergangenen Monate für sich sprechen. Selbst wenn es wieder eine Lockerung geben würde, müsste man eben genauso wieder damit rechnen, dass die Maßnahmen verschärft würden.

Ganz flach fallen soll der Faschingsdienstag aber nicht, wie Krämers Stellvertreter, Ludwig Gruber, erklärt. Am Nöscherplatz könnte es eine Art Faschingstreiben geben. „Mit allen dann gültigen Regeln, Auflagen und Beschränken“, fügt Gruber an.

Und es wird möglicherweise ein genauso starkes Security-Aufgebot vor Ort sein wie beim normalen Gaudiwurm. Denn es gelte den alkoholbedingten Leichtsinn in diesen Zeiten besonders zu überwachen, dafür sei ein erheblicher Aufwand erforderlich. „Anders wird es aber nicht gehen“, betont Gruber. Für 100 oder 200 zugelassene Besucher könnte der Sicherdienst eine Größenordnung annehmen, die man sonst bei der zehnfachen Zahl hat. Der Effekt: „Jeder soll ohne Sorgen und Ängste kommen können.“ Ob die Ersatzveranstaltung wirklich möglich sein wird, wird sich zeigen. Gruber ist aber vorbereitet: „Wir haben nicht nur einen Plan A und B, sondern auch einen Plan C und D.“

Das gilt ebenso für die Faschingsgilde Olching (FGO) sowie für ihr neues Prinzenpaar Amelie I. und Luca I., die im echten Leben Amelie Nießl und Luca Maier heißen. „Trotz allem ist es ein großes Gefühl“, sagte der 22-jährige Faschingsprinz. Für ihn und seine gut ein Jahr jüngere Prinzessin ist es gleich in dreifacher Hinsicht eine besondere Saison – zum einen natürlich wegen der aktuellen Lage und weil sie im Jubiläumsjahr der FGO, die heuer als Verein seit 50 Jahren besteht, zum Prinzenpaar gekürt wurden. Außerdem werden die beiden für zwei Jahre amtieren. „Das ist fast schon etwas für die Geschichtsbücher“, scherzt die Prinzessin.

Wie viele Auftritte das Prinzenpaar und die Showgarde haben werden, steht ebenfalls in den Sternen. „Wir müssen und können da immer sehr schnell reagieren“, erklärt FGO-Präsidentin Martina Klein-Minigshofer. Sogenannte Outdoorauftritte seien sicher eine Möglichkeit. So könne man den Leuten zeigen, „dass die FGO lebt und der Olchinger Fasching auch“. Ein wenig Ablenkung werde jedem guttun.

Das hat auch Adalbert Heim für „seine“ Olchinger Tanzfreunde (OTF) im Sinn. „Wenn man nichts macht, kommt irgendwann keiner mehr.

So haben die OTF-Kids eifrig trainiert, solange es zulässig war. Beim Kinderprinzenpaar Melina I. und Hannes I. (Melina Kessler und Hannes Wusenkow) hat das geholfen: „Wir freuen uns“, sagen sie schlicht. Auch ihnen ist der Stolz anzusehen, Teil dieses besonderen Faschings zu sein.

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