Rettungskräfte versuchten vergeblich, das Leben der Frau zu retten.
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Rettungskräfte versuchten vergeblich, das Leben der Frau zu retten.

Olching

Frau totgefahren: Milde Strafe für Motorradfahrer

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Der Fall sorgte damals für Aufsehen und lässt viele bis heute nicht so richtig los: im Jahr 2018 überfuhr ein Motorradfahrer in Olching eine Passantin, die tags darauf starb. Jetzt steht immerhin fest, welche Konsequenzen der Motorradfahrer zu tragen hat.

Olching – Es war ein Montagabend im September 2018. Eine Spaziergängerin war an der Feursstraße unterwegs, als sie unvermittelt von einem Motorrad erfasst und in ein Gebüsch geschleudert wurde. Der Motorradfahrer (37) hatte die Kontrolle über sein Gefährt verloren und schleuderte über die Fahrbahn und auf den Gehweg, auf dem die 36-Jährige unterwegs war. Dem Vernehmen nach war ein Wheelie der Grund dafür, warum der Olchinger die Kontrolle über sein Motorrad verlor.

Sofort nach dem Zusammenprall versuchten Anwohner, die Frau mit Gartenscheren aus der Hecke zu befreien. Die Frau musste reanimiert werden, mit dem Helikopter wurde sie in eine Klinik gebracht. Dort erlag sie ihren schweren Verletzungen.

Strafbefehl

Wie die Staatsanwaltschaft München II auf Nachfrage nun berichtet, wurde gegen den Motorradfahrer ein Strafbefehl erlassen. Er lautet auf fahrlässige Tötung in Tateinheit mit vorsätzlichem Gebrauch eines Fahrzeuges ohne Haftpflichtversicherungsvertrag in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Letzteres deutet nach Einschätzung von Beobachtern darauf hin, dass am Motorrad falsche Nummernschilder angebracht waren (etwa die eines anderen Zweirads). Wie die Staatsanwaltschaft weiter berichtet, sah der Strafbefehl eine hohe Geldstrafe (das wird nicht näher spezifiziert) und ein Fahrverbot von sechs Monaten vor.

„Eine Anklage wurde nicht erhoben, vielmehr wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft der Erlass eines Strafbefehls beantragt“, so die Staatsanwaltschaft. Eine Hauptverhandlung habe nicht stattgefunden. Grund: der Angeklagte nahm den Strafbefehl an und legte keinen Einspruch ein. Der Strafbefehl ist seit 3. April 2019 rechtskräftig.

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