Die mobile Bierwand ist leicht zu bedienen. Inhaberin Britta Gilbert macht es vor.
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Die mobile Bierwand ist leicht zu bedienen. Inhaberin Britta Gilbert macht es vor.

Olching

Prototyp am Gut Graßlfing: Hier kann man sich Bier selbst zapfen

  • Andreas Schwarzbauer
    VonAndreas Schwarzbauer
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Glas in die Hand und selbst den Zapfhahn bedienen. Das ist jetzt auf Gut Graßlfing möglich. An einer mobilen Bierwand gibt es das bayerische Traditionsgetränk via Selbstbedienung. Die Idee zu dem Prototypen entstand in einer verzwickten Situation.

Olching – Besucher des Biergartens in Gut Graßlfing können ihr Bier seit kurzem selbst zapfen. Die Fürstenfeldbrucker Britta und Robin Gilbert testen dort diesen Sommer ihre mobile Bierwand. Das ist ein Kühlanhänger mit einer eingebauten Zapfanlage.

Gäste können einen Chip mit Geld aufladen. Den halten sie an ein blaues Gerät neben dem Zapfhahn und können ihn somit freischalten. Dann können die Gäste so viel Helles, Weißbier oder Märzen der Olchinger Braumanufaktur in ihr Glas füllen, wie sie wollen. „Abgerechnet wird pro Milliliter“, erklärt Britta Gilbert.

Ergänzung für den Biergarten

Für den Geschäftsführer der Olchinger Braumanufaktur (OBM), Guido Amendt, ist es eine ideale Ergänzung für den Biergarten der OBM. „Wir wollen den Leuten ein Erlebnis und eine gute Zeit mit Bier schaffen. Da passt es ideal, wenn sie selber zapfen können.“

Zunächst sei er etwas skeptisch gewesen, ob der traditionelle Biergartenbesucher damit etwas anfangen könne. „Ich hatte ein bisschen Angst, was die Leute sagen. Aber wenn man sie anfangs etwas an die Hand nimmt, dann ist später der Spaß groß“, sagt Guido Amendt.

Die Stammbar

Gebaut und programmiert hat die mobile Zapfanlage Robin Gilbert zum größten Teil selbst. Er ist gelernter Biochemiker. Der Kühlwagen ist eine Weiterentwicklung der Bierwand, die in seiner Kneipe „Stammbar“ in der Münchner Maxvorstadt steht. „Mein Mann hat mal so lange auf sein Bier warten müssen, dass er die letzte S-Bahn verpasst hat. So ist ihm die Idee gekommen, dass es doch praktischer wäre, wenn man sein Bier selbst zapfen könnte“, erzählt Britta Gilbert. Zunächst entstand so die feste Bierwand in der „Stammbar“.

Weil er beim Biergartenbesuch immer wieder lange Schlangen an der Schenke beobachtet hatte, kam Gilbert die Idee zu einer mobilen Version, die auch auf Festivals zum Einsatz kommen könnte. „Wenn der Chip einmal mit Geld aufgeladen ist, läuft das parallele Zapfen an den bis zu zehn Hähnen der Bierwand schnell“, sagt Britta Gilbert.

Der Brucker Robin Gilbert versuchte das Projekt zunächst per Crowdfunding zu finanzieren. Es kam allerdings zu wenig Geld zusammen. Im coronabedingten Lockdown beschloss er dann, es auf eigene Kosten zu realisieren. In Gut Graßlfing steht nun der erste Prototyp. „Wir probieren dort erst einmal aus, ob es funktioniert und was wir anpassen müssen“, sagt Britta Gilbert. Bei den meisten Besuchern komme die Zapfanlage gut an, berichtet Amendt. Und für Gäste, die keine Lust darauf haben, gibt es im Biergarten weiterhin einen Bereich, in dem bedient wird.

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