Anstelle der Fertiggarage sollen für die Graßlfinger Wehr ein Sozialtrakt und eine neue Fahrzeughalle entstehen.  Foto. san
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Anstelle der Fertiggarage sollen für die Graßlfinger Wehr ein Sozialtrakt und eine neue Fahrzeughalle entstehen.

Olching

Graßlfinger Feuerwehrhaus soll einen Anbau bekommen

Die Feuerwehr Graßlfing benötigt ein neues Feuerwehrhaus. Der Hauptausschuss hat einem Entwurf für eine Erweiterung und Sanierung zugestimmt – mit zwei Gegenstimmen von den Grünen. Die Entscheidung trifft der Stadtrat am Donnerstag.

Olching – Die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) wies auf Sicherheitsmängel hin. Die Fahrzeughalle sei zu klein. Die Feuerwehrler müssen sich neben dem Löschfahrzeug und zwei Anhängern umziehen. Man könne nicht ausschließen, dass sie sich gegenseitig behindern. Beim Rangieren könnten Personen eingeklemmt werden. Heizgeräte und sanitäre Anlagen seien ungenügend. Die KUVB empfiehlt einen Neubau.

Dass etwas passieren muss, darüber waren sich die Mitglieder des Hauptausschusses einig. Diskussionsbedarf gab es lediglich beim Zeitplan für das Projekt, das laut einer ersten Schätzung rund 2,2 Millionen Euro kosten wird. Die Grünen plädierten dafür, das Vorhaben bis 2023 zurückzustellen. In der Zwischenzeit sollte der Stadtrat prüfen, ob man die Feuerwehren aus Graßlfing und Geiselbullach zusammenlegen könnte. „Die Kommunen müssen wegen Corona mit einschneidenden Einnahmeausfällen umgehen. Gleichzeitig haben wir in Olching mehrere Großprojekte am Laufen, die wir nicht zurückstellen können, weil wir sie dringend brauchen. Deshalb haben wir relativ wenig finanzielle Spielräume“, erklärte Ingrid Jaschke.

Thomas Bauer (CSU) widersprach: „Es ist ganz wichtig, alle unsere vier Feuerwehren zu erhalten, denn die lokale Verwurzelung ist im Stadtteil.“ Das bürgerschaftliches Engagement hänge stark davon ab. Zudem sei das Projekt finanziell in einem Rahmen, der in Ordnung sei, ergänzte Maximilian Gigl (CSU). Auch Bürgermeister Andreas Magg (SPD) sprach sich für den Erhalt der Feuerwehren aus – Rettungskräfte müssten schnell vor Ort sein.

Der Entwurf der Sütfels Architekten aus Germering sieht vor, das Feuerwehrhaus durch einen Anbau mit einer eingeschossigen Fahrzeughalle und einem zweigeschossigen Sozialtrakt mit Umkleiden, Einsatzzentrale, Küche und Schulungsraum an der Ostseite zu erweitern. In der Halle werden das Lösch- und das Mehrzweckfahrzeug, das in einer Fertiggarage steht, Platz finden. Die Stellplätze werden 15 Meter lang sein, um die Anhänger der Feuerwehr dahinter abstellen und ohne Rangieren anhängen zu können. Die Fertiggarage wird abgerissen.

Das bestehende eingeschossige Gebäude aus dem Jahr 1986 bleibt erhalten. Die alte Fahrzeughalle wird in drei Räume unterteilt: Sie werden für die Schlauchpflege, die Atemschutzwartung und als Werkstatt genutzt. Im bisherigen Sozialtrakt entstehen ein Jugendraum sowie ein Lager. Der Dachspeicher wird über eine Außentreppe erschlossen. Zudem bekommt das Haus eine neue Heizungsanlage.

Die Planer hatten zwei Varianten erarbeitet: Die Stadträte konnten wählen, ob der neue Sozialtrakt ein Flach- oder ein Satteldach haben soll. Die Kosten waren mit rund 2,1 beziehungsweise 2,2 Millionen Euro bei beiden Optionen ähnlich. „Die Zuschusssituation ist etwas ernüchternd“, ergänzte Bürgermeister Magg. Die Stadt kann nur mit 55 000 Euro vom Freistaat rechnen. Die Mitglieder des Hauptausschusses stimmten, wie zuvor schon der Bauausschuss, für das Satteldach, da es sich besser in die Umgebung einfüge.

ANDREAS SCHWARZBAUER

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