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Hilfsaktion kommt gut an

Gefahr durch Mähmaschinen: Freiwillige und Jäger retten Rehkitze aus dem hohen Gras

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Olchinger Jäger haben sich vorgenommen, Rehkitze vor einem grausamen Tod durch landwirtschaftliche Maschinen zu retten. Dafür haben sie Freiwillige gesucht. Die Resonanz war gewaltig. 

  • Im Frühjahr legen Rehe ihre Kitze im hohen Gras auf den Feldern ab.
  • Landwirte töten oder verstümmeln häufig unbeabsichtigt die Rehkitze, wenn sie die Felder abmähen.
  • Freiwillige haben sich jetzt zusammengetan um den Tieren zu helfen.
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Olching – Wenn nicht viele Kinder dabei wären, sähe es aus wie eine Hundertschaft Polizisten, die nach einem Verbrechen eine Wiese nach Beweisstücken absucht: Im Abstand von höchstens zwei Metern durchkämmt eine Gruppe aus Eltern mit Kindern, Studenten und Berufstätigen im Homeoffice eine hohe Wiese zwischen Olching und Gröbenzell. Ihre Mission: Tierrettung.

Kitzrettung in Olching: Zahlreiche Freiwillige melden sich auf Facebook-Post

Zur Kitzrettung aufgerufen hatten Jäger wie Ludwig Haderecker in den sozialen Netzwerken – zum Beispiel in der Olching-Facebookgruppe. „Wir sind überrascht, welch hohe Resonanz es darauf gab“, berichtet Haderecker. Innerhalb von einer halben Stunde hätten sich mehr Leute gemeldet, als überhaupt benötigt. Dabei beträgt die Vorlaufzeit oft nicht einmal 24 Stunden.

Kitzrettung in Olching: Immer mehr Bauern melden sich mittlerweile vorher bei den Jägern

Denn wenn das Wetter passt, beginnen die Landwirte mit der Wiesenmahd. Und immer mehr Bauern melden sich mittlerweile bei den Jägern, bevor sie mit ihren Traktoren in meist hoher Geschwindigkeit über die Wiesen rauschen. Ziel der Jäger mit ihren Freiwilligen ist es, Rehkitze, die von der Geiß zur Tarnung im hohen Gras geboren werden, vor dem Mähwerk der Landwirte zu retten. Denn unglücklicherweise fällt die Setzzeit der Rehe im Mai genau in die Mahdzeit der Bauern. Unzählige Tiere werden so jedes Frühjahr wenn nicht sofort getötet, dann mindestens grausam verstümmelt. Und müssen von ihren Leiden erlöst werden.

Viele Olchinger wollen bei der Rettungsaktion der Jäger helfen. 

„Es betrifft nicht nur Rehkitze, sondern auch junge Hasen und Fasanengelege, die in Wiesensenken oder hohem Gras zu finden sind“, so Haderecker. Dessen Vater ist einer der Jagdpächter des Gemeinschaftsjagdreviers Olching.

Vorsichtiger Umgang mit den Tieren: Olchinger Helfer fassen Rehkitze nur mit Handschuhen und Grasbüscheln an

Haben die Tierretter ein Kitz gefunden, wird es vorsichtig an den Rand der Wiese gebracht. Dabei tragen sie Handschuhe und versuchen, mit einem Büschel Gras möglichst keine eigenen Duftmarken zu hinterlassen. Das erleichtert das Wiederauffinden des Kitzes durch die Geiß. „Wenig später fiept das Kitz, um auf sich aufmerksam zu machen“, so der Jäger.

Bei soviel Bambi-Effekt geht gerade den Kindern das Herz auf. Es gäbe auch technische Hilfsmittel. Licht- und Tonsignale von so genannten Vergrämern sollen Tiere von einem Wiesenstück fernhalten. Gelegentlich fliegen Jäger vor der Mahd auch mit einer Drohnenkamera. Mindestens so effektiv sind aber die Freiwilligen, die dem Jäger wissbegierig Löcher in den Bauch fragen und die Aktion als „tollen Erlebnis-Ausflug“ sehen. Der Nebeneffekt: Naturkunde. Zum Beispiel warum ein neugeborenes Kitz fiept und wie das klingt. Oder warum die Hasenmama keine Rabenmutter ist und die Hasenjungen keine Waisen sind, die man zur Tierauffangstation bringen muss. Auch Haderecker schätzt die Aktionen, die Anfang Juni enden. Weil er dem alten Klischee entgegentreten kann, dass Jäger nur Tiere töten.

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