Als Missionar im Kongo: Pfarrer Josef Aicher (Mitte).

Olching

Grüße in den Kongo zum Priesterjubiläum

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Vor über 40 Jahren verließ der damalige Kaplan Josef Aicher die Kirchengemeinde in Olching, um als Missionar in den Kongo zu gehen. Doch die Verbindung in die Heimat riss nie ab. Im Bewusstsein der Menschen ist der charismatische Priester und Ehrenbürger so präsent wie eh und je.

Olching – Man hatte sich in diesem Jahr auf einen seiner regelmäßigen Besuche gefreut und auf besondere Feierlichkeiten. Denn Aicher beging Ende Juni sein diamantenes Priesterjubiläum. Doch Corona machte die Pläne zunichte.

Der 87-Jährige hätte zu einem längeren Urlaub in sein Heimatbistum kommen sollen. Es war geplant, dass er an einem Gottesdienst in Olching teilnehmen und mit den wenigen noch lebenden Jubilaren seines Priesterjahrgangs feiern würde. 1960 waren Aicher und seine Mitbrüder im Freisinger Dom vom damaligen Kardinal Joseph Wendel zu Priestern geweiht worden. Aus den Jubiläumsfeierlichkeiten wurde nichts, denn auch im Kongo hat Corona zugeschlagen.

„Die Hauptstadt Kinshasa ist abgesperrt“, sagt Georg Reiser. Er ist der Vorsitzende des Aicher-Kreises innerhalb der Kolpingsfamilie Olching, die seit den Anfängen die Arbeit des beliebten Geistlichen in Afrika unterstützt. Die direkte Kommunikation mit dem Jubilar in seiner Diözese mitten im Regenwald ist schwierig bis unmöglich. Glückwünsche wurden dem 87-Jährigen über einen anderen im Kongo tätigen Geistlichen geschickt.

Peter Laschan verfügt – im Gegensatz zu Pfarrer Josef Aicher – über einen Internetanschluss und trägt den Spitznamen „Funk-Pater“. Von ihm hat Aicher immerhin erfahren, dass ein Glückwunsch-Schreiben des Olchinger Pfarrers Josef Steindlmüller an ihn unterwegs ist.

Mit Hilfe der Kolpingsfamilie konnte Aicher bereits viele Entwicklungsprojekte im Kongo verwirklichen. Es wurden Brücken und Schulen gebaut und über eine halbe Million Hektar Regenwald vor dem Kahlschlag gerettet. Derzeit arbeitet Aicher am Bau einer Krankenstation – ein mehr als mühseliges Unterfangen, wie Reiser erzählt. Baumaterialien werden aus Kinshasa in den Regenwald transportiert – mit Schiffen, die zwei-, dreimal im Jahr verkehren. Ist eine Lieferung glücklich gelandet, steht für die letzte Etappe bis zur Baustelle nur ein museumsreifer Traktor zur Verfügung. Trotzdem: Nach fünf Jahren Vorarbeit stehen nun immerhin Rohbau und Dachstuhl. „Er hat ja ein unwahrscheinliches Gottvertrauen“, sagt Reiser über Josef Aicher.

Der ist trotz seines hohen Alters noch immer mit dem Motorrad, auf dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs in seiner Pfarrei Yaloya, einem Gebiet von 300 Kilometern Durchmesser.

Letztes Jahr hat ihn wieder einmal ein heftiger Malaria-Schub erwischt. Hätte er sich nicht zufällig in Kinshasa mit seiner besseren medizinischen Versorgung aufgehalten – seine Freunde hätten das Schlimmste befürchten müssen. Doch Aicher wurde im Krankenhaus versorgt und erholte sich wieder. Nun rechnet der 87-Jährige offenbar fest damit, seinen geplatzten Heimatbesuch bald nachholen zu können. Reiser: „Er meint, im September ist er in Olching.“

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