Am Olchinger Gymnasium

Sauerei auf der Schultoilette

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Alt, verdreckt und oft verstopft: Immer wieder gibt es Klagen über den Zustand der Toiletten im Olchinger Gymnasium. Nun soll das Problem angegangen werden – und zwar schneller als ursprünglich geplant.

Olching – Bereits 40 Jahre ist das Gymnasium alt. Deshalb soll es im nächsten Jahr generalsaniert werden. Bei den Toiletten allerdings möchte und kann man nicht mehr so lange warten. Denn sie sind nicht mehr ausreichend funktionstüchtig, wie Ines Roellecke, Sprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage des Tagblatts mitteilt. Das war bei einer Begehung des Gymnasiums von Vertretern der Kreisbehörde, des Gesundheitsamts und der Schulleitung festgestellt worden.

Deshalb werde überlegt, ob man die Sanierung der Klos nicht vorziehen könne, erklärt Roellecke. Darüber müsse der Kreistag entscheiden. Auch die Förderfähigkeit müsse noch geklärt werden. Werden die Toiletten extra saniert, gibt es keinen Zuschuss der Regierung von Oberbayern – bei einer Generalsanierung hingegen schon.

Schulleiter René Horak würde eine vorgezogene Sanierung begrüßen: „Es ist ein täglicher Kampf“, sagt er. Täglich überprüfe der Hausmeister die Toiletten. Seine Kontrollgänge der vergangenen zwei Jahre hat er dokumentiert. Die Bilder liegen dem Landratsamt vor. Sie zeigen erhebliche Verschmutzungen durch die Nutzer, so Roellecke. Verschmutzungen durch Kot, Klopapier, Glasscherben oder mutwillig verstopfte Abflüsse.

Mutter einer Fünftklässlerin: Tochter geht nicht mehr aufs Klo

Die Mutter einer Fünftklässlerin berichtet gar, dass ihre Tochter in der Schule gar nicht mehr aufs Klos gehe, sondern es sich verdrücke, bis sie wieder zu Hause sei. Laut der Frau „waren mehrere Toiletten bis zum Rand der Klobrille mit Kot gefüllt“, als sie zuletzt eine Kunstausstellung besucht hatte.

Betroffen von den Verschmutzungen sind vor allem die Toiletten im Erdgeschoss, sagt Horak. Die Grundleitungen seien marode. Eine habe sogar einen Riss. „Da bleiben Dinge hängen, dann verstopft die Leitung“. Bereits vier Mal in diesem Schuljahr habe eine Rohrreinigungsfirma anrücken müssen.

Doch die maroden Leitungen sind nicht der alleinige Grund für den schlechten Zustand der Klos. Auch die Schüler tragen ihren Teil dazu bei, indem sie zum Beispiel mutwillig die Toiletten verstopfen. „Und auf Nutzerfehler reagieren die alten Rohre empfindlicher als neuere“, so Roellecke. Hinzu kommt noch ein weiteres Phänomen, wie Horak weiß. „Wenn etwas schon verstopft oder verschmutzt ist, dann lädt es geradezu dazu ein, es weiter zu verschmutzen.“ Um dem entgegen zu wirken, würden laufend mit den Schülern Gespräche geführt. „Aber bei 1000 Schülern gibt es immer welche, die beratungsresistent sind“, so Horak.

Nach der Begehung, die aber bereits seit längerem geplant gewesen war wegen der Generalsanierung, wurden einige Toiletten geschlossen. Zudem will das Landratsamt die Reinigungsfirma, die jeden Nachmittag anrückt, überprüfen, so Roellecke. Und die Kreisbehörde will das Nutzerverhalten ansprechen. Es gebe Schulen, bei denen die Schüler im Sekretariat den Toilettenschlüssel holen müssen.

Von dieser Idee hält Horak nichts. „Nicht praktikabel.“ Das Gebäude sei weitläufig, die Toiletten zu weit verstreut. „Die Schüler würden viel Unterrichtszeit verlieren, mindestens sieben Minuten.“

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