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Hund bei Hitze 40 Minuten lang im Auto eingesperrt: Tierschutzverein erstattet Anzeige

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Von: Eva Strauß

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Munter trotz Hitze: So kommen Haustiere gut durch den Sommer
Ein Hund war am Samstag in Olching in einem Auto eingesperrt gewesen - bei praller Sommerhitze. © Martin Gerten (dpa)

Ein Dackel steckte am Samstag, 13. August in Lebensgefahr. Über 40 Minuten lang war er bei Hitze in einem Auto eingesperrt. Seine Besitzer waren währenddessen in der Eisdiele. Jetzt reagiert die Tierschutzorganisation Peta.

Olching - Der kleine Hund war am Samstagnachmittag in einem Mercedes auf einem Supermarkplatz an der Olchinger Hauptstraße zurückgelassen worden. Der Mercedes stand in der prallen Sonne. Glücklicherweise wurden Passanten auf die missliche Lage des Dackels aufmerksam und alarmierten die Polizei.

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Olching: Dackel bei Hitze über 40 Minuten im Auto eingesperrt

Als die Einsatzkräfte eintrafen, hechelte der Hund stark. Alle Fenster des Autos waren verschlossen, von den Besitzern fehlte jede Spur. Telefonisch war der Halter nicht erreichbar und auch eine Durchsage in den umliegenden Geschäften brachte keinen Erfolg. Deshalb schlugen die Polizisten die Heckscheibe ein und befreiten so den Dackel. Das Tier trank gierig den Wassernapf leer, den die Mitarbeiter des Supermarktes gebracht hatten.

Wenige Minuten später erschienen die Besitzer. Sie waren in einer Eisdiele in der Nähe gewesen. Da sich der Dackel für etwa 40 Minuten in dem in praller Sonne abgestellten Fahrzeug befunden hatte, droht der Verantwortlichen nun eine Anzeige nach dem Tierschutzgesetz. Zudem wird das Veterinäramt vom Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die eingeschlagene Heckscheibe wird die Verantwortliche wohl auf eigene Kosten ersetzen lassen müssen. 

So reagiert Peta

Das Tierschutzgesetz untersagt, Tieren länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Leiden oder Schmerzen zuzufügen, berichtet die Tierrechtsorganisation Peta. Sie hat daher am 20. August bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige erstattet und fordert zudem ein Tierhalteverbot für den Beschuldigten.

Hundehaltehalter unterschätzten die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung im Sommer, wenn sie die Tiere, wie hier ohne Schutz in der Hitze in einem Fahrzeug zurücklassen, so Peta. Hunde würden schnell unruhig, jaulten und gerieten in Panik. „Dies verschlimmert die lebensgefährliche Situation zusätzlich.“ Für sie komme dann oft jede Hilfe zu spät, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Wer einen Hund bei warmen Außentemperaturen im Auto zurücklässt, riskiert das Leben des Tieres und muss mit einer Strafanzeige rechnen.“

Ein Mann ließ seinen Hund bei großer Hitze im Auto zurück – der Vierbeiner starb. Die Tierrechtsorganisation PETA hat den 88-Jährigen aus Mittenwald deshalb ins Visier genommen.

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